Trotz neuerlicher Straßenkämpfe in Manama relativiert Bernie Ecclestone die Sorgen um den Grand Prix von Bahrain – Angeblich “großes Interesse” aus Mexiko

Erst diese Woche wurde bekannt, dass das US-Ministerium Mitglieder der amerikanischen Botschaft in Manama umgesiedelt hat. Hintergrund sind anhaltende Zusammenstöße zwischen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit und Sympathisanten der sunnitischen Herrscherfamilie. Am Sonntag ging die Polizei in der Hauptstadt sogar mit Tränengas und Gummigeschossen gegen Demonstranten vor, die wegen des ungeklärten Todes eines 15-Jährigen auf die Straße gegangen waren.

Bernie Ecclestone macht sich wie jeder “über diesen Teil der Welt Gedanken”, aber “Bahrain ist das Land der Region, wo es die wenigsten Probleme geben sollte”, so der Formel-1-Geschäftsführer im Interview mit den ‘Salzburger Nachrichten’. “Was das Kommerzielle betrifft: Ich versuchte lang, dass zwischen Barcelona und Valencia alternierend gefahren wird, aber die Spanier wollen das nicht diskutieren. Wir sollten dort nicht zwei Rennen haben.”

Sollten Bahrain oder auch der US-Grand-Prix in Austin (18. November) doch noch kippen, so könnte man jederzeit Ersatz aus dem Hut zaubern, behauptet Ecclestone. Allerdings sollte die finale Kalenderversion nach Möglichkeit am 9. März bei der nächsten Sitzung des FIA-Motorsport-Weltrats in Mailand abgesegnet werden. Dass es Ausnahme-Schonfristen auch noch während der Saison geben kann, hat das Beispiel Bahrain schon 2011 gezeigt.

Ecclestone gibt sich jedenfalls betont gelassen, was mögliche Ausfälle angeht, und warnt die Veranstalter, nicht zu hoch zu pokern: “Wir könnten heute mit fünf neuen Veranstaltern abschließen. Die Nachfrage ist hoch”, unterstreicht er und sagt auf die Frage nach mehr als 20 Terminen konkret: “Großes Interesse kommt aus Mexiko. Mehr Rennen kosten uns und die Teams mehr Geld, weil das Personal wohl verdoppelt werden muss. Aber man könnte Lösungen finden.”

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Schnell, hungrig, emsiger Arbeiter: Das Lotus-Team überhäuft “Iceman” Kimi Räikkönen nach dem ersten Testtag in Valencia mit Lob

Das Lotus-Team gab vom gestrigen Test in Valencia zwar keine Rundenzeiten bekannt, ist aber sehr zufrieden mit dem Comeback von Kimi Räikkönen am Steuer eines Formel-1-Boliden. Der Finne legte im R30 aus der Saison 2010 (übrigens mit neuem Helmdesign) rund 300 Kilometer zurück und hinterließ dabei offenbar einen sehr professionellen Eindruck.

“Schwer zu sagen, wie schnell er sein müsste, aber er war vom ersten Run an ziemlich dabei und hat nicht den ganzen Tag gebraucht, um auf Tempo zu kommen”, lobt Lotus-Ingenieur Alan Permane gegenüber der ‘BBC’. “Ich sehe jedenfalls keinen Grund, warum er nicht schnell genug sein sollte. Man kann jetzt schon sagen, dass er ein sehr, sehr erfahrener Pilot ist – und es war vom ersten Moment an klar, dass wir es hier mit einem ehemaligen Weltmeister zu tun haben. Es war ein guter Tag.”
Test ausschließlich für den “Iceman”

Technisch habe man für das 2012er-Auto nicht viel mitnehmen können, aber das sei ohnehin nicht das Ziel der Aktion gewesen. “Es geht vielmehr darum, dass er sich ans Auto gewöhnt und sich im Team einlebt. Es ist ein fliegender Start, bevor wir nach Jerez weiterziehen”, blickt Permane auf den Beginn der offiziellen Wintertests im Februar. Ansonsten sei “alles ziemlich nach Plan” gelaufen: “Kimi hat ungefähr 300 Kilometer zurückgelegt und drei Reifensätze verbraucht. Jetzt haben wir noch vier für morgen und können dann ein bisschen länger fahren.”

“Wir haben daran gearbeitet, dass er sich im Auto wohlfühlt, dass er ein Gefühl für die Setup-Änderungen bekommt, haben ihm dabei geholfen, die Ingenieure kennenzulernen. Es ist immer grandios, mit einem Topfahrer zusammenzuarbeiten, der nicht nur schnell, sondern auch professionell ist – alles Eigenschaften, die Kimi besitzt. Sein Feedback ist exzellent, seine Forderungen sind prägnant und auf den Punkt. Wir freuen uns auf eine gute Saison mit ihm”, sagt der Brite.

Schilderungen, die nicht unbedingt mit dem negativen Bild übereinstimmen, das viele Experten von Räikkönen haben – aber zumindest am gestrigen Tag scheint der Champion von 2007 vielen bei Lotus die Angst vor einem Fehlgriff genommen zu haben. “Er muss zwei Gesichter haben”, grinst Permane. “Er ist ganz normal. Er hatte überhaupt kein Problem damit, sich hinzusetzen und so lange über das Auto zu sprechen, wie es eben notwendig war. Er ist ganz offen.”

So sprach dann auch der 32-Jährige selbst von einem “guten” ersten Tag: “Ich bin zwei Jahre lang kein Formel-1-Auto gefahren, jetzt noch dazu in einem neuen Team – da gibt es eine Menge, woran man sich gewöhnen muss. Ich bin aber glücklich, denn ich habe mich schnell darauf eingestellt. Je mehr Runden du fährst, desto besser findest du das Limit, weil du Auto und Reifen erkundest. Aber zu wissen, wann ich lenken, bremsen oder Gas geben muss, hat nicht lange gedauert.”
Noch ein Testtag in Valencia

Heute steht für Räikkönen ein weiterer Testtag auf dem Circuit Ricardo Tormo auf dem Programm, anschließend hat er zwei Wochen Zeit, seine Eindrücke zu verarbeiten. “Das Gute ist: Durch den heutigen Test habe ich jetzt einen Anhaltspunkt, mit dem ich das neue Auto vergleichen kann”, sagt er. “Darauf freue ich mich schon. Hoffentlich werden wir von Anfang an schnell sein, dann wird es eine interessante Saison.”

Die beginnt am 18. März mit dem Grand Prix von Australien in Melbourne, also in weniger als zwei Monaten. Lotus hofft nach der verkorksten Saison 2011 (noch unter dem Namen Renault), dass man 2012 mit der Paarung Räikkönen/Grosjean zu den vier Topteams aufschließen kann. Das würde auch das Leben von Teamchef Eric Boullier erleichtern, der zuletzt einiges an Kritik abbekommen hat. Sein erster Eindruck von Räikkönen: “Sehr positiv, muss ich sagen.”

“Das ganze Team ist zufrieden mit Kimis Feedback und Kimi selbst scheint sehr glücklich darüber zu sein, wieder am Steuer zu sitzen”, erklärt der Franzose. “Er hatte sehr schnell das Gefühl für das Auto und es ist schön, dass er eine Beziehung zum Team aufbaut. Der R30 ist natürlich ganz anders als das neue Auto, aber Kimi freut sich schon auf den ersten Test in Jerez. Unser Team besteht aus echten Racern – und da passt Kimi ganz hervorragend hinein.”

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Lewis Hamilton ist beim Prozess um Adrian Sutils Disko-Zwischenfall in Schanghai als Zeuge vorgeladen, doch ein McLaren-Termin verhindert nun seinen Auftritt in München

Lewis Hamilton wird bei Adrian Sutils Gerichtsprozess voraussichtlich nicht aussagen. Der Weltmeister 2008 war beim Disko-Zwischenfall in Schanghai anwesend, als der damalige Force-India-Pilot Genii-Mitbesitzer Eric Lux mit einem Glas im Gesicht verletzt haben soll. Daher wurde er vom Amtsgericht München als Zeuge vorgeladen.

Der Prozess wird am 30. und 31. Januar über die Bühne gehen – Hamiltons Auftritt hätte am zweiten Tag stattfinden sollen, doch sein Anwalt teilte laut der ‘BBC’ dem Gericht mit, dass der Brite an diesem Tag wegen McLaren-Terminen verhindert sei. Ob dies mit der Präsentation des neuen Boliden am 1. Februar zu tun hat, ist unbekannt. Derzeit befindet er sich zum Fitnesstraining in den USA.

Hamilton hatte ursprünglich angegeben, kooperieren zu wollen. Da es sich im Fall des McLaren-Piloten aber um Erscheinungspflicht handelt, könnten ihm im Fall eines Fernbleibens Konsequenzen drohen und er könnte bei seiner nächsten Einreise nach Deutschland – spätestens beim Grand Prix von Deutschland – belangt werden. Eine andere Möglichkeit wäre eine Verschiebung des Gerichtstermins.

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Lotus-Pilot Kimi Räikkönen hat nach seinem ersten Tag im Formel-1-Cockpit noch keine genauen Zukunftspläne, freut sich aber schon auf die ersten Rennen

Der Formel-1-Weltmeister von 2007, Kimi Räikkönen, gab heute auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia quasi sein inoffizielles Comeback im Grand-Prix-Cockpit. Am Steuer eines Renault R30 aus der Saison 2010 hatte der “Iceman” nach zwei Jahren Auszeit in der Rallye-Weltmeisterschaft erstmals Gelegenheit, Staub abzuschütteln und sich auf die vor ihm liegenden Aufgaben vorzubereiten.

Räikkönen, mit Pirelli-Demonstrationsreifen und neuem Helmdesign unterwegs, empfindet es als “schön, wieder im Auto zu sitzen”, wie er gegenüber ‘Sky Sports’ verrät. “Es ist einige Jahre her, dass ich zum letzten Mal gefahren bin. Es braucht ein wenig Zeit, sich wieder an alles zu gewöhnen. Für die normalen Dinge wie das Bremsen und Lenken braucht man nur ein paar Runden, aber das Auto und die Reifen zu verstehen, das dauert. Aber es war toll, endlich wieder im Formel-1-Auto zu sitzen.”

Das Lotus-Team wickelt den zweitägigen Test unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab – zumindest was die Bekanntgabe von Daten wie Rundenzeiten oder Distanz angeht. Für den 32-Jährigen geht es in erster Linie darum, wieder Formel-1-Luft zu schnuppern, das Team kennenzulernen und sich mit den neuen Parametern seit 2009 vertraut zu machen. Dabei lässt er in typischer “Iceman”-Manier alles auf sich zukommen.

“Ich hatte keine Zukunftspläne und habe auch jetzt noch keine Zukunftspläne”, erklärt er. “Für dieses Jahr gab es verschiedene Möglichkeiten, aber ich wollte unbedingt wieder Rennen fahren. Ich habe vergangenes Jahr mal NASCAR probiert und habe es sehr genossen, wieder gegen direkte Gegner anzutreten. Damals habe ich entschieden, wieder Rennen zu fahren – und die Formel 1 ist die beste Rennserie, in der alle sein wollen.”

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In Italien wurden erste Einzelheiten des neuen Ferrari veröffentlicht – Neue Radaufhängung und innovative Crash-Struktur vor den Seitenkästen

Am 3. Februar präsentiert Ferrari sein neues Formel-1-Auto der Öffentlichkeit. Bisher ist wenig über das Fahrzeug des Jahrgangs 2012 bekannt. Lediglich Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo ließ sich mit den Worten zitieren, das Auto sei “hässlich”, was vor allem an der vorgeschriebenen, tieferen Fahrzeugnase liegt. Doch nun hat der gewöhnlich gut informierte italienische Formel-1-Journalist Girogio Piola in der ‘Gazzetta dello Sport’ erste Details des 2012er-Ferraris enthüllt.

So sollen beim neuen Ferrari, erstmals seit elf Jahren, die Stoßdämpfer über Zug- statt über Druckstangen angesteuert werden. bwin.com. Red Bull setzt bereits seit 2009 auf diese Lösung, viele andere Teams haben sie in der Zwischenzeit übernommen. Da die Fahrzeugnase nach den neuen Regeln ohnehin tiefer sein muss, bietet sich diese Art des Einbaus an, da der Schwerpunkt des Fahrzeugs dadurch abgesenkt wird.

Die Fahrer werden im neuen Ferrari offensichtlich eine etwas liegendere Position einnehmen, auch dies dient einer Absenkung des Schwerpunkts. Die Seitenkästen sollen sehr schmal sein, die Crash-Struktur soll aus zwei flügelartigen Elementen bestehen, die an der Vorderkante der Seitenkästen oberhalb des Kühlereinlasses angebracht sind. Diese haben neben dem Zweck des Aufprallschutzes wohl auch eine aerodynamische Funktion.

Ohnehin scheinen alle Teams ihr Hauptaugenmerk auf eine innovative Gestaltung der Seitenkästen gelegt zu haben. Diese haben entscheidenden Einfluss auf den Luftstrom am Heck des Autos, zugleich haben die Designer hier einige Freiheiten. Daher wird auf diesem Weg versucht, den durch das Verbot des auspuffangeströmten Diffusors entstandenen Abtriebsverlust zu kompensieren. Die Front- und Heckflügel sollen sich laut Piola nicht wesentlich von der Version unterscheiden, die zum Ende der letzten Saison bereits eingesetzt wurde.

Die Auspuffendrohre sollen sich am hinteren Ende des von der FIA festgelegten Bereichs befinden und das untere Profil des Heckflügels anströmen. Allerdings habe Ferrari auch einen Plan B in der Schublade, um eventuell auf McLaren und Red Bull reagieren zu können. Einige Experten gehen davon aus, dass deren Auspuffendrohre höher ausgerichtet sind und somit das obere Blatt des Heckflügels anströmen.

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Jackie Stewart und Emerson Fittipaldi, die Helden der 1970er-Jahre, erinnern sich an eine haarsträubende Kollision in Monaco und einen tragischen Tag in New York

Jackie Stewart und Emerson Fittipaldi holten sich zwischen 1969 und 1974 fünf von sechs möglichen WM-Titeln ab. Lediglich in der Saison 1970 gelang es in Person des unvergessenen Jochen Rindt einem anderen Piloten als “JYS” oder “Emmo”, die Formel-1-Krone zu erobern.

Stewart, inzwischen 72 Jahre alt, erinnert sich noch gut an seine erste Begegnung mit dem heute 65-jährigen Fittipaldi, bei der dieser sich gleich einmal um zwei Stunden verspätete. “Nach meinem ersten WM-Titel 1969 war ich im Auftrag der Ford Motor Company das erste Mal in Brasilien”, so Stewart gegenüber ‘Autosport’.

“Für 20:00 Uhr war im Copacabana-Hotel in Rio de Janeiro ein Termin angesetzt, bei dem ich Emerson einen Pokal überreichen sollte. Meine Frau Helen und ich waren um 20:00 Uhr da und mussten zwei Stunden warten, bis dieser Kerl um 22:00 Uhr endlich aufkreuzte…” Fittipaldi schob die Verspätung auf den dichten Verkehr auf den Straßen Rios und merkt in der Rückblende mit einem Lachen an: “Wahrscheinlich war ich in der falschen Zeitzone unterwegs.”

Auf der Rennstrecke hingegen waren sowohl Stewart als auch Fittipaldi im Kampf und Siege und Podestplätze stets auf den Punkt genau zur Stelle. Die frühen 70er waren die Ära des berühmten Cosworth-DFV-Motors, den seinerzeit nahezu alle Teams einsetzten. “Es gab damals eine große Menge wirklich talentierter Fahrer im Feld. Dank des Cosworth DFV hatte aber niemand einen Leistungsvorteil”, blickt Stewart wehmütig auf die alten Tage zurück. Fittipaldi stimmt ihm zu: “Es ging damals unglaublich eng zu.”
Monaco 1973: Kollision nach der Zielflagge

Ein Rennen ist den beiden Helden der 70er in besonderer Erinnerung geblieben: Der Grand Prix von Monaco 1973. “Ich bin im Verlauf meiner langen Karriere gegen viele große Champions gefahren”, blickt Fittipaldi zurück. “Jackie gehörte zu denen, die sehr schwer zu schlagen waren, dich aber immer respektiert haben. Ich hatte nie ein Problem mit ihm außer in Monaco 1973.”

Was war passiert? Stewart hatte sich am Steuer seines Tyrrell gegen den im Verlauf des Rennens näher und näher kommenden Lotus von Fittipaldi gerade so durchgesetzt und seinen zweiten Sieg im Fürstentum unter Dach und Fach gebracht. Als der Brasilianer ihm auf der Auslaufrunde ausgangs des Tunnels gratulieren wollte, verhakten sich die beiden Boliden miteinander und Fittipaldi fand sich plötzlich mit zwei Rädern in der Luft wieder: “Er drückte mich einfach gegen die Leitplanke, woraufhin ich mich beinahe überschlug. Er hat versucht, mich nach dem Grand Prix umzubringen.”

Stewart nimmt die Schuld für den Zwischenfall auf seine Kappe: “Ich hatte keine Ahnung, dass er neben mir war. Ausgangs des Tunnels zog ich die Handschuhe aus. Mein Auto war steuerlos auf der Strecke unterwegs, als ich plötzlich diesen irren Schlag spürte. Daraufhin habe ich nur noch den Unterboden seines Autos gesehen. Niemals sonst habe ich mich nach einem gewonnenen Rennen so elend gefühlt”, bekennt Stewart. Fittipaldi hat dem Schotten längst verziehen und verweist darauf, dass dies “unsere einzige Kollision in all unseren gemeinsamen Jahren” war.
Andere Art von Respekt

Überhaupt herrschte in den 1970er-Jahren ein größerer Respekt im Formel-1-Feld wie beide betonen. “Die Zwischenfälle, wie sie heutzutage passieren, gab es damals mit Jim Clark, Jochen Rindt, Francois Cevert oder Emerson einfach nicht”, gibt Stewart zu bedenken. Diesen Umstand führt der seit eh und je aktiv um mehr Sicherheit im Motorsport bemühte Schotte darauf zurück, dass damals ein anderer Umgang mit der Gefahr an den Tag gelegt wurde.

“Es gab keine Auslaufzonen, weshalb die Unfälle in der Regel schwerwiegende Folgen hatten. Die Lebenserwartung für einen Rennfahrer war nicht sehr hoch, also hattest du zwangsläufig Respekt. Es gab auch nicht dieses Hin und Her auf der Piste – die häufigen Wechsel der Rennlinie im Zweikampf wie man sie heute sieht. In dieser Hinsicht war alles sauber”, so Stewart, der seinen Helm zum Ende der Saison 1973 an den Nagel hängte.

Fittipaldi hingegen war noch bis einschließlich der Saison 1980 in der Königsklasse aktiv. “Auch zu dieser Zeit gab es noch diesen Respekt unter den Fahrern” erinnert sich der Brasilianer und fügt hinzu: “Wir hatten damals nicht nur auf der Strecke, sondern auch abseits jede Menge Respekt voreinander.”

“Heutzutage glühen die Fahrer einfach durch die asphaltierten Auslaufzonen, wenn sie versuchen, jemanden zu überholen”, kritisiert Stewart und hält fest: “Die Fahrer haben heute Freiheiten, die es damals nicht gab. Es herrschte einfach ein anderer Respekt unter den Piloten.”
Stewarts Karriereende unter tragischen Umständen

Den Zeitpunkt für seinen Rücktritt vom aktiven Rennsport hatte Stewart bereits einige Monate vor dem Saisonfinale 1973 in Watkins Glen mit Bedacht gewählt: “Nachdem ich zuvor bereits zweimal fast zurückgetreten war, befand ich mich beim dritten Mal in der richtigen Gemütsverfassung. Ich hatte bereits im April entschieden, dass nach der Saison Schluss sein würde, ganz gleich ob ich die Weltmeisterschaft gewinne oder nicht.”

Die Umstände an Stewarts letztem Rennwochenende waren allerdings von großer Tragik geprägt. Teamkollege und Freund Francois Cevert fand im Qualifying nach einem fürchterlichen Unfall in den ultraschnellen “Esses” von Watkins Glen den Tod. Sichtlich schockiert und aus Respekt vor dem verlorenen Freund verzichtete der frischgebackene dreifache Weltmeister tags darauf auf einen Start zum Rennen. Es wäre Stewarts 100. Grand Prix gewesen.

Fittipaldi trug sich angesichts des Cevert-Unfalls ebenfalls mit Rücktrittsgedanken wie er offenbart. “Der Unfall war einfach schrecklich. Ich glaubte zunächst, es sei Jackie und dachte, das hat er nach dieser grandiosen Karriere in seinem letzten Rennen nicht verdient. Aber es war Francois.”

Als die traurige Nachricht Gewissheit wurde, ging der Lotus-Pilot zurück in seine Box. “Ich sagte zu Colin (Teamchef Chapman; Anm. d. Red.), dass ich gleich wieder zurück sein würde und zog mich in den Transporter zurück. In diesem Moment dachte ich erstmals ernsthaft darüber nach, den Rennsport aufzugeben”, gesteht Fittipaldi.

Während Stewart seine Karriere an jenem verhängnisvollen Wochenende im US-Bundesstaat New York ein für alle Mal beendete, startete Fittipaldi nach dreijähriger Unterbrechung eine zweite überaus erfolgreiche Karriere in den USA: In der IndyCar-Serie kürte sich der Brasilianer 1989 zum Champion und gewann zudem zweimal (1989 und 1993) das prestigeträchtige Indy 500, bevor ein schwerer Unfall im Oval von Michigan im Juli 1996 seiner aktiven Laufbahn ein Ende setzte.

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Red-Bull-Teamchef Christian Horner bezeichnet Jean-Eric Vergne und Daniel Ricciardo als “zwei der größten Talente” – Keine Garantien für eine Beförderung

Das teaminterne Duell bei Toro Rosso verspricht bereits vor dem Saisonauftakt am 18. März in Melbourne jede Menge Spannung. Im Kampf der beiden Red-Bull-Junioren Jean-Eric Vergne und Daniel Ricciardo geht es um mehr als nur die Vorherrschaft im Team rund um Franz Tost. Das große Ziel sowohl des Franzosen als auch des Australiers ist ein Aufstieg ins aktuelle Weltmeisterteam Red Bull.

Christian Horner jedenfalls wird das Duell Vergne vs. Ricciardo mit großem Interesse verfolgen. “Sie sind zwei der größten Talente im Umfeld der Formel 1″, lobt der Red-Bull-Teamchef gegenüber ‘Autosport’ die beiden dem Nachwuchsförderprogramm des Energy-Drink-Herstellers entstammenden neuen Stammfahrer bei Toro Rosso.

Die Tatsache, dass Vergne und Ricciardo in dieser Saison erstmals mit identischem Material auf der höchsten Ebene des Motorsports gegeneinander antreten, gibt allen Verantwortlichen laut Horner “die Möglichkeit, ihre Entwicklung viel besser beurteilen zu können”.

In den Nachwuchsklassen haben sich sowohl Vergne als auch Ricciardo mit ihren Titeln in der Britischen Formel-3-Meisterschaft sowie Vizetiteln in der Renault-World-Series (WSbR) für höhere Aufgaben empfohlen. Zudem konnten beide im Rahmen von Testeinsätzen für das Red-Bull-Team überzeugen. “Wir stehen ganz klar hinter ihrer Beförderung in ein Renncockpit”, sagt Horner.
Drei Anwärter auf das Cockpit von Mark Webber

Eine Garantie für eine weitere Beförderung vom Toro-Rosso- zum Red-Bull-Stammpiloten gebe es jedoch weder für Vergne noch für Ricciardo, wie Horner betont: “Beide gehören unserem Juniorenprogramm an und sind von Red Bull an Toro Rosso ausgeliehen. Alles Weitere wird die Zeit zeigen müssen. Es gibt keine Garantien.” Nach einer vollen Saison ließe sich das Talent der beiden wesentlich besser beurteilen, findet der Red-Bull-Teamchef.

Derweil wird die Testarbeit im Nummer-eins-Team des Energy-Drink-Giganten aus Österreich in diesem Jahr vom bisherigen Toro-Rosso-Stammfahrer Sebastien Buemi erledigt. Der Schweizer spekuliert genau wie Vergne und Ricciardo auf zukünftige Einsätze an der Seite von Sebastian Vettel.

Horner lässt sich in Bezug auf Buemi jedoch nur entlocken: “Sebastien als unseren Test- und Ersatzfahrer zu haben, ist das bestmögliche Szenario. Er ist in technischen Angelegenheiten sehr kompetent und verfügt über eine Menge Erfahrung der aktuellen Formel-1-Boliden. Zudem kennt er das Team sehr gut. Für uns ist das nur positiv.”

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Bernie Ecclestone wünscht sich für die neue Saison einen bis zum Finale offenen WM-Kampf und hofft vor allem bei Ferrari auf eine deutliche Steigerung

Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone hat eine klare Vorstellung, was den optimalen Verlauf der Saison 2012 betrifft: Einen Kampf um den WM-Titel bis zum Saisonfinale in Brasilien. Angesichts der Überlegenheit von Red Bull und Sebastian Vettel war dies im vergangenen Jahr bekanntlich nicht gegeben. Nach 15 von 19 Rennen war der Fahrertitel bereits im Sack. Die Krone für das Team folgte ein Rennen später.

Einen Zuschauerrückgang aufgrund mangelnder Spannung will Ecclestone jedoch nicht bemerkt haben. “Die TV-Zuschauer sehen mehr wegen der Spannung im Rennen als wegen des WM-Standes zu”, wird der 81-Jährige von ‘Salzburger Nachrichten’ zitiert.

Wenngleich ihm im Sinne der Spannung ein Ende der Dominanz von Red Bull und Vettel am liebsten wäre, so glaubt Ecclestone nicht ernsthaft daran. “Ich hoffe es nicht, aber sie werden die Saison wieder dominieren”, ist der Brite überzeugt. So setzt Ecclestone seine Hoffnungen auf Mark Webber, den zweiten Fahrer im Red-Bull-Team: “Wir werden in diesem Jahr einen anderen Mark erleben, der seinem Talent gerecht wird.”

Was die Konkurrenz des Weltmeisterteams aus Milton Keynes betrifft, hat Ecclestone die schärfsten Verfolgerteams der abgelaufenen Saison erneut auf der Rechnung. “Bei McLaren ist Button die Überraschung. Er stach Hamilton aus, weil er sich noch steigerte”, zeigt er sich von der Leistung des Weltmeisters von 2009 beeindruckt und hat diesen erneut ganz oben auf der Liste der Red-Bull-Herausforderer.

“Bei Ferrari kann ich nur auf eine deutliche Steigerung hoffen”, macht der Formel-1-Zampano keinen Hehl daraus, dass die Vorstellung der Scuderia in der Saison 2011 mit nur einem Saisonsieg deutlich unter seinen eigenen Erwartungen lag. “Alonso ist supertalentiert, er sollte ein perfektes Auto bekommen”, fordert Ecclestone und schließt seine Prognose der “Großen Vier” mit der Aussage ab: “Ich wäre überrascht, würde Mercedes in diesem Jahr nicht gewinnen.”

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Marc Gene hat über 20.000 Fans in Katar bei einer Demonstrationsfahrt in einem Ferrari F2008 begeistert – Es ist wichtig, den Sport zu den Menschen zu bringen

In den Fabriken bereiten sich die Formel-1-Teams auf die ersten Testfahrten Anfang Februar vor, doch ein Motor heulte besonders laut auf: Ferrari veranstaltete in Doha eine Demonstrationsfahrt im Rahmen der Katar Motorshow, die am Montag beginnt. Marc Gene saß am Steuer eines F2008 und fuhr auf der Küstenstraße der Stadt entlang. Ein drei Kilometer langer Abschnitt wurde vorbereitet und der Spanier konnte richtig Gas geben. Er erreichte die 300 km/h-Marke. 20.000 Menschen hatten sich rund um die Straße versammelt und das Spektakel genossen.

“Es war ein interessanter Tag. Ich habe es sehr genossen, ein Formel-1-Auto in so einer schönen Umgebung zu präsentieren”, sagt Gene. “Ich habe schon viele solcher Veranstaltungen gemacht, aber ich konnte noch nie so schnell fahren wie diesmal. Gegen Ende bin ich aufs Gas gestiegen, weil ich den Enthusiasmus der Menge gespürt habe. Es lag auch an der Strecke und am F2008, der ein unglaubliches Auto ist.” In Katar findet alljährlich der MotoGP-Saisonauftakt statt, aber die Formel 1 gastierte noch nie auf dem Losail Circuit.

Gene streicht hervor, wie wichtig solche Demonstrationsfahrten in Städten sind, um die Popularität der Formel 1 zu steigern. “Es ist toll, unseren Sport den Menschen näher zu bringen, speziell in einem Land, in dem es noch nie Formel-1-Action gab. Ich bin sehr dankbar, dass die Organisatoren der Veranstaltung alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben, damit die Menge das Spektakel intensiv genießen konnte.”

“Ich mag Katar. Ich war hier im Jahr 2004 beim ersten MotoGP-Rennen. Das Land hat sich seither verändert, es ist in kontrollierter Weise gewachsen”, findet Gene, der zwischen 1999 und 2004 an insgesamt 36 Formel-1-Rennen teilgenommen hat. “Wir wurden herzlich begrüßt, und man hat die Leidenschaft der Leute für Ferrari und Motorsport gesehen.” Aufgrund des Testverbots sitzt Gene nur bei Demonstrationsfahrten im Cockpit eines Formel-1-Boliden.

Auch er wartet gespannt auf den neuen Ferrari, der am 3. Februar in Maranello präsentiert wird. “In Maranello gibt jeder sein Bestes, damit wir für die Saison so gut wie möglich vorbereitet sind. Wir sind mit unserer Arbeit zufrieden, aber wir sind nicht alleine, denn es ist uns bewusst, dass auch alle anderen ihr Bestes geben. Wir werden das wahre Bild erst beim Saisonauftakt in Melbourne sehen.” Das Ziel für die “Roten” ist klar: Fernando Alonso will die Red-Bull-Herrschaft brechen und den Weltmeistertitel für den berühmtesten Rennstall der Welt gewinnen.

“Wir haben oft bewiesen, dass wir wissen wie man das schafft”, sagt Gene. “Es kommt nicht von ungefähr, dass wir das erfolgreichste Team in diesem Sport sind. Trotzdem wissen wir, dass es nie leicht ist zu gewinnen, speziell in einem konkurrenzfähigen Sport wie der Formel 1.”

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Charlie Whiting hat die Formel-1-Teams darüber informiert, dass die von Lotus getestete reaktive Radaufhängung von der FIA nicht zugelassen wird

Was Williams-Ingenieur Mark Gillan gestern bereits enthüllt hatte, ist nun offiziell. FIA-Sprecher Matteo Bonciani hat gegenüber der Nachrichtenagentur ‘Reuters’ bestätigt, dass Rennleiter Charlie Whiting die Formel-1-Teams schriftlich darüber informiert habe, dass das von Lotus getestete System zur Höhenregulierung beim Bremsvorgang verboten ist. Sportwetten. Nachdem verschiedene Rennställe bei der FIA wegen der Legalität dieses Systems angefragt hätten, sei man zu dem Schluss gekommen, dass es nicht mit dem technischen Reglement vereinbar sei.

Konkret liege ein Verstoß gegen Artikel 3.15 vor. Dieser besagt, dass sämtliche Teile des Fahrzeuges, die über ihre eigentliche Funktion hinaus einen Einfluss auf die Aerodynamik haben, zur gefederten Masse des Fahrzeugs gehören müssen. Laut Boncoani erfülle das von Lotus eingesetzte System, welches das beim Bremsen auftretende Drehmoment dazu nutzt, dem Einsinken der Fahrzeugfront beim Bremsvorgang entgegenzuwirken, nicht dem eigentlichen Zweck der Radaufhängung, sondern sei mehrheitlich oder gänzlich ein aerodynamisches Hilfsmittel.

Darüber hinaus stehe die sogenannte reaktive Aufhängung möglicherweise auch im Widerspruch zu den Artikeln 10.2.2 und 10.2.3 des technischen Reglements. Letztgenannter Artikel besagt, dass die Einstellung der Radaufhängung nicht verändert werden darf, wenn das Fahrzeug in Bewegung ist. Eine Erklärung dafür, warum das System, an dem neben Lotus auch Ferrari und Mercedes arbeiten, noch vor wenigen Tagen von der FIA für legal angesehen wurde, gab Boncoani nicht.

Quelle: www.formel1.de