Archive for Februar, 2010

Weltmeister Jenson Button sieht in Ferrari einen großen Favoriten, hält aber auch das Sauber-Team für eine richtig starke Formel-1-Mannschaft

Vier Wochen lang waren die Teams auf den Teststrecken in Südeuropa zugange, doch sonderlich aussagekräftig waren die Rundenzeiten bislang nicht. Die neuen, größeren Benzintanks machen eine Einschätzung des Kräfteverhältnisses fast unmöglich, sodass selbst die unmittelbar Beteiligten zumeist im Dunkeln tappen. Ein paar Favoriten hat McLaren-Fahrer Jenson Button aber ausgemacht.

“Wenn wir uns die Longruns anschauen, dann ist Ferrari wohl konkurrenzfähig. Aber das wissen wir ja alle”, so der britische Titelverteidiger am Rande der Testfahrten in Barcelona. “Ferrari wird schnell sein, Fernando und Felipe werden schnell sein. Das sind zwei sehr erfahrene und hochtalentierte Piloten. Sie werden das Beste aus dem Auto herausholen – aber wir auch”, meint Button.

“Was die anderen anbelangt, so weiß ich es nicht wirklich. Das ist schwer zu sagen”, findet der 30-Jährige und fügt an: “Ich denke jedenfalls, Sauber wird einige Leute überraschen. Dieses Auto ist schneller, als die meisten Leute denken. Meiner Meinung nach sind sie beim ersten Rennen vorne mit dabei”, hält Button fest und nimmt den Schweizer C29 in den erweiterten Favoritenkreis mit auf.

“Damit könnte es fünf bis sechs konkurrenzfähige Teams geben, doch im Augenblick ist das alles noch ein großes Ratespiel – bis zur Qualifikation von Bahrain”, erläutert Button. Dem amtierenden Weltmeister gefällt diese Situation: “Das ist sehr aufregend und großartig für den Sport. Alle Beteiligten wissen nicht, was passieren wird”, sagt der Formel-1-Routinier. “Das ist spannend.”

Quelle: Motorsport-Total.com

Vitaly Petrov spult am Donnerstag in Barcelona ein solides Testprogramm ab: Boxenstopptraining und Setuparbeit, aber auch Technikprobleme

Renault hält sich bei den bisherigen Testfahrten vornehm zurück. Die Franzosen absolvieren in aller Stille ihre Arbeit, legen es offenbar nicht auf schnelle Rundenzeiten an. Auch zum Auftakt der Testfahrten in Barcelona spulte Vitaly Petrov 74 wenig auffällige Runden ab. “Die Streckenbedingungen waren gut. Es war einfach schön, endlich mal nicht im Regen fahren zu müssen”, so der russische Rookie, der sich in der Zeitenliste auf Rang acht einreihte.

“Der Tag verlief gut. Am Morgen haben wir Boxenstopps trainiert und später sinnvolle Setuparbeit erledigt”, sagt Petrov. Was der Russe verschweigt: Am Nachmittag legte ein Hydraulikproblem den R30 vorübergehend lahm. “Wir mussten einen Teil des Hydrauliksystems austauschen, daher haben wir wertvolle Zeit eingebüßt”, erklärt Chefingenieur Alan Permane. Und weiter: “Wir konnten dennoch am Setup arbeiten und dafür sorgen, dass sich Vitaly noch wohler fühlt.”

In der neuen Saison kommt es aufgrund des Nachtankverbots auf reibungslose Reifenwechsel an. Man darf davon ausgehen, dass die Stopps in Zukunft nur noch etwa drei Sekunden dauern werden. “Unser Boxenstopptraining lief gut”, bilanziert Permane. “Wir haben es erstmals mit unserer Boxenmannschaft durchgespielt. Ich muss sagen, dass es wirklich gut funktioniert hat.” Am Freitag wird Robert Kubica das Cockpit übernehmen.

Quelle: Motorsport-Total.com

Force-India-Pilot Vitantonio Liuzzi hat bei den Testwochen in Jerez nur drei klare Favoriten ausgemacht: McLaren, Ferrari und Mercedes

Force India rechnet sich selbst aktuell zum guten Mittelfeld der Formel 1. Nach den jüngsten Testfahrten in Jerez sind Adrian Sutil, Vitantonio Liuzzi und der neue Testpilot Paul di Resta voll des Lobes über den neuen VJM03. Die Inder haben angeblich den guten Speed aus dem Vorjahr mitnehmen können. “Wir sind sehr glücklich”, so Liuzzi im Interview mit ‘422race.com’. Man werde für den Saisonstart in Bahrain ein erstes großes Updatepaket zur Verfügung haben.

“Wir sind für die ersten Rennen sehr zuversichtlich”, meint der Italiener. “Man kann die anderen Teams in diesem Jahr noch schwieriger einschätzen, aber Force India ist auf jeden Fall gut in Form.” Man werde zwar nicht sofort ganz an der Spitze kämpfen können, aber die Aussichten seien gut: “Sicherlich sind McLaren, Ferrari und Mercedes die Favoriten. Die werden um den Titel kämpfen. Aber wir könnten direkt dahinter liegen. Vielleicht nicht in Podestreichweite, aber wir wollen möglichst viele Punkte holen.”

Die Voraussetzungen für Liuzzi sind zu Beginn des neuen Formel-1-Jahres verändert. Der Italiener musste im vergangenen Jahr kurzfristig einspringen, als sich Giancarlo Fisichella von Force India in Richtung Ferrari verabschiedete. “Eineinhalb Jahre Wartezeit waren für mich nicht einfach. Aber ich bin bereit. Im habe im vergangenen Jahr in Monza gezeigt, dass ich sofort wieder angreifen kann. Auf einem guten Niveau geht es jetzt in die neue Saison. Hoffentlich mit einem konstant guten Auto.”

Aber nicht nur die persönliche Situation von Liuzzi ist 2010 anders. Auch die Ansprüche an Fahrzeuge und Piloten sind durch neue Regeln verändert. “Man muss mehr auf die Reifen achten. Vor allem die vorderen Pneus bauen erheblich ab. Wenn man mit weniger Boxenstopps auskommt, dann ist man schneller im Ziel. Also muss man gut auf Reifenverschleiß und Benzinverbrauch achten. Man muss strategischer fahren und nicht mehr ganz so aggressiv wie im Vorjahr.”

Quelle: Motorsport-Total.com

James Key verlässt Force India, um “neue Möglichkeiten” zu verfolgen, und übergibt den Posten des Technischen Direktors an Mark Smith

Nach Betriebsdirektor Simon Roberts muss Force India den nächsten prominenten Abgang hinnehmen: Der Technische Direktor James Key verlässt das Team aus Silverstone nach über einem Jahrzehnt, um “neue Möglichkeiten zu verfolgen”, wie es in der offiziellen Mitteilung heißt. Wohin es ihn genau verschlägt, wird allerdings verschwiegen.

“Ich habe den Großteil meiner Karriere in diesem Team verbracht. Die Entscheidung fällt mir schwer, aber es ist an der Zeit, etwas Neues zu machen”, sagt Key. “Nach vier Eigentümern und anderen Herausforderungen war es ein Lohn für die Mühen, ein Auto auf die Pole-Position und das Podium zu bringen. Ich bin einerseits traurig, denn bei diesem Team konnte ich mir meinen Traum von der Formel 1 erfüllen, ich freue mich aber auch auf einen Neubeginn.”

Der Brite war 1998 als einfacher Dateningenieur zu Jordan gekommen, wurde dann Testingenieur und später Takuma Satos Renningenieur. 2003 übernahm er die Leitung der Aerodynamikabteilung, 2005 wurde er zum Technischen Direktor befördert. Nun hinterlässt er eine gesunde Basis: “Der VJM03 läuft und die ersten Testergebnisse sind positiv. Ich wünsche Force India für diese Saison und die Zukunft alles Gute”, so Key.

Teamchef Vijay Mallya bedankt sich beim scheidenden Technikboss: “Er hat es geschafft, Autos zu bauen, die der Größe des Teams schmeichelten. Wir wünschen ihm weiterhin viel Erfolg. Bei uns übernimmt nun Mark Smith den Posten des Technischen Direktors. Damit ist er für den Designprozess und die verschiedenen Technikabteilungen verantwortlich, aber wir sind zuversichtlich, die notwendigen Ressourcen zu haben, um an die Leistungen von 2009 anknüpfen zu können.”

Quelle: www.motorsport-total.com

Mercedes-Pilot Nico Rosberg hat sich am Abschlusstag der Testfahrten in Jerez im Mittelfeld versteckt: Solider Speed und gute Fortschritte beim Setup

Hat Mercedes wirklich alle Karten aufgedeckt? Diese Frage muss man sich stellen, wenn man die Testleistungen in Jerez betrachtet. Während die Konkurrenz von Ferrari, Red Bull und McLaren immer mal wieder an der Spitze des Klassements auftauchte, verrichtete das deutsche Werksteam unbeirrt die Testarbeit. “Es war ein guter Tag, denn wir konnten viele Kilometer abspulen, sodass wir einen schönen Abschluss in Jerez hatten”, bilanziert Nico Rosberg nach 130 Runden am Samstag.

Der gebürtige Wiesbadener fuhr viele mittellange Stints und legte es offenbar nicht auf schnelle Runden an. Seine schnellste Runde in 1:20.061 Minuten brachte ihn schließlich auf den unscheinbaren Platz fünf. “Wir konnten beim Setup Fortschritte erzielen und die Erkenntnisse werden uns dabei helfen, uns bestmöglich auf den abschließenden Test in Barcelona vorzubereiten. Dass es endlich trocken war, hat mir dabei geholfen, mich besser an das Auto und die Systeme zu gewöhnen.”

Bereits am Freitag hatte Michael Schumacher zu verstehen gegeben, dass Mercedes noch einige Arbeit vor sich habe. Doch von Panik keine Spur. “Die vergangenen zwei Wochen in Jerez waren eine sehr intensive Testperiode. Es ist schön, dass zum Abschluss trockene Verhältnisse für Nico und Michael herrschten”, sagt Teamchef Ross Brawn, der für die nahe Zukunft ohnehin umfangreiche Updatepakete für den MGP W01 angekündigt hatte. Sportwetten zum Thema Formel 1.

“Auch wenn die Bedingungen in den beiden Testwochen nicht optimal waren, haben wir dennoch im Bereich Setup einige Fortschritte machen können, auch die Systemchecks liefen gut”, so der Brite. Brawn war mit den konstanten Rundenzeiten seines Schützlings Rosberg durchaus zufrieden. “Auch wenn wir beim Barcelona-Test noch viel Arbeit vor uns haben, sehe ich uns insgesamt für den Saisonstart in guter Form.”

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An seinem zweiten Testtag funktionierte der neue Lotus T127 besser als erwartet – Fairuz Fauzy holt sich seine FIA-Superlizenz ab

Nach dem Rollout unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Silverstone absolvierte das Lotus-Team heute in Jerez de la Frontera erstmals seit 1994 wieder einen vollen Testtag mit direkter Konkurrenz – und zwar mit Erfolg: 76 Runden ohne gravierende technische Probleme, den direkten Gegner Virgin geschlagen und die FIA-Superlizenz abgeholt.

Letzteres gilt nur für Testfahrer Fairuz Fauzy, der heute seinen zweiten und letzten Testtag dieses Winters im T127 hatte, um auf jene 300 Kilometer zu kommen, die für den “Formel-1-Führerschein” notwendig sind. Die Bestätigung durch die FIA sollte nun nur noch Formsache sein. Der Malaysier machte seine Sache gar nicht schlecht, musste sich im Regen langsam an das Limit herantasten und büßte unterm Strich weniger als zehn Sekunden auf die Spitze ein.

“Ich möchte mich beim Team bedanken”, strahlt der 27-Jährige, der in Branchenkreisen nicht unbedingt als kommender Weltmeister gehandelt wird. “Hier anzukommen und 76 Runden zu drehen, das ist fantastisch! Es war eine große Herausforderung, die 300 Kilometer für die Superlizenz zu schaffen, ohne eine Servolenkung zur Verfügung zu haben. Daher bin ich konservativ gefahren, aber ich bin recht zufrieden.”

Auf die Servolenkung musste Fauzy verzichten, weil ein Zulieferer die nötigen Komponenten nicht rechtzeitig zustellen konnte. An den kommenden beiden Tagen für Heikki Kovalainen und am Samstag für Jarno Trulli soll die Servolenkung wieder normal zur Verfügung stehen. Doch unabhängig davon lobt Technikchef Mike Gascoyne: “Wir hatten keine nennenswerten Probleme. Leichtes Überhitzen, ja, aber dann lief das Auto problemlos.”

“Dankeschön vor allem an Fairuz, der an seinem ersten echten Testtag exzellente Arbeit geleistet hat”, so der Brite. “Mit all den Systemchecks kann es ein ziemlich zerhackter Tag für einen Fahrer sein. Dazu kamen noch schlechte Bedingungen und die Tatsache, dass die Servolenkung nicht funktionierte. Es hätte ein schwieriger Tag werden können, aber Fairuz hat nichts falsch gemacht und sich gut aus der Affäre gezogen. Danke dafür!”

Der Vergleich zum direkten Konkurrenten Virgin hinkt zwar ein wenig, aber Lotus stellte heute einmal auf 1:0: Fauzy war um 0,569 Sekunden schneller als Timo Glock und absolvierte um 66 Runden mehr als der Deutsche. Während Lotus nämlich trotz kleinerer Probleme schnell einen Testrhythmus fand, kam Virgin nicht in die Gänge. Erst zu Mittag wurde der Motor angelassen und mehr als zehn Runden waren für Glock nicht drin.

Quelle: Motorsport-Total.com

Bereits seit über fünf Jahren arbeiten das Newbury College und das Williams-Team bei der Ausbildung von Nachwuchstechnikern eng zusammen

Williams rüstet sich für die Zukunft: Damit der britische Formel-1-Rennstall auch in den kommenden Jahren auf qualifizierte Mitarbeiter zurückgreifen kann, hat sich das Team schon vor geraumer Zeit mit dem Newbury College zusammen getan. Gemeinsam forciert man die Ausbildung von Fachkräften, die nach erfolgreicher Lehrzeit durchaus Chancen auf eine Festanstellung bei Williams haben.

Die Auszubildenden erhalten einen umfassenden Einblick in die Arbeitsweise des Formel-1-Teams und absolvieren – ähnlich wie der neue Williams-Stammfahrer Nico Hülkenberg im vergangenen Jahr – verschiedene Stationen innerhalb der Williams-Fabrik, um die einzelnen Arbeitsabläufe kennen zu lernen. Theoretisches Wissen der Ausbildung soll dabei mit praktischen Inhalten verknüpft werden.

“In Zusammenarbeit mit dem Newbury College konnten wir bei Williams ein exzellentes Trainingsprogramm für unsere Auszubildenden ins Leben rufen”, sagt Ian Carroll von Williams. “Sie arbeiten eng mit unserem hochqualifizierten Team zusammen und kommen in sämtlichen Abteilungen zum Einsatz. Auf diese Weise erhalten sie eine möglichst breite Qualifikation”, erläutert Carroll.

“Das Azubi-Programm ist eine fantastische Möglichkeit für junge Menschen. Das Training am Newbury College ist überaus umfassend und der hohe Standard des Trainings wird hoffentlich dafür sorgen, dass die Auszubildenden nach ihrem Abschluss eine Festanstellung bei Williams erhalten”, so Carroll. “Die Einrichtungen bei Williams und beim Newbury College sind jedenfalls einmalig.”

Dean Hale, einer der jüngsten und zugleich einer der erfolgreichsten Auszubildenden bei Williams, kann das nur bestätigen: “Es ist eine großartige Chance und diese Erfahrung hat mir in Bezug auf mein praktisches Wissen sehr geholfen. Die praktischen Arbeitseinheiten greifen das akademische Element der Ausbildung prima auf”, beschreibt Hale das Azubi-Programm bei Williams.

Quelle: Motorsport-Total.com

Die Formel 1 wird 2010 voraussichtlich stärker untersteuern als bisher, was dem Fahrstil von Jarno Trulli entgegenkommen könnte

Schon seit Jahren zählt Jarno Trulli zu den besten Qualifyern der Formel 1, was einer der Gründe war, weshalb ihn Lotus verpflichtet hat. Technikchef Mike Gascoyne wollte den Italiener unbedingt unter Vertrag nehmen, um jemanden an Bord zu haben, “der das Limit an jedem Samstagnachmittag ausloten kann. Nur so wissen wir, wo wir wirklich stehen – für ein neues Team ganz wichtig!”

Trulli selbst hat die Herausforderung gereizt, nach acht Jahren in Topteams wie Renault und Toyota noch einmal etwas Neues aufzubauen. Der 35-Jährige glaubt, dass er Lotus trotz seines fortgeschrittenen Alters weiterhelfen kann, und sieht sich noch lange nicht am Zenit seiner Leistungsfähigkeit. Im Gegenteil: Dank der Regeländerungen glaubt er, 2010 noch besser aussehen zu können als noch vor einigen Jahren.

“Die Einführung der Slicks war glaube ich ein Vorteil für mich, denn Slicks fühlen sich natürlicher an als Rillenreifen”, erklärt Trulli. “Die schmäleren Vorderreifen könnten mir noch mehr entgegenkommen, denn in Kombination mit dem höheren Gewicht sollte die Tendenz zum Untersteuern verstärkt werden. Das liegt mir. Außerdem habe ich klarerweise mehr Erfahrung mit solchen Änderungen als die jungen Fahrer.”

Dass Trulli ein Spezialist für untersteuernde Autos ist, weiß man spätestens seit seiner Zeit als Teamkollege von Ralf Schumacher bei Toyota. Damals verliefen die beiden Saisonhälften oftmals völlig konträr, weil Schumacher immer besser in Fahrt kam, je mehr die Ingenieure das Untersteuern in den Griff bekommen haben. Der heutige DTM-Pilot hatte ein loses Heck immer besser im Griff als ein Auto, das über die Vorderachse schiebt. Bei Trulli war und ist es umgekehrt.

Apropos Teamkollege: “Ich habe mich sehr gefreut, als sie mir gesagt haben, dass Heikki mein Teamkollege ist”, so Trulli. “Ich kenne ihn schon lange und er ist ein netter Kerl. Ich bin sicher, dass wir gut zusammenarbeiten werden. Außerdem bringt er Erfahrung von McLaren mit. Wir beide wissen, dass es am Anfang nicht leicht wird, aber wir werden zusammenarbeiten und unser Bestes geben, um schnell nach vorne zu kommen.”

Quelle: Motorsport-Total.com

Die Deutschen Formel-1-Stars sind nach zwei Testwochen nicht schlauer, was das Kräfteverhältnis für die kommende Saison angeht

Schlendern, schauen, spicken: Die Reihenfolge bei ihrem ersten direkten Duell war Michael Schumacher und Sebastian Vettel egal, die kleinen Feinheiten am Auto des Konkurrenten dagegen interessierten die beiden deutschen Formel-1-Stars in Jerez de la Frontera brennend. Sowohl Altmeister Schumacher als auch Shootingstar Vettel nutzten bei den Testfahrten jede Gelegenheit, mal den einen oder anderen Blick schweifen zu lassen.

“Die Feindbeobachtung ist essenziell, wenn man genau wissen will, wo man steht und wie die anderen Teams aufgestellt sind”, sagte der 41 Jahre alte Kerpener Schumacher nach seinem zweiten Auftritt in Jerez am Samstag, als er als Tagesfünfter knapp sechs Zehntelsekunden vor dem sechstplatzierten Vettel lag und im ersten deutschen Prestigeduell damit die Nase vorne hatte.

Beobachtung der Konkurrenz

Was den 22-jährigen Heppenheimer aber nicht störte: “Es war schön, nach so langer Zeit mal wieder im Auto zu sitzen”, meinte er nach seinen ersten beiden Testtagen im neuen Red Bull, der als letztes Auto aus dem Kreis der Topteams erst am Mittwoch vorgestellt worden war. Als er am Nachmittag wegen eines Problems einige Zeit verlor, nutzte er die unfreiwillige Pause, um durch die Boxengasse zu schlendern und sich unter anderem Schumachers Mercedes-Silberpfeil ganz genau anzuschauen.

“Wenn man selbst nicht fahren kann, muss man sich irgendwie beschäftigen. Da nutzt man auch mal die Zeit, ein bisschen rumzugucken und zu schauen, was die anderen unter der Haube haben. Man kann schon das eine oder andere sehen, was vielleicht interessant ist”, sagte Vettel.

Denn wegen des viel größeren Gewichtsunterschiedes durch die neuen größeren Tanks von bis zu knapp 200 Kilogramm ist es für die Teams viel schwieriger geworden, die Zeiten der Konkurrenten einzuordnen: “Man kann derzeit mit den Benzinmengen und auch der Gewichtsverteilung so herumspielen, dass es auch für uns noch immer schwierig ist, das wahre Kräfteverhältnis zu kennen”, sagte Schumacher. “Für mich sieht es derzeit so aus, dass die erwarteten vier Teams – wir, Ferrari, Red Bull, McLaren – vorne sind, aber auch Sauber wirkt bis jetzt sehr gut.”

Auch Vettel kann noch nicht wirklich einschätzen, “wo wir genau stehen, weil jeder ein bisschen was anderes macht und die Rundenzeiten aufgrund der neuen Regeln mit dem großen Tank zwei, drei, vier Sekunden rauf und runter gehen”.

Wie stark ist Force India?

Daher ist auch nicht genau zu sagen, wie gut beispielsweise der Force India von Adrian Sutil wirklich ist, mit dem er am Samstag fast die Bestzeit markiert hätte und erst kurz vor Ende des Testtages noch von Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes abgefangen wurde.

“Ich hatte von Anfang an ein sehr gutes Gefühl. Schon nach drei Runden hatte ich einen guten Eindruck, wo wir stehen”, lobte Sutil sein neues Auto. “Früher hatte ich nie ein so gutes Gefühl vor einer Saison. Deshalb freue ich mich auf das erste Rennen.” In der am 14. März in Bahrain beginnenden Saison will er von Beginn an um Punkte kämpfen. Vettel, Schumacher und dessen Silberpfeil-Teamkollege Nico Rosberg dagegen wollen den WM-Titel ins Visier nehmen.

“Zum Ende dieser Testwoche können wir sagen, dass das Auto einen guten Eindruck macht. Aber wie immer in dieser Phase vor der Saison kann da noch eine ganze Menge passieren. Ich denke, erst beim Saisonstart werden wir wirklich klüger sein”, erklärte Schumacher.

Timo Glock wäre schon froh, wenn er in der kommenden Woche bei den nächsten Tests in Jerez mehr als die bislang 16 Runden in seiner neuen “Jungfrau” drehen kann. Sein Teamkollege Lucas di Grassi hatte am Samstag das Auto von Neueinsteiger Virgin erstmals 63 Runden bewegt.

Quelle: www.motorsport-total.com

Felipe Massa soll laut spanischen Medien wieder gegen Fernando Alonso gestichelt haben – der Spanier wiegelt ab, nichts könne ihn weniger kümmern

Dass Fernando Alonso und Felipe Massa in diesem Leben keine besten Freunde mehr werden, war schon nach dem Großen Preis von Europa 2007 am Nürburgring klar, als sich die beiden Piloten erst auf und dann neben der Strecke ein sehenswertes Duell geliefert hatten. Jetzt sind der Spanier und der Brasilianer Teamkollegen bei Ferrari. Eine explosive Kombination?

Nach einigen kleinen Nickeligkeiten im Vorfeld soll Massa nun einige Sticheleien draufgesetzt haben: Glaubt man der spanischen Presse, soll sich Massa mehrfach negativ über seinen Teamkollegen geäußert haben. Beispielsweise heißt es, dass Alonso laut Massa härter arbeiten müsse, wenn er sich besser ins Team integrieren wolle. Auch sei Alonso in der berühmt-berüchtigten Crashgate-Affäre von Anfang an eingeweiht gewesen. Formel1 – GP.

Zusätzlich sei der Doppelweltmeister gemäß seinem Teamkollegen durch die vielbeachtete Rückkehr von Michael Schumacher nicht mehr länger der beste Fahrer in der Formel 1. Ferrari bemühte sich sofort, die Flammen der Zwietracht zu löschen und erklärte, der betroffene Artikel der spanischen Presse hätte einige Äußerungen von Massa falsch wiedergegeben. Diese seien in einem Interview von Massa mit einer brasilianischen Website aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Alonso selbst wischt diese Debatten vom Tisch und erklärt, dass ihn wohl nichts weniger tangieren würde: “Ich weiß gar nicht, worüber wir hier reden. Nur um deutlich zu machen, wie wenig uns solche Sachen kümmern.” Das Verhältnis zu allen Ferrari-Teammitgliedern sei perfekt: “Ich habe mich bei Ferrari auf Anhieb wohlgefühlt und bin aufs Wärmste willkommen geheißen worden. Es ist wie eine große Familie.”

Quelle: www.motorsport-total.com