Archive for März 3rd, 2010

Ferrari-Neuzugang Fernando Alonso geht mit der Favoritenrolle vor dem Start in die neue Saison gelassen um: “Es geht nicht um Leben oder Tod”

Ferrari hat seinen neuen Superstar gefunden. Fernando Alonso hat sich bei den Italienern schnell beliebt gemacht, aufgrund guter Testergebnisse geht der zweimalige Formel-1-Weltmeister nun als großer Favorit in die neue Saison. Eine Situation, die der Asturier kaum als belastend empfindet. “Natürlich ist der Sieg in Bahrain das Ziel”, so Alonso bei einem Pressegespräch in Madrid. “Aber es geht nicht um Leben oder Tod.” Man wisse eben derzeit noch nicht, wie eng der Wettbewerb werde.

“Aufgrund dessen bin ich vielleicht auch mit dem Podest, oder sogar mit einem vierten oder fünften Platz zufrieden”, sagt der spanische Nationalheld bescheiden. “In den ersten Rennen kann man nicht viel gewinnen. Es geht darum, konstant ins Ziel zu kommen. McLaren wird sicherlich ein harter Gegner, aber Red Bull sehe ich im Moment am stärksten. Wenn Mercedes für Bahrain auch noch deutlich nachlegen kann, dann wird es sehr eng.”

“Wir werden auf jeden Fall vorne dabei sein”, verspricht Alonso seinen zahlreichen Fans. “Es wird aber bestimmt nicht leicht. In den vergangenen zwei Jahren konnte ich nicht im Titelrennen mitreden. Aber solche Phasen hat jeder Pilot in der Formel 1 manchmal.” Die neue Saison verspricht mit mindestens vier Weltmeistern im Feld viel Spannung. “Ich will sie alle schlagen”, sagt der Ferrari-Star. “Aber ich habe im Moment das Gefühl, dass manche Teams noch Asse im Ärmel haben.”

Es gebe derzeit keinen Streit mit seinem Teamkollegen Felipe Massa, betont Alonso, dem immer wieder Zwistigkeiten seitens der spanischen Presse angedichtet werden. “Wir kommen gut miteinander aus. Und wir haben so ziemlich die gleichen Ansichten bezüglich unseres Autos. Bei Ferrari herrscht eine echte Latino-Atmosphäre. Es geht oftmals lauter zu. Meine Ankunft dort war aber insgesamt entspannt. Vor meinem Debüt mit Minardi war ich nervöser.”

Die Spanier setzen große Hoffnungen in den berühmten Sportstar. Bei den Testfahrten in Valencia, Jerez und Barcelona wurde dies anhand vieler Zuschauer und großer Fanplakate mehr als deutlich. Alonso verweist jedoch dezent auf die Tatsache, dass es mit Pedro de la Rosa und Jaime Alguersuari noch weitere Spanier im Starterfeld gibt. “Pedro holt bestimmt Punkte, fährt vielleicht sogar in die Top-5. Und Jaime muss nun seinen Teamkollegen packen”, so der Ferrari-Pilot.

Quelle: formel1.de

Williams-Neuling Nico Hülkenberg über sein bevorstehendes Formel-1-Debüt, die Arbeit mit Rubens Barrichello und die großen Favoriten

Nico Hülkenberg wird zwar am 14. März in Bahrain sein allererstes Formel-1-Rennen bestreiten, doch gilt der amtierende GP2-Champion nur als “halber Rookie”. Der Emmericher war zuvor zwei Jahre lang Test- und Ersatzpilot bei Williams, hat anderen Neulingen in der Formel 1 einige Kilometer voraus. Dennoch ist der junge Deutsche vor seinem ersten Auftritt etwas aufgeregt.

“Natürlich würde ich am liebsten in einer halben Stunde ins Auto steigen und losfahren, aber ich muss mich einfach gedulden”, sagt Hülkenberg im Interview mit dem Magazin ‘FHM’. Er erklärt: “Ich habe lange darauf hingearbeitet, in die Formel 1 zu gelangen, da kommt es auf die paar Tage jetzt auch nicht mehr an.” Hülkenberg absolvierte in den vergangenen Jahren nicht nur viele Tests für Williams, sondern durchlief im Rahmen eines Praktikums auch viele Abteilungen der Firma.

Der 22-Jährige, der vom ehemaligen Schumacher-Manager Willi Weber betreut wird, fühlt sich für sein Debüt bestens gerüstet. Die jüngsten Beispiele von Formel-1-Rookies, die beim Sprung in die Königsklasse große Schwierigkeiten hatten, schrecken ihn nicht. Beispielsweise Romain Grosjean bekam nach wenigen Einsätzen im Renault keine weitere Chance. “Grosjean ist einfach ein bisschen zu früh in die Formel 1 gegangen”, erklärt Hülkenberg.

Viel Erfahrung aus Testfahrten

“Aber ich habe die GP2-Saison als Meister beendet und alle Erfahrungen mitgenommen. Außerdem habe ich jetzt fünf Jahre mit einer guten Ausbildung hinter mir. Ich bin bereit”, sagt der deutsche Neuling entschlossen. Er kenne die Abläufe im Team bestens, habe sich an das Auto gewöhnt und kenne auch alle Knöpfe am komplizierten Lenkrad des FW32. “Ich werde schon nicht mitten auf der Geraden den Motor abstellen”, lacht Hülkenberg.

Der GP2-Champion lebt die Formel 1 bereits. “Wenn ich abends im Bett liege, gehe ich viele Sachen vor dem Einschlafen noch mal durch und probiere im Kopf verschiedene Linien aus”, beschreibt der junge Nachwuchsmann. “Oder ich mache mir Gedanken über das Setup des Autos, aber das passiert dann eher vor dem Rennen.” Außerdem bekomme er viel Unterstützung von den erfahrenen Machern des Teams.

“Frank und Patrick sind die beiden größten lebenden Legenden des Motorsports, die ein Team leiten”, sagt Hülkenberg über die Teambesitzer Frank Williams und Patrick Head. Gemeinsam mit der jungen Garde um Technikchef Sam Michael habe man bei Williams ein gutes Gemisch aus Erfahrung und Jugend. “Seitdem sich einige große Autohersteller aus der Formel 1 verabschiedet haben, kann Williams bald wieder zu einem Topteam werden.”

Auch bei der Cockpitbesetzung zeigt sich die Mischung aus jung und alt. Neben Hülkenberg wird Grand-Prix-Veteran Rubens Barrichello für Williams fahren. Der Brasilianer bringt viel Erfahrung mit, unter anderem aus seiner Zeit als zweiter Mann neben Michael Schumacher bei Ferrari. “Wenn einer der beiden Fahrer dominant ist, dann wird sich der andere immer beschweren”, sagt Hülkenberg mit Blick auf die häufigen Barrichello-Klagen der Vergangenheit. “Aber wir starten beide auf dem gleichen Niveau. Alles andere wird davon abhängen, wie unsere Rennen verlaufen.”

Wer sind die Favoriten?

“Ich hatte solche Situationen auch schon, aber ich habe die dann schnell mit dem Team besprochen und dann war auch alles gut. Je schneller und offener man das diskutiert, desto einfacher ist es, aus dieser Situation herauszukommen. Rumjammern hilft nicht”, meint der Deutsche. “Mit dem Gedanken, dass ich vielleicht nur Zwölfter werde, will ich mich gar nicht befassen. So lange ich mit meiner persönlichen Leistung zufrieden bin und immer das Maximale heraushole, habe ich kein Problem.”

“Ich sage bestimmt nicht, dass ich die Nummer eins bin. Ich bin ein Rookie und muss mich erst mal beweisen. Mit den anderen Jungs in der Formel 1 habe ich mich noch nicht gemessen”, rückt Hülkenberg das Bild zurecht. Immerhin werde er unter anderem gegen Piloten vom Kaliber eines Schumacher antreten müssen. “Ansonsten schätze ich Fernando Alonso, Lewis Hamilton und Sebastian Vettel am stärksten ein.”

Kein Wort über den amtierenden Weltmeister Jenson Button? “Der ist natürlich auch sehr gut”, sagt der Emmericher schnell. Er fügt hinzu: “Aber komischerweise hat ihn kaum jemand so richtig auf der Rechnung. Das hat glaube ich damit zu tun, dass er vor seinem WM-Titel jahrelang so unauffällig war.” Er selbst könne sich auch so geben – im Privatwagen auf der Straße: “Ich kann wie eine Oma oder ein Opa fahren, aber ich kann auch schneller. Kommt darauf an, was im Radio läuft, wie müde ich bin und ob sonst noch jemand im Auto sitzt.”

Quelle: formel1.de