Archive for März 19th, 2010

Um in der kommenden Saison ein volles Starterfeld zu haben, hat die FIA nun interessierte Teams dazu eingeladen, sich um einen Startplatz zu bewerben

Statt wie geplant 13 Rennställen sind 2010 doch nur zwölf Teams am Start – US F1 hat es nicht geschafft, das Rennprojekt zur Vollendung zu bringen. Nun unternimmt der Automobil-Weltverband (FIA) einen neuen Anlauf, um eine volle Startaufstellung zu erhalten: Bis zum 15. April können interessierte Teams eine Absichtserklärung für die Teilnahme an der Formel-1-WM abgeben.

“Der Auswahlprozess richtet sich an alle Kandidaten, die dazu in der Lage sind, an den Saisons 2011 und 2012 teilzunehmen”, heißt es in einem Statement der FIA. “Die langfristigen Interessen der Meisterschaft werden darüber entscheiden, welche Kandidaten ausgewählt werden.” Gesucht werden ein Rennstall für “etwaige Lücken im Starterfeld” sowie ein oder mehrere potentielle Nachrücker für den Fall der Fälle.

Zunächst gilt es für interessierte Teams, ihre Absicht zur Teilnahme am Auswahlverfahren zu bekunden, was bis zur Deadline im April geschehen sein muss. Dafür müssen die Rennställe zudem eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 1.000 Euro entrichten. Anschließend beginnt die eigentliche Analyse der Bewerber, die – wie schon im vergangenen Jahr – verschiedenen Kriterien entsprechen müssen.

Will ein Team an der Formel-1-WM 2011 und 2012 teilnehmen, so muss es – so das Statement der FIA – die technischen und finanziellen Voraussetzungen für dieses Projekt erfüllen und über ein ausreichendes Budget verfügen, das den Start gewährleisten kann. Die FIA möchte sich zudem genau von der jeweiligen Erfahrung eines Teams und den Fähigkeiten der Angestellten überzeugen.

Auf den letzten Punkt der “Checkliste” haben die Teams indes kaum Einfluss: Der Automobil-Weltverband wählt seine Kandidaten nicht zuletzt dahingehend aus, welchen Zugewinn die Aspiranten für die gesamte Meisterschaft darstellen würden. Die FIA schätzt, dass die vollständigen Bewerbungen bis Ende Juni eingereicht werden müssen. Eine endgültige Entscheidung soll im Juli 2010 fallen.

Quelle: Motorsport-Total.com

Michael Schumacher freut sich auf den Grand Prix von Australien: “Ich habe sehr viele sehr gute Erinnerungen an Melbourne”

Michael Schumacher und Australien, das ist eine bewegte Geschichte: 1994 wurde er in Adelaide nach einer Kollision mit Damon Hill erstmals Weltmeister, 1995 brachte ihn an gleicher Stelle eine Kollision mit Jean Alesi zur Weißglut. 1998 erlitt er in Melbourne beim Saisonauftakt einen ganz bitteren Motorschaden, doch ab 2000 feierte er in fünf Jahren vier Siege.

Kein Wunder, dass seine Vorfreude auf das Rennen in gut einer Woche groß ist: “Australien ist immer irgendwie ein Highlight im Formel-1-Kalender, das hat sich für mich in all den Jahren nie geändert”, erklärt Schumacher. “Wie in den vergangenen Jahren, war ich auch diesmal schon sehr früh auf dem Kontinent und habe mir einige schöne Tage zum Trainieren, Anpassen und Relaxen gegönnt, damit ich zum Rennwochenende fit und ausgeruht bin.”

“Der Grand Prix selbst gehört für mich wie gesagt zu denen, auf die man sich freuen kann. Ich habe sehr viele sehr gute Erinnerungen an Melbourne, und meist haben sich interessante Rennen abgespielt”, so der siebenfache Weltmeister. Außerdem hofft er, dass es seinem Mercedes-Team gelingen wird, den Abstand zu Red Bull und Ferrari im Vergleich zum Auftaktrennen in Bahrain ein wenig zu verkürzen.

Seine Bahrain-Bilanz fällt aber durchaus positiv aus: “Mit meinem Abschneiden beim Auftakt bin ich sehr zufrieden. Der sechste Platz war gut für mich, vor allem wenn man bedenkt, wie selten ich seit meinem Rücktritt 2006 ein Formel-1-Auto gefahren bin”, gibt Schumacher zu Protokoll und blickt voraus: “Melbourne wird mir sicher helfen, noch mehr in den Rhythmus zu kommen. Ich freue mich jedenfalls sehr darauf.”

Sehr freuen würde er sich auch über eine Formel-1-Rückkehr seines Bruders Ralf, der ihm für die Wintertestfahrten in Spanien sein Wohnmobil geliehen hat: “Dann wäre ja auch gleich sein Wohnmobil mit da”, so Schumacher im ‘Express’. “Das könnte ich beim Rennen vielleicht mit ihm zusammen benutzen. Er bräuchte nur ein halbwegs vernünftiges Team.” So eines zu finden, gilt im Moment allerdings nicht als wahrscheinlich.

Quelle: formel1.de

Red-Bull-Pilot Mark Webber über die Bedenken bezüglich der neuen Teams, das Überholproblem in der Formel 1 und das interne Duell bei Mercedes

In genau einer Woche wird Mark Webber im Mittelpunkt stehen. Wenn die Formel-1-Boliden am kommenden Freitag die Freien Trainings in Melbourne absolvieren, richten die australischen Fans ihre Blicke auf den Landsmann. Der 33-Jährige macht sich dennoch nicht allzu viel Druck. “Ich würde gern Monaco siegen. Natürlich wäre auch ein Sieg beim Heimrennen toll, aber Monaco ist die Krone”, rückt Webber seine Ansprüche in der ‘BBC’ zurecht.

Bei Red Bull hat man zum Saisonauftakt in Bahrain eine Chance verpasst. Webbers Teamkollege Sebastian Vettel hatte den Sieg vor Augen, fiel aber aufgrund einer defekten Zündkerze zurück. “Keines der Autos ist bombensicher bezüglich der Zuverlässigkeit. Alle werden hier und dort mal kleine Probleme bekommen. Ich vertraue unserer Mannschaft voll und ganz”, sagt der australische Formel-1-Pilot. Man mache sich im österreichischen Team keine besonders großen Sorgen.

Webber selbst hatte zum Auftakt in der Wüste nicht viel Glück. Im Qualifying lief es nicht rund, aus einer mäßigen Startposition war im Rennen nur Platz acht möglich. “Mein Rennen war frustrierend, weil ich festhing. Jenson ging es hinter Michael genauso. Nicht nur das Überholen ist schwierig. Es ist sogar fast unmöglich, nahe genug heranzufahren, um wenigstens mal ein Manöver anzutäuschen”, klagt Webber über die Langeweile im Grand Prix.

“Ich denke, die Reifen spielen eine große Rolle. Man hat einfach zu wenig Grip, wenn man einem anderen Auto folgt. Die Boxenstopps sind auch vorhersehbar. Mit zwei Stopps könnte es mehr Spannung geben, es könnten auch mehr Fehler passieren. Zwei Pflichtstopps könnten helfen, würden aber das generelle Problem mit dem Überholen nicht lindern”, sagt der erfahrene Australier. “Ich bin sicher, dass es deutlich besser wird, wenn sich alle Teams erst einmal auf die neuen Regeln eingeschossen haben.”

Wie Webber und Button erging es zum Auftakt vielen Formel-1-Piloten. Auch die Mercedes-Fahrer Michael Schumacher und Nico Rosberg fanden keinen Weg nach vorne. Dies habe einerseits am Auto, andererseits an der Form des siebenfachen Weltmeister gelegen, meint Webber: “Er wird nicht mehr – wie früher – mit 60 Sekunden Vorsprung gewinnen können, aber er wird ganz bestimmt konkurrenzfähig sein. Ich glaube aber nicht, dass er seinen Teamkollegen Nico Rosberg schlägt. Das wird eng. Rosberg und Schumacher sind beide stark.”

Weniger stark findet der in Großbritannien lebende Australier die Auftritte der neuen Teams. Er habe zwar Respekt vor der technischen Leistung, könne aber die Sicherheitsbedenken einiger Kollegen nachvollziehen. “HRT hat in Bahrain kein Rennen gefahren, sondern einfach nur teilgenommen”, sagt Webber. “Ich bin kein Fan von so etwas. Lotus und Virgin haben das Bestmögliche gemacht. Vor allem Lotus hat einen tollen Job gemacht, was man angesichts der guten Leute dort aber auch erwarten durfte.”

“Natürlich ist es eine unglaubliche Leistung, solch ein Team innerhalb von nur sechs Monaten aufzubauen. Aber es kann nicht sein, dass ein Team zum Rennwochenende erscheint, ohne vorher eine einzige Runde gefahren zu sein”, so der 33-Jährige weiter. Er erklärt: “Es geht in der Formel 1 um Wettbewerb. Dabei sein ist nicht alles. Ich finde, man sollte den Teams zusätzliche Tests und Reifen geben, damit sie auf die sichere Seite kommen. Deren Mechaniker waren in Bahrain völlig am Ende wegen der vielen Arbeit. Das ist nicht gut. Weder für das Team, noch für die Piloten.”

Quelle: formel1.de