Archive for März, 2010

Im teaminternen britischen Duell bei McLaren hat Lewis Hamilton gegen Weltmeister Jenson Button in Bahrain klar die Oberhand behalten

“Wenn ihr das schreiben wollt, dann schreibt es eben” – so äußerte sich ein sichtlich genervter Jenson Button auf die Frage britischer Journalisten, ob er in Bahrain gegen seinen Teamkollegen Lewis Hamilton chancenlos gewesen sei. Der Stachel saß beim 30-Jährigen tief. Nicht die Tatsache, dass sein Teamgefährte Dritter wurde und er selbst nur Siebter, ging dem Briten gegen den Strich. Vielmehr war es die Erkenntnis, dass er den Speed des McLaren MP4-25 nicht umsetzen konnte.

“Ich habe zu Michael aufgeschlossen und hing dann den Rest des Rennens hinter ihm fest”, sagt der amtierende Champion, der nicht einmal von deutlich höheren Endgeschwindigkeiten auf den Geraden profitieren konnte. “Du kannst einfach nicht nahe genug heranfahren. Du hast dann weder vorne noch hinten Grip und die Traktion am Kurvenausgang fehlt dir dann auch”, bringt Button seine Enttäuschung zum Ausdruck.

“Es ist nicht so wie früher”, sagt der Brite. Er erklärt: “Früher konntest du einem Auto besser folgen, du durftest auch mal driften. Damals konnte man richtige Rennen fahren, heutzutage geht das nicht mehr.” Button musste sich nicht nur hinter Schumacher anstellen, sondern wurde von seinem Teamkollegen Lewis Hamilton in den Schatten gestellt, der als Dritter immerhin – aufgrund des Vettel-Defekts – mit Glück auf das Podest klettern durfte.

“Er hat einen besseren Job gemacht, bei mir ging nicht mehr”, erklärt Button den Unterschied zu Hamilton. Der Champion bittet um Nachsicht: “Lewis ist ein außergewöhnlicher Fahrer. Es dürfte für jeden schwierig sein, in ein Team mit ihm zu kommen und gleich schneller zu sein. Ich arbeite nun vor allem an meinem Qualifying. Die Fortschritte sind bisher anständig. Ich bin mit Platz sieben unzufrieden, aber mit meiner Leistung eigentlich nicht. Ich hoffe, ich kann in Melbourne einen weiteren Schritt machen.”

Hamilton selbst zog ein durchwachsenes Fazit. Natürlich war der Weltmeister von 2008 glücklich über den Podestrang, allerdings weniger glücklich über den Rückstand auf Ferrari. “Ich hatte einen tollen Start, wurde aber von Massa etwas abgedrängt”, schildert der 25-Jährige. “Wenn ich ihn gepackt hätte, dann wäre ich immerhin hinter Alonso gewesen. So aber kam sogar noch Rosberg an mir vorbei und hinter ihm steckte ich dann lange Zeit fest.”

Auch der Button-Teamkollege klagt über mangelnde Überholchancen. “Wir konnten unseren wahren Speed nicht zeigen”, sagt Hamilton. “Es ist klar, dass der Ferrari das beste Auto ist. Aber wir sind gar nicht einmal so weit weg. Bei freier Strecke mit frischen Reifen konnte ich das Tempo mitgehen. Noch nie hatte ich ein Auto mit einem dermaßen gutem Heck. Es liegt in schnellen Kurven extrem stabil. Allerdings in den langsameren Ecken geht es nicht ganz so gut. Daran müssen wir nun arbeiten.”

“Es war frustrierend”, stellt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh klar. “Wir hatten einen guten Start, aber es lief dann in der ersten Runde nicht richtig. Wenigstens haben wir mit perfekten Boxenstopps etwas an Boden gutmachen können. Die großen Enttäuschung hatten wir bereits aber am Samstag abgeliefert. Wir haben im Qualifying keine perfekte Leistung gezeigt. Wir beispielsweise Jenson im Rennen dann einfach nicht an den beiden Mercedes vorbeibringen können.”

Der Teamchef nimmt seinen prominenten Neuzugang allerdings in Schutz: “Lewis hatte im Qualifying halbwegs freie Fahrt, bei Jenson war das anders. Er hatte ständig Luftverwirbelungen von anderen Autos. Wir mussten außerdem beim Setup Kompromisse eingehen. Man muss immer sehen, dass man das Auto für das Rennen mit zu Beginn 150 Kilogramm Benzin gut hinbekommt. Darunter kann dann schon mal das Qualifying leiden. Außerdem sind wir auf den Bodenwellen in Kurve sechs nicht gut zurecht gekommen.”

Quelle: Motorsport-Total.com

Sebastian Vettel rettet mit einem Motorenproblem Platz vier, aber Ferrari erbt den Doppelsieg in Bahrain – Michael Schumacher beim Comeback Sechster

Fernando Alonso hat schon als Kind davon geträumt, einmal einen Grand Prix auf Ferrari zu gewinnen – und heute ist ihm dieses Kunststück gleich im ersten Versuch gelungen: Der Spanier feierte in Bahrain seinen ersten Sieg seit Japan 2008 und bescherte dem Traditionsrennstall Ferrari nach einer miserablen Saison 2009 einen Auftakt nach Maß.

Offenbar muss er sich noch an seinen neuen Arbeitgeber gewöhnen, denn als auf dem Podium nach der spanischen auch die italienische Hymne angestimmt wurde, hatte Alonso seine Kappe schon wieder aufgesetzt. Die Tifosi werden ihm das aber verzeihen, denn nach dem schlechtesten Saisonauftakt aller Zeiten im Vorjahr ist Ferrari heute perfekt gestartet – allerdings auch dank ein bisschen Schützenhilfe von der Glücksgöttin Fortuna!

Riesenpech für Polesetter Vettel

Denn nach gut 30 von 49 Runden wurde Spitzenreiter Sebastian Vettel, der das Rennen bis dahin kontrolliert hatte, plötzlich langsamer: “Könnt ihr irgendwas tun, um das zu reparieren?”, fragte der enttäuschte Red-Bull-Pilot in der 36. Runde, als beide Ferraris schon durch waren, aber sein Renningenieur hatte keine guten Nachrichten: “Negativ, negativ. Es ist mechanisch, wahrscheinlich ein gebrochener Auspuff.” Später stellte sich heraus: Eine Zündkerze war defekt.

Dabei hatte alles so gut begonnen: Der Polesetter erwischte einen perfekten Start und bog als Erster in die erste Kurve ein, blieb somit von den Gerangeln verschont, die sich etwas weiter hinten abspielten. So schob sich Alonso an seinem Teamkollegen Felipe Massa vorbei, was sich später als rennentscheidend herausstellen sollte, und der Renault-Motor in Mark Webbers Red Bull warf eine riesige Rauchwolke, die zu Chaos führte.

Gleich auf den ersten Metern kam es zwischen Adrian Sutil (Force India) und Robert Kubica (Renault) zu einer Berührung, die die beiden weit zurückwarf. In Kurve vier schlüpfte Nico Rosberg (Mercedes) an Lewis Hamilton (McLaren) durch und eroberte den vierten Platz; Michael Schumacher (Mercedes) kam als Sechster aus der ersten Runde zurück. Dahinter rundeten Jenson Button (McLaren) und Webber die Top 8 ab.

Vettel hatte gleich nach der ersten Runde zwei Sekunden Vorsprung, konnte sich dann aber nicht weiter absetzen. Zwischenzeitlich fuhr er fünf Sekunden vor Verfolger Alonso, der aber ab der 30. Runde den Druck erhöhte und näher herankam. Und dann der große Schock: Vettels Red Bull klang überaus merkwürdig und wurde langsamer – und am Ende der 34. Runde übernahm Alonso vor der letzten Kurve fast mühelos die Führung!

Schadensbegrenzung bei Vettel

Auch Massa und Hamilton profitierten vom angeschlagenen Motor beim Topfavoriten, wohingegen Rosberg zwar aufschließen, aber nicht mehr überholen konnte. Vettel wurde nämlich nach einigen katastrophal langsamen Runden immer schneller und fuhr auf den letzten zwölf Kilometern sogar wieder schneller als Rosberg, sodass er nach neuem Punktesystem zwölf wertvolle Zähler über die Ziellinie retten konnte.

“Das war so gut wie erledigt, wir hatten das Rennen locker im Griff. Es hat nicht geklappt”, ärgerte sich Vettel. “Ich hatte auf den Geraden einfach keinen Zug mehr, habe enorm Leistung verloren. Zum Schluss wurde es ein bisschen besser, aber alles in allem ist der vierte Platz kein gutes Ergebnis. Das war aber noch das Beste, was wir daraus machen konnten. Mit Platz vier haben wir dem Herrn Haug einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber wenn man vorne ist, will man natürlich gewinnen.”

Die Entscheidung um den Sieg war damit gefallen, denn Alonso setzte sich nach der Übernahme der Führung locker von Massa ab und gewann mit 16 Sekunden Vorsprung. Für den Ex-Champion ging damit ein Traum in Erfüllung: “Das ist ein besonderer Tag für mich. Nach so langer Zeit wieder zu gewinnen, ist wunderschön, aber noch dazu ist es mir mit Ferrari gelungen. Besser kann eine solche Beziehung nicht beginnen! Ferrari ist das beste Team der Welt.”

Auch Massa konnte trotz der teaminternen Niederlage lächeln, schließlich war es sein erster Grand Prix seit dem bizarren Stahlfeder-Unfall in Ungarn 2009, der ihm beinahe das Leben gekostet hätte: “Es ist fantastisch, heute hier zu sitzen – ich danke Gott dafür”, sagte er. “Ich bin sehr glücklich und möchte die Gelegenheit nutzen, um mich bei allen zu bedanken, die mich unterstützt haben. Ich habe viele Briefe aus der ganzen Welt bekommen, die mir Mut zugesprochen haben.”

Rosberg Verlierer beim Boxenstopp

Das Renngeschehen war vom neuen Reglement geprägt, denn ab der 15. Runde begannen die Boxenstopps – und von da an fuhren alle durch! Zu großen Verschiebungen kam es durch die Strategie nicht, nur Rosberg verlor seinen vierten Platz an Hamilton, weil er wegen eines anderen Fahrzeugs in der Boxengasse beim eigenen Stopp nicht sofort vom Standplatz wegfahren konnte. Aber über weite Strecken erinnerte Bahrain 2010 an ein Langstreckenrennen.

“Es war nicht das spannendste Rennen aller Zeiten”, hielt Mercedes-Sportchef Norbert Haug fest. Sein Schützling Rosberg wurde Fünfter und war damit erneut Sieger im Stallduell mit Schumacher, der heute unauffällig unterwegs war. Nach der Zieldurchfahrt wirkte der junge Deutsche zufrieden: “Wenn uns vor diesem Wochenende jemand gesagt hätte, dass wir nachher Dritter in der Konstrukteurs-WM sein würden, hätten wir eingeschlagen!”

Auch Schumacher schreibt die Saison noch keineswegs ab, obwohl er heute mit einer Dreiviertelminute Verspätung ins Ziel kam: “Ich weiß, wie schnell sich das Blatt wenden kann – sowohl in die eine wie auch in die andere Richtung. Zu sagen, es geht nichts mehr, wäre verfrüht. Es geht immer was”, meinte der 41-Jährige, der im Finish dem Druck von Titelverteidiger Button und Webber recht mühelos standhielt und acht Punkte sammelte.

“Es hat Spaß gemacht, speziell der Anfang. Dann wollte ich einfach keine Fehler machen und das Auto nach Hause bringen, vielleicht auf eine Möglichkeit warten, wenn jemand einen Fehler macht”, so Schumacher. Mit der Rennpace zeigte er sich zufrieden: “Das hat gut funktioniert. Nico und ich waren drei oder vier Sekunden auseinander. Überholt hätte ich ihn sowieso nicht, also wollte ich den Abstand gar nicht zufahren, um nach hinten nichts zu riskieren.”

Reifen diktierten das Renngeschehen

Auffällig war, dass durch die Schwankungen der Reifen verschiedene Fahrer in verschiedenen Rennphasen am schnellsten waren: Vettel dominierte die Startphase, dann wirkte Massa eine Zeit lang sehr stark, am Ende war Alonso souverän. Doch als Vettel seine Probleme hatte, zeigte auch Hamilton, dass er vielleicht mitmischen hätte können, wenn ihn nicht Rosberg bis zum ersten Boxenstopp aufgehalten hätte.

“Leider kam ich in Kurve vier ein bisschen von der Linie ab, dadurch kam an mir Nico vorbei. Hinter ihm habe ich einiges an Zeit verloren, aber ich konnte ihn auch nicht überholen”, erklärte der Weltmeister von 2008, fügte aber mit einem selbstbewussten Lächeln an: “Trotzdem bin ich zufrieden, denn das war ein gutes Ergebnis für das Team, eine gute Basis. Jetzt müssen wir pushen, um in der Weltmeisterschaft dranzubleiben!”

Erstmals in der Geschichte der Formel 1 bekamen heute zehn Fahrer Punkte, sodass auch die soliden Leistungen von Vitantonio Liuzzi (9./Force India) und Rubens Barrichello (10./Williams) belohnt wurden. Barrichellos Teamkollege Nico Hülkenberg hatte hingegen einen schlechten Start und lieferte wenig später einen Highspeed-Dreher ab, spielte in der Folge keine Rolle mehr – der Emmericher wurde bei seinem Debüt mit einer Runde Rückstand 14.

Von den neuen Teams sah nur Lotus die Zielflagge: Heikki Kovalainen wurde 15., Jarno Trulli mit massiven Hydraulikproblemen 17. und Letzter, noch hinter Sébastien Buemi (Toro Rosso), der schon zuvor ausgerollt war. Bei HRT fiel Karun Chandhok mit Fahrfehler und Bruno Senna mit Motorschaden aus, bei Virgin erwischte es Lucas di Grassi wegen der Hydraulik und Timo Glock wegen des Getriebes – schon wieder, wie man nach den Wintertests sagen muss.

Glock mit Getriebeproblemen

“Mir ist der dritte Gang kaputt gegangen, also musste ich den immer überspringen. Irgendwann konnte ich nur noch bis zum vierten Gang runterschalten, aber dann war der fünfte auch noch weg und dann hat es keinen Sinn mehr gemacht”, berichtete Glock, der zuvor mit einem Überholmanöver gegen Kovalainen für Aufsehen gesorgt hatte. Ein weiterer Pechvogel war Vitaly Petrov: Der Renault-Russe lag lange an elfter Stelle, bis er mit lädierter Radaufhängung aufgeben musste.

Katzenjammer auch in der Schweiz: Pedro de la Rosa sorgte mit einem Überholmanöver gegen Kamui Kobayashi für ein bisschen Action, aber am Ende sah keiner der beiden Sauber-Piloten die Zielflagge. Bei de la Rosa streikte die Hydraulik, Kobayashis Problem ist noch nicht bekannt. Insgesamt sahen 16 von 24 gestarteten Autos die Zielflagge und 17 wurden gewertet – eine unerwartet hohe Quote beim Saisonauftakt.

Was dem Grand Prix ein bisschen fehlte, war der große Nervenkitzel. Da waren die Manöver von Alonso gegen Massa und von Rosberg gegen Hamilton am Start, da gab es ein paar weitere nette Zweikämpfe, aber nur wenig Berauschendes. Wirklich vom Hocker gerissen wurde das TV-Publikum lediglich bei der unfassbaren Attacke von Kubica gegen de la Rosa vor der ersten Kurve: Aus dem Nichts bremste sich der Pole am Sauber-Piloten vorbei!

Der große Sieger des ersten Rennwochenendes ist also Ferrari und nicht Schumacher – wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass das einmal zwei getrennte Wettbewerber sein würden? Die Roten aus Maranello führen in der Konstrukteurs-WM mit dem neuen Punktemaximum von 43 Zählern vor Mclaren (21) und Mercedes (18). Aber Red-Bull-Teamchef Christian Horner (16) weiß: “Das ist noch lange nicht vorbei, vor uns liegt eine lange Saison!”

Quelle: formel1.de

Die erste Entscheidung des Jahres ist gefallen: Sebastian Vettel und Ferrari weit vor dem Rest – Michael Schumacher nur auf Platz sieben

Die Rückkehr von Michael Schumacher in die Formel 1 endete nicht mit der von vielen erhofften Comeback-Sensation, dennoch hatten die deutschen Fans nach dem heutigen Qualifying in Bahrain allen Grund zum Jubeln. Denn Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel bezwang bei 35 Grad in der Sakhir-Wüste das starke Ferrari-Duo und sicherte sich die erste Pole-Position des Jahres.

Vettel bewahrte im entscheidenden Moment einen kühlen Kopf, legte eine gute letzte Runde hin und markierte in 1:54.101 Minuten Bestzeit. Damit kam er nicht ganz an seine Q2-Marke heran (1:53.883 Minuten), aber es reichte, um Felipe Massa und Fernando Alonso zu bezwingen. “Mit den Ferraris war es eng, aber das war eine gute Runde”, lobt Teamchef Christian Horner. “Wir haben wirklich nicht gewusst, wie es ausgehen würde, aber jetzt stehen wir vorne. Super!”

Vettel von der Pole-Position überrascht

Für den Polesetter kam das Ergebnis “wirklich überraschend, denn nach den Wintertests wusste niemand, wie es steht. Gestern war kein guter Tag für uns. Ich hatte so einen Hals, denn wir konnten nicht so viel fahren wie erhofft und die Techniker hatten eine lange Nacht, aber wir waren voll motiviert und hatten heute Morgen ein starkes Auto. Jetzt freue ich mich sehr”, jubelt der Vizeweltmeister des Vorjahres, der 2010 erstmals die WM-Krone gewinnen will.

Massa nahm Vettel 0,141 Sekunden ab, Alonso brummte er sogar eine halbe Sekunde auf. Doch der Ferrari-Neuzugang war trotz der Niederlage im Stallduell nicht unzufrieden: “Ich bin glücklich mit dem bisherigen Wochenende – und vergesst nicht: Das Rennen kommt erst morgen! Wir bleiben dran, denn wir haben ein sehr gutes Auto, das unter allen Bedingungen konkurrenzfähig ist”, zeigt sich der Spanier kämpferisch.

Im entscheidenden Run zeichnete sich ein spannender Dreikampf zwischen Vettel und den Ferraris ab, in den der zweite “Bulle” Mark Webber nicht eingreifen konnte – der Australier wurde nur Sechster. Doch in der Spannung ging völlig unter, dass es für den zweitplatzierten Massa das erste Qualifying seit dem schweren Unfall beim Grand Prix von Ungarn 2009 war. Dementsprechend hoch ist seine Leistung einzuschätzen.

Starkes Comeback von Massa

“Es fühlt sich gut an, wieder da und auf Anhieb konkurrenzfähig zu sein”, freut sich der Brasilianer. “Ich habe im Fernsehen zwar spannende Rennen verfolgt, aber das war nicht das Wahre! Nach der schwierigen Saison 2009 ist das für uns ein sehr guter Auftakt und eine gute Motivation für das Team, das hart gearbeitet hat. Der zweite Startplatz beim ersten Rennen ist gut, auch wenn Red Bull sehr stark zu sein scheint.”

Hinter diesem Trio hatte der Rest der Welt – angeführt von Lewis Hamilton (McLaren) – mehr als eine Sekunde Rückstand. Schumacher fehlten auf Rang sieben 1,423 Sekunden: “Die Session ist reibungslos verlaufen”, analysiert der siebenfache Weltmeister, der das erste Stallduell mit Nico Rosberg (5.) klar verloren hat: “Bei diesen Bedingungen war Nico etwas flotter. Wir hätten uns beide eine bessere Position gewünscht, aber das ist das, was momentan drin ist.”

Rosberg kündigt für morgen einen Podestplatz an und ist über das heutige Abschneiden ein bisschen enttäuscht: “Ich habe schon gedacht, dass ich um die Pole kämpfen kann, aber dem war nicht so.” Anscheinend kommt der Mercedes MGP W01 mit hohen Temperaturen nicht ganz so gut zurecht wie die Konkurrenz, sodass es heute Morgen noch freundlicher aussah als am Nachmittag. Zumindest gelang aber der Einzug ins dritte Qualifying locker.

Sutil rechnet sich für das Rennen Chancen aus

Überraschungsgäste in eben diesem waren Robert Kubica (Renault) und Adrian Sutil (Force India) auf den Plätzen neun und zehn. Sutil pokerte mit harten Reifen schon für das Rennen: “Ich glaube, es ist ziemlich riskant, mit weichen Reifen ins Rennen zu starten. Ich glaube, es wird für die anderen in den ersten Runden schwierig.” Warum Weltmeister Jenson Button als enttäuschender Achter eineinhalb Sekunden Rückstand hatte, ist noch nicht entschlüsselt.

In den ersten beiden Sessions waren große Überraschungen ausgeblieben. In Q1 erwischte es erwartungsgemäß alle drei neuen Teams, wobei Timo Glock (Virgin) noch am schnellsten unterwegs war. Der Deutsche verlor mehr als fünf Sekunden auf die Spitze, war aber um 124 Tausendstelsekunden schneller als Jarno Trulli (Lotus), der mit der Elektrik kämpfte. Erfreulich: Bis auf HRT nahmen alle die gedachte 107-Prozent-Hürde, die es im Reglement bekanntlich nicht mehr gibt.

Tapfer die Leistung von Karun Chandhok: Der indische Rookie kam im Qualifying zu seinen ersten Trainingsrunden im Dallara-Cosworth und war letztendlich nur um 1,664 Sekunden langsamer als Bruno Senna! “Wichtig war, einige Runden zu drehen”, so Chandhok. “Die Jungs wären am Boden zerstört gewesen, wenn wir nicht hätten fahren können. Die vergangenen 36 Stunden waren wirklich überaus anstrengend – für Gefühle war da bislang noch kein Platz!”

Sauber schlechter als erwartet

Q2 wurde dann – nach den Wintertestfahrten doch überraschend – zum unüberwindbaren Stolperstein für das Sauber-Team, das sich schon im ersten Abschnitt ordentlich strecken musste, um Jaime Alguersuari (Toro Rosso) auf den undankbaren 18. Platz zu verdrängen. Pedro de la Rosa (14.) und Kamui Kobayashi (16.) scheinen damit zunächst einmal nur im hinteren Bereich des Mittelfeldes zu kämpfen – genau wie der Schweizer Sébastien Buemi (Toro Rosso/15.).

Eine Niederlage im ersten Stallduell mit dem Routinier Rubens Barrichello musste Williams-Rookie Nico Hülkenberg einstecken, der den 13. Platz belegte und in Q2 um etwa eine halbe Sekunde zu langsam war. Den Cut für das zweite Qualifying schaffte er aber locker, sodass das Minimalziel erreicht war. Barrichello wurde seinerseits Elfter, knapp vor Vitantonio Liuzzi (Force India) und 0,162 Sekunden hinter Buttons Top-10-Referenzzeit.

Für das Rennen wird es nun spannend, denn die Top 10 müssen mit jenem Reifensatz starten, mit dem sie in Q3 ihre beste Zeit erzielt haben. “Keiner weiß, was uns da erwartet”, meint Polesetter Vettel, während Sutil weiß: “Am wichtigsten ist die Anfangsphase.” Denn wer gleich in den ersten zwei Runden seine Reifen zu stark strapaziert, um sich in den Positionskämpfen zu behaupten, könnte dafür in Form eines frühen ersten Boxenstopps einen hohen Preis zahlen…

Quelle: formel1.de

Der Pole über seinen neuen Arbeitgeber, seine Eindrücke vom neuen Auto und die Gerüchte, wonach Renault den Motor etwas tunen möchte

Frage: “Du bist dieses Jahr in einem neuen Team. Was denkst du darüber?”

Robert Kubica: “Ich bin tatsächlich glücklich. Es ist nicht einfach zu wechseln, wenn du vier Jahre in einem Team warst. Von der Mentalität her ist das Team ziemlich anders. Wir haben über den Winter ziemlich gute Arbeit geleistet, um uns auf die neue Saison, eine neue Herausforderung vorzubereiten. Es ist in Ordnung.”

Frage: “Was sagst du zu deinem heutigen Tag? Du bist auf Position 15 ins Ziel gekommen.”

Kubica: “Es war ein ganz guter Tag. Im Vergleich zu den Testfahrten im Winter war es anders, schließlich fuhren wir unter warmem Bedingungen. Ich hatte einen ziemlich guten Versuch, reibungslos ohne größere Probleme. Wir müssen ein wenig am Auto arbeiten, um es zu verbessern, und versuchen, morgen unter Bestes zu geben. Dies wird schlussendlich der Tag der Wahrheit.”

Frage: “Du hast hier schon einmal die Pole-Position geholt. Was hältst du vom Kurs, besonders vom neuen Teil?”

Kubica: “Der neue Teil sieht nicht wirklich interessant aus, zumindest in meinen Augen ist es eine Art Straßenkurs. Er erinnert mich ein wenig an Monte Carlo, die Rennstrecke von Monaco.”

“Er ist sehr langsam, hat eine Menge Unebenheiten, ist zu den Reifen ziemlich hart, und im Vergleich zum alten Teil der Strecke sehr passend. Am Morgen war es hier ziemlich rutschig. Danach verbesserte es sich, aber es ist noch immer ein ziemlich große Unterschied zwischen der Haftung der neuen Sektion und der alten.”

Frage: “Du wurdest mit den Worten zitiert, dass Renault eine Überraschung darstellen könnte…”

Kubica: “Wann sagte ich dies, vor langer Zeit? Nun, das hängt davon ab, wie es läuft, ich denke jedoch, dass wir bei den Testfahrten im Winter in ziemlich guter Form waren. Vielleicht nicht beim letzten Test, aber davor waren wir überraschend gut. Wir müssen jedoch weiterhin arbeiten.”

“Fakt ist, dass wir dies sehr hart machen. Die Jungs sind vergangenen Nacht nicht ins Bett gegangen, bereiteten das Auto vor, da einige neue Teile ziemlich spät angekommen sind. Für sie waren es also zwei ziemlich harte Tage. Aber lasst uns hoffen, dass wir uns mit einer guten Leistung bei ihnen bedanken.”

Frage: “Es waren 23 Autos auf der Strecke, einige von ihnen waren beträchtlich langsamer als du. Wie gehst du mit dem Verkehr um? Ist es eine große Herausforderung?”

Kubica: “Ja, sie sind auf der Strecke, und mit Sicherheit fällt es ihnen nicht leicht, das Auto auf der Strecke zu halten. So ist es nun einmal. Sie sind hier, und von unserer Seite her können wir lediglich versuchen, etwas Luft zu ihnen vor uns zu lassen, aber für sie ist es schwierig, für uns ebenso. So ist es nun einmal.”

Frage: “Es gibt Gerüchte, wonach die Renault-Motoren ein Update erfahren könnten, um ebenbürtig zu sein. Denkst du, dass dein Motor weniger Leistung hat? Bis du der Meinung, dass ihr wirklich mehr Leistung benötigt?”

Kubica: “Wenn das Reglement konstant geblieben wäre, dann hätte ich vielleicht eine Art Gefühl gehabt, weil ich von einem anderen Motoren-Ausrüster zu Renault gewechselt bin. Aber wir fahren dieses Jahr viel schwerer, es ist aus diesem Grund schwierig, Vergleiche zu ziehen. Ich denke, dass wir noch abwarten müssen.”

“In der Vergangenheit war Renault in Bezug auf den Verbrauch immer sehr gut. Ich denke, dass sich viele Leute verbessert haben, vielleicht haben wir immer noch einen Vorteil, aber er ist nicht so groß wie in der Vergangenheit, das steht fest. Mehr Leistung ist immer willkommen.”

Quelle: Motorsport-Total.com

Die Faszination der Formel 1 soll in Form einer Doku in die Kinos kommen – Bernie Ecclestone hat für das Projekt grünes Licht gegeben

Nach dem Fiasko um Superstar Sylvester Stallone, der monatelang den Formel-1-Tross begleitete, um dann doch lieber einen ChampCar-Streifen (“Driven”) zu drehen, könnte die Königsklasse des Motorsports nun doch endlich in die Kinos kommen. Für Anfang 2011 ist die Veröffentlichung einer unterhaltsamen Dokumentation geplant.

Der Film soll sich auf den Zeitraum zwischen den tödlichen Unfällen von Jim Clark in Hockenheim (1968) und Gilles Villeneuve in Zolder (1982) konzentrieren und hat den offiziellen Segen von Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone. Produzent wird Michael Shevloff sein, dessen Team aus Mark Monroe (Drehbuch) und Paul Crowder (Regisseur) besteht. Monroe hat gerade einen Oscar für den besten Dokumentarfilm (“The Cove”) gewonnen.

“Meine Partner und ich glauben, dass Dokus unterhaltsam und fesselnd sein können”, wird Monroe von ‘Autosport’ zitiert. “Wir wollen einen großen Actionfilm drehen, bei dem sich die Leute fühlen, als würden sie selbst im Auto sitzen und die Geschwindigkeit spüren. Formel1 – GP. Dann wollen wir menschliche Geschichten erzählen. Das Geheimnis ist, es den Fans recht zu machen, die sich auskennen, aber auch den Leuten, die keine Ahnung von der Formel 1 haben.”

“Es ist eine schwierige Aufgabe, einen dramatischen Film über einen dramatischen Sport zu drehen”, findet Shevloff. “Zu sagen, wir stecken 100 oder 200 Millionen Dollar rein, wäre sinnlos gewesen – Bernie hätte nur gesagt, dass die Teams Milliarden Dollar ausgeben. Also kann man die Sache nicht größer machen als sie ist. Daher ist eine Doku der beste Ansatz. Die echte Sache ist so riesig, dass es nicht sinnvoll wäre, sie in einen Spielfilm zu packen.”

Quelle: Motorsport-Total.com

Nach starken Leistungen bei den Wintertests sehen viele Beobachter Sauber in einer guten Position: Der Teamchef bleibt bescheiden

Wenn man sich die Starterliste der Formel-1-Saison 2010 anschaut, dann erweckt diese den Eindruck, als sei das BMW Sauber F1 Team in unveränderter Form am Start. Die Schweizer haben aus strategischen Gründen bislang auf eine Namensänderung verzichtet. Am Ruder sitzt nicht mehr Mario Theissen, sondern Firmengründer Peter Sauber selbst, der sein “Kind” in allerhöchster Not vor dem Untergang rettete.

“BMW hätte nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Investoren den Standort Hinwil geschlossen”, sagt Sauber im Interview mit ‘20min.ch’. Er habe sich niemals eine Rückkehr an die Boxenmauer gewünscht. “Ich trage im Moment deutlich mehr Verantwortung als ich gern möchte, aber ich gehe das jetzt positiv an. Ich gebe aber auch gerne zu: Die Rückkehr war eine reine Bauchentscheidung, denn der Kopf hat ‘Nein’ gesagt.”

Nun hat der erfahrene Schweizer wieder alle sportlichen Fäden in der Hand, die Familie wurde mit eingebunden, um die wirtschaftliche Seite zu beackern. Bislang war die Sponsorensuche allerdings nicht vom großen Erfolg gekrönt. Der neue Sauber-Ferrari C29 kommt fast ohne Sponsorenaufkleber daher. “Nach dem Rückzug von BMW und der Übernahme des Teams war für uns die Zeit einfach zu kurz, um auf der Suche nach einem Partner oder Hauptsponsor fündig zu werden”, erklärt der Teamchef.

“Weil wir die Bestätigung für den 13. Startplatz erst im Dezember erhalten haben, konnten wir erst sehr spät mit konkreten Verhandlungen beginnen. Ungeachtet dessen ist die Saison 2010 finanziell abgesichert”, sagt Sauber, der nach eigenen Angaben keinerlei finanzielle Unterstützung von BMW bekommt. “Aber natürlich gilt: Je mehr Sponsoren wir haben, desto mehr können wir in die Technik des Autos investieren. Das hat direkten Einfluss auf den Qualitätsstandard des Autos.”

Wie gut ist der C29 wirklich?

Die Qualität des C29 scheint allerdings zu stimmen. Bei den Testfahrten fuhren Pedro de la Rosa und Kamui Kobayashi vor allem auf Longruns starke Zeiten. Sauber wird als Geheimfavorit gehandelt. “Ich bin da nach all den Jahren ziemlich vorsichtig geworden. Klar ist: der sechste Rang in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft 2009 ist für uns die Ausgangsbasis. Wir wollen uns auch in der neuen Saison auf diesem Niveau etablieren. Das ist ein realistisches Ziel.”

Voraussetzung für Erfolge sei allerdings, “dass wir das Minus an Budget durch ein Plus an Effizienz kompensieren können”, so der 66-Jährige. Der Schlüssel zu guten Ergebnissen liegt in der weiteren Entwicklung des Fahrzeugs. Genau dabei sollen die neuen Piloten helfen. “Die Kombination aus einem Routinier und einem Nachwuchsmann hat sich schon mehrfach als sehr fruchtbar erwiesen. Ich traue den beiden 2010 einiges zu.”

“Keiner der beiden hat Geld mitgebracht. Ich habe sie nur aufgrund ihrer Leistungen engagiert”, betont Sauber und wischt damit Spekulationen vom Tisch, dass de la Rosa und Kobayashi mit viel Sponsorengeld ins Team gekommen wären. Allerdings könnten die beiden Piloten dabei helfen, in Zukunft neue Partner zu finden: “Spanien und Japan sind lukrative Märkte, wenngleich auch dort die globale Finanzkrise ihre Auswirkungen zeigt.”

“Entscheidend für die Leistungen der Fahrer ist natürlich, dass wir ihnen ein gutes Auto zur Verfügung stellen. Auch diesbezüglich sehe ich die Entwicklung bei uns in Hinwil sehr positiv. Denn die Arbeit an unserem Fahrzeug für 2010 konnte in der ganzen Phase der Ungewissheit wie geplant fortgesetzt werden. Die Testfahrten haben gezeigt, dass wir unsere internen Ziele erreicht haben”, erklärt der Schweizer. Der Sauber C29 gilt als “Reifenflüsterer”, was 2010 enorm wichtig sein könnte.

Quelle: Motorsport-Total.com

Spätestens ab 2013 soll es in der Formel 1 nach Plänen von Promoter Bernie Ecclestone 20 Rennen geben: “Die Teams werden glücklich damit sein”

In drei Jahren sollen die Formel-1-Boliden durch die Straßen von Rom jagen. Das bislang oft kritisch beäugte Projekt hat offenbar tatsächlich gute Chancen auf eine Realisierung. Nach Aussage von Promoter Bernie Ecclestone soll im Jahr 2013 in Rom gefahren werden, ab jenem Jahr wird es wohl 20 Rennen pro Saison geben. “Rom wird 2013 hinzukommen”, so der Formel-1-Boss. “Wir werden 20 Rennen haben und die Teams werden glücklich damit sein.”

Ursprünglich ging man davon aus, dass mit der Rückkehr nach Montréal und dem neuen Auftritt in Südkorea andere Schauplätze aus dem Kalender gestrichen werden könnten. Doch Ecclestone betont, dass diese Gerüchte falsch seien. Trotz anders lautender Spekulationen soll weiterhin unter anderem in Deutschland und der Türkei gastiert werden.

“Die Deutschen haben ohnehin kein Problem mehr”, sagt der Vermarkter, der sich nach langen Diskussionen im vergangenen Jahr mit Hockenheim auf eine neue Lösung einigen konnte. In der Türkei gab es zuletzt immer wieder Gerüchte, denn mit nur rund 36.000 Zuschauern blieb der Grand Prix in Istanbul weit hinter den Erwartungen zurück. Ecclestone, der das Rennen in der Türkei selbst promotet, bat die türkische Regierung um mehr Geld.

Angeblich war bei den Türken allerdings nichts zu holen. Dennoch hält Ecclestone am Rennen am Bosporus fest. “Die Türkei ist ein enormer Markt”, argumentiert der Brite. “Ich hoffe, dass es sich gut entwickeln wird.” Der Rennkalender der Formel 1 wird also in Zukunft noch umfangreicher, obwohl es anhand einer Vereinbarung zwischen Teams und Vermarkter eine Maximalzahl von 17 Rennen pro Jahr gibt. Für weitere Auftritte bedarf es der Zustimmung aller Rennställe.

Für die Teams bedeuten 20 Rennen viel Aufwand und hohe Kosten. Es gibt mehr Reisen, die Teammitglieder sind pro Jahr noch länger unterwegs, die Betriebskosten steigen. Doch lockt gleichzeitig auch mehr Geld aus dem Vermarktungstopf. Ecclestone ist zuversichtlich, dass man sich mit den Teams einigen kann, denn mit McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh hat er einen Verbündeten an der Spitze der Teamvereinigung FOTA. “Martin ist in der Verantwortung. Er wird Verständnis haben, denn er ist ein Businessman”, so Ecclestone.

Die Teams partizipieren an den Einnahmen von Ecclestone. Und mit 20 Rennen kommt mehr Geld in die Kassen. Allein die Auftritte in Kanada und Südkorea sollen etwa 44 Millionen Euro jährlich einbringen, aus Rom erwartet man eine Antrittsprämie in Höhe von knapp 30 Millionen Euro. Bei drei zusätzlichen Rennen im Kalender darf man aufgrund höherer Einnahmen bei Werbung an der Strecke und Hospitality noch einmal rund 55 Millionen Euro erwarten.

Kanada, Südkorea und Rom sind also insgesamt etwa 130 Millionen Euro pro Saison wert. Der Kuchen für die Teams wird also süßer. Aber: Ecclestone verfolgt sicherlich nicht nur das Ziel, den Teams mehr Geld ausschütten zu können. Gleichzeitig steht der Formel-1-Boss nämlich unter Druck. Der Rechteinhaber CVC musste hohe Kredite aufnehmen, um sich die Formel 1 2006 sichern zu können. Die Investoren erwarten nun Profite. Die lassen sich durch mehr Rennen merklich erhöhen.

Fraglich ist natürlich, wer die Zeche letztlich zahlen muss. Zum einen sind dies die Zuschauer an den Strecken, die für Eintrittskarten tief in die Tasche greifen müssen. Dies ist eine Konsequenz aus den hohen Antrittsprämien. Zusätzlich werden an vielen Orten die Steuerzahler zur Kasse gebeten, denn teils erhebliche Verluste bei den Veranstaltungen werden oft aus dem Staatssäckel ausgeglichen. “Wenn ein Promoter seinen Job richtig macht, dann kann er auch Geld verdienen”, so die einfache Ecclestone-Formel.

Quelle: formel1.de

Teamchef Ross Brawn und Mercedes-Sportchef Norbert Haug über die Herausforderungen der neuen Saison: “Klar sind wir scharf aufs Gewinnen”

Nach dem Doppelerfolg 2009 stellt sich Ross Brawn 2010 einer neuen Aufgabe: Aus dem britischen Brawn-Team ist in der Winterpause der neue Mercedes-Werksrennstall geworden, der in dieser Saison mit Michael Schumacher und Nico Rosberg erneut nach den WM-Titeln greift. Teamchef Brawn rechnet sich aufgrund seiner Fahrerpaarung einiges für das bevorstehende Rennjahr aus.

“Wir stellen nun das erste Mercedes-Benz-Werksteam seit mehr als 55 Jahren und sind alle sehr stolz darauf, dass die Silberpfeile in Bahrain nun wieder an einem Rennen teilnehmen werden”, sagt Brawn im Gespräch mit der ‘dpa’. “Ich glaube, dass wir mit der Konstellation Michael Schumacher, Nico Rosberg und Nick Heidfeld eines der stärksten Fahrerteams dieser Saison am Start haben.”

Schumacher und Rosberg soll es mit dem neuen W01 gelingen, auf Anhieb gute Ergebnisse einzufahren. Das fordert Teamchef Brawn von seinen Piloten: “Wir brauchen gute und beständige Leistungen von Michael und Nico, um am Titelkampf teilnehmen zu können. Was wir tun müssen, ist, Michael den Rennwagen zur Verfügung zu stellen, der zu seinen unzweifelhaften Talenten passt.”

Gleichwohl verlässt sich Brawn mindestens ebenso sehr auf Rosberg: “Nico ist ein außerordentlich talentierter junger Fahrer und auf lange Sicht die Zukunft unseres Teams. Er ist ein großes Talent, aber er braucht noch etwas Feinschliff und Erfahrung”, meint der Mercedes-Teamchef, der angesichts des Silberpfeil-Comebacks keine Angst vor der großen Erwartungshaltung der Öffentlichkeit hat.

Haug rechnet mit einem Entwicklungswettlauf

“Der größte Druck ist der Druck, den man sich selbst auferlegt”, sagt Brawn und fügt an: “Jeder in unserem Team fühlt sich in seinem Herzen als Racer und will einfach nur sein Bestes geben.” Mercedes-Sportchef Norbert Haug stößt eine Woche vor dem Saisonauftakt der Formel 1 ins gleiche Horn: “Der Formel 1 steht ihre vielleicht spannendste Saison bevor”, vermutet der Deutsche.

“Klar sind wir alle scharf aufs Gewinnen – und mit unserem waschechten Mercedes-Silberpfeil-Werksteam wollen wir jetzt umso mehr ganz vorne dabei sein. Das gelingt vielleicht noch nicht gleich bei den ersten Rennen, aber wir werden an die Spitze kommen”, sagt Haug und prognostiziert ein Wettrüsten in der Formel 1: “Es wird einen Entwicklungswettlauf von Rennen zu Rennen geben.”

“Wer die beste Basis dazu hat, und das höchste Entwicklungstempo anschlagen kann, wird am Saisonende vorne sein”, so Haug. Teamchef Brawn teilt diese Ansicht: “Die diesjährige WM wird das Team gewinnen, das während dieser sehr langen Saison die beständigste Leistung erbringt. Um mithalten zu können, müssen wir das Auto während der gesamten Saison weiterentwickeln.”

Quelle: formel1.de

Felipe Massa hat in der Saisonvorbereitung auch die Konkurrenz genau beobachtet – Nachtankverbot stellt die Piloten vor neue Herausforderungen

Der Countdown läuft: Am kommenden Wochenende wird mit dem Großen Preis von Bahrain die Formel-1-Saison 2010 eingeläutet. Ferrari gehört dabei nach den Wintertests zum Favoritenkreis. Und Felipe Massa ist entschlossen, mit der Scuderia die dunklen Zeiten hinter sich zu lassen. Er stehe nun vor einem neuen Anfang, sagt er im Interview mit dem ‘Corriere della Serra’.

“Nach einem Jahr, das für uns schrecklich und auch wegen der Politik schwierig war, ist das für uns ein sehr wichtiger Moment”, sagt Massa über den Saisonstart in Bahrain. “Wir wollen wirklich eine gute Saison haben. Wegen des Unfalls war das vergangene Jahr auch für mich schwer. Ich bin konzentriert. Ich bin zu 100 Prozent bereit!”

Massa weiß jedoch auch, dass die Konkurrenz nicht geschlafen hat. Schließlich hat er bei den Tests auch ganz genau beobachtet, was abseits von Ferrari so vor sich geht. “Wir beobachten die anderen immer. Wir schauen uns nicht nur ihre Zeiten an, sondern auch die Rennsimulationen. Zum Beispiel: Red Bull ist mit dem Reifen X herausgefahren und hat so einen Run gemacht, dann mit Reifen Y und es lief so und so.”

Dabei kommt der Brasilianer zu der Erkenntnis: “Es gibt viele konkurrenzfähige Teams: Red Bull, McLaren, Mercedes, vielleicht Williams. Und wir sind sicherlich auch dabei.” Bei Mercedes geht Massas alter Freund und früherer Teamkollege Michael Schumacher an den Start. Auch ihn hat der Ferrari-Pilot auf der Liste jener Piloten, die beim Auftakt den Sieg holen können: “Er ist stark, er kann gewinnen. Wir aber auch!”

Die grundlegendste Änderung für die neue Saison ist das Nachtankverbot. Und das stellt die Piloten vor neue Herausforderungen. “Wenn man ein Auto mit all dem Benzin an Bord fährt, werden die Reifen mehr strapaziert und das Risiko, einen Fehler zu machen, ist höher. Und der hinter dir wird davon profitieren”, erklärt Massa und räumt damit gleichzeitig mit dem Vorurteil auf, dass das Überholen fast unmöglich geworden ist.

Jeder nicht verbrannte Liter Sprit kann im Rennen zum unnötigen Ballast werden. Doch Massa erläutert, dass man den Spritverbrauch als Pilot durchaus steuern kann: “Wenn man zum Beispiel nur noch 15 Runden fahren muss und mehr Benzin an Bord hat, als man braucht – weil man im Verkehr gesteckt hat – dann gibt es eine Möglichkeit, mehr zu verbrennen.”

Quelle: formel1.de

Im Kart: Jenson Button hat das erste Rennen gegen Lewis Hamilton für sich entschieden – Von Rivalität der beiden Weltmeister ist nichts zu spüren

Das erste Duell der Weltmeister im McLaren-Team hat Jenson Button für sich entschieden, wenn auch nur im Kart. Button und Teamkollege Lewis Hamilton lieferten im alten McLaren-Hauptquartier im englischen Colnbrock ein Kartrennen. Es war ein Rennen um Rundenzeiten und Button war auf dem 350 Meter langen Indoor-Kurs drei Sekunden schneller als Hamilton.

Von der vor allem in den englischen Medien viel zitierten Rivalität der beiden Stallgefährten war dabei allerdings nichts zu spüren. Die beiden McLaren-Kollegen lachten und scherzten. Und auch sonst scheinen sich Button und Hamilton glänzend zu verstehen. Sportwetten, ganz einfach mit bwin.com

“Ich kenne Jenson schon seit einiger Zeit und habe schon sehr viel Gutes über ihn gehört”, erklärt Hamilton gegenüber britischen Reportern. “Und ich habe noch nie jemanden erlebt, mit dem es so einfach ist, zusammenzuarbeiten. Er ist professionell. Ich bin aber vor allem baff, wie gut erzogen er ist. Er ist so ein Typ, der einem die Tür aufmacht. Natürlich versuche ich auch, ein Gentleman zu sein, aber mehr Frauen gegenüber!”

Hamilton glaubt auch nicht, dass die Stimmung im Team doch noch gereizter werden könnte, wenn es auf der Strecke dann ernst wird: “Die Formel 1 ist die Königsklasse. Es ist alles so intensiv. Natürlich weiß man nicht, ob irgendwann schwere Zeiten auf einen zukommen. Aber wir sind Profis, die sich gegenseitig respektieren und wir würden damit professionell umgehen.” Dem pflichtet Button bei: “Wir kommen sehr gut miteinander aus und das Wichtigste ist, dass wir gut zusammenarbeiten.”

“Ich werde nicht mit dem Gedanken ins erste Rennen gehen, dass alles vorbei ist, wenn Lewis mich schlägt. Oder dass ich den Titel gewonnen habe, wenn ich ihn schlage”, so Button. “Wir haben 19 Rennen, es ist eine sehr, sehr lange Saison. Die Leute geben natürlich ihre Tipps ab und sagen, dass sie wissen, wer gewinnt. Aber das tun sie nicht. Sie haben keine Ahnung.”

“Ich gebe einfach mein Bestes und er wird richtig pushen”, ergänzt Hamilton. “Er wird vor mir sein wollen und ungekehrt. Aber außerhalb des Autos werden wir entspannt miteinander umgehen. Im Moment ist auch schwer zu sagen, wer von uns beiden der Schnellere ist. Aber das werden wir ja nächstes Wochenende sehen.”

Für Hamilton ist derzeit ohnehin die ganze Welt rosarot. Das liegt auch daran, dass er sich mit Freundin Nicole Scherzinger versöhnt hat. “Ich bin so glücklich wie noch nie in meinem Leben, egal was in den ersten Rennen passiert”, schwärmt der 2008er-Weltmeister. “Es ist nicht alles perfekt, aber ich fühle mich stark. Ich bin zufrieden mit dem Weg, den ich eingeschlagen habe und glücklich in meinem Privatleben. Ich bin nun als Mensch und Mann stärker und kann deshalb besser mit meinen Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr umgehen.”

“Wenn du glücklich bist, gewinnst du Rennen”, philosophiert Hamilton. “Ich weiß noch: Ein paar Rennen habe ich gewonnen, als ich total happy war, und das war durch nichts zu überbieten. Es ist ein tolles Gefühl, wenn einem das gelingt.”

Auch Button fühlt sich mental gerüstet: “Der Titelgewinn macht einen stärker, er gibt einem mehr Vertrauen in sich und in seine Fahigkeiten”, erläutert er. “Du weißt, dass du alles erreicht hast, was du dir vorgenommen hast. Nun könntest du sagen, dass alles Weitere ein Bonus ist. Du bist entspannter, aber im positiven Sinn. Ich freue mich auf diese Saison mehr als auf alle bisherigen, auch mehr als auf die vergangene Saison. Wir haben ein schnelles Auto. Es gibt vielleicht drei oder vier Autos, die unser Tempo mitgehen können und das ist toll.”

Zu den McLaren-Konkurrenten zählt Button Ferrari, Red Bull und Mercedes. Dort hat der siebenmalige Weltmeister Michael Schumacher Buttons Platz eingenommen. “Er wird nicht langsam sein. Er wird immer noch der alte Michael Schumacher sein”, prophezeit Button. “Er würde auch nicht zurückkommen, wenn er es nicht wirklich wollen würde.”

Quelle: Motorsport-Total.com