Archive for April, 2010

Der Ausfall von Malaysia kann die Stimmung von Fernando Alonso nicht trüben: Der Ferrari-Pilot ist mit den bisherigen Ergebnissen überaus zufrieden

Fernando Alonso ist bester Dinge: Der 28-Jährige zieht trotz seines problembehafteten Rennens im malaysischen Sepang eine positive Zwischenbilanz, weil der F10 aus dem Hause Ferrari den Vergleich mit der Konkurrenz nicht zu scheuen braucht. Gemeinsam mit Teamkollege Felipe Massa liegt Alonso zudem an der Spitze beider WM-Tabellen, was den Spanier zusätzlich zufrieden stimmt.

“Die Bilanz der ersten Rennen fällt sicherlich positiv aus”, schreibt Alonso in seinem Blog. “Trotz des negativen Resultats von Sepang ist es doch traumhaft, dass ich aktuell den zweiten Rang in der Gesamtwertung belege und nur zwei Punkte Abstand auf den Spitzenreiter habe – der noch dazu mein Stallgefährte ist”, so der Ferrari-Pilot. “Außerdem führt unser Team in der Konstrukteurswertung.”

Bei aller Begeisterung über diese Errungenschaften – Sepang bedeutete für Alonso in erster Linie einen Rückschlag. Daraus macht der frühere Renault-Fahrer keinen Hehl: “In Malaysia hatten wir ein schwieriges Wochenende. Das ist schade, denn unsere Erwartungen waren sehr hoch. Wir haben in der Qualifikation allerdings eine Fehlentscheidung getroffen und mussten im Rennen dafür bezahlen.”

“Obendrein hatten wir noch ein Problem mit der Zuverlässigkeit”, sagt Alonso und verweist auf seine Schwierigkeiten im Großen Preis von Malaysia, die schließlich in einem Ausfall mündeten. Dieser wirft den zweimaligen Champion aber nicht aus der Bahn. “Das kann jedem passieren”, meint Alonso. “Wir müssen nun aber unsere Lektion daraus lernen und dürfen solche Fehler nicht wiederholen.”

Dies gelte auch für den technischen Bereich, doch “die Zuverlässigkeit bereitet mir kein Kopfzerbrechen”, gibt Alonso zu Protokoll und erklärt: “Das Team gab mir zu verstehen, dass wir in Sepang ein punktuelles Problem hatten. Es gibt zudem keine Verbindung zu den Defekten, die das Sauber-Team erlitten hat, und auch die Motorenwechsel von Bahrain haben nichts damit zu tun.”

So kann Alonso unterm Strich festhalten: “Wir waren konkurrenzfähig. Der F10 konnte sich prima an die Gegebenheiten dieser Strecke anpassen”, sagt der spanische Rennfahrer im Hinblick auf Malaysia. “Wir müssen uns aber noch immer bei der Reifennutzung verbessern – vor allem auf der ersten Runde. Unsere Geschwindigkeit im Rennen war aber okay”, findet der 28-Jährige.

Quelle: formel1.de

Felipe Massa steht vor einer Vertragsverlängerung bei Ferrari: Der brasilianische Rennfahrer soll wohl für weitere drei Jahre bei den Roten bleiben

Ferrari strebt nach Kontinuität: Die Traditionsmarke aus Maranello setzt wohl auch in den kommenden Jahren auf das inzwischen bewährte Fahrerduo um Fernando Alonso und Felipe Massa. Während Alonso erst in der aktuellen Saison zum italienischen Rennstall hinzu stieß, ist sein brasilianischer Stallgefährte bereits seit 2006 für Rot aktiv – und könnte schon bald einen neuen Vertrag erhalten.

Dies hatte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali unlängst in der ‘Sport Bild’ anklingen lassen: “Wir bauen auf Felipe und wollen das auch in Zukunft tun”, so der Italiener. Laut einem Bericht von ‘O Globo’ aus Brasilien soll Massa kurz davor stehen, seinen Vertrag bei Ferrari um drei Jahre zu verlängern. Damit würde der 28-Jährige bis mindestens 2013 für die Roten ins Formel-1-Lenkrad greifen.

Alonso, der beim Großen Preis von Bahrain gleich in seinem ersten Rennen für Ferrari zum Sieg gefahren war, steht bis einschließlich 2012 auf der Lohnliste von Ferrari und würde demnach also noch mindestens zwei weitere Saisons an der Seite von Teamkollege Massa bestreiten. Aktuell belegt das Duo die beiden ersten Positionen in der Fahrerwertung und mit Ferrari den ersten WM-Rang.

Quelle: Motorsport-Total.com

Williams ist Klassenprimus, Force India das Schlusslicht: Ein Wirtschafts-Informationsdienst analysiert die Zahlungsmoral der Formel-1-Rennställe

Das Finanzgebaren fast aller Formel-1-Rennställe hat sich zum Saisonbeginn 2010 laut Analyse des Wirtschafts-Informationsdienstes D&B verschlechtert. Der bereits zum dritten Mal in Folge erstellte Index zeigt: Hohe Investitionen belasten insbesondere die Bilanzen der Topteams. Einzig Williams und Toro Rosso stehen dank strenger Kostendisziplin besser da als noch vor einem Jahr.

Beim D&B Formel-1-Index belegt das Williams-Privatteam mit dem Topwert von 100 Punkten erstmals die Pole-Position. Dahinter reiht sich mit Sauber (96 Punkte) ebenfalls ein Privatteam ein. Es folgen Toro Rosso (92) und Mercedes (85) vor Malaysia-Doppelsieger Red Bull (83).

Im Gegensatz zu seinem Dienstwagen glänzte Sepang-Sieger Sebastian Vettel schon seit WM-Beginn mit Topleistungen. Anders als sein Team: Im Vergleich zum Vorjahresauftakt musste Red Bull beim D&B Formel-1-Index, der statistischen Prognose hinsichtlich eines finanziellen Totalschadens, sieben Punkte abgeben und landet damit aktuell nur noch im Mittelfeld.

Ferrari, Renault und McLaren im Mittelfeld

Finanziell mittelprächtig präsentieren sich auch Ferrari (76), Renault (70) und McLaren (51). Insbesondere McLaren – im Vorjahr noch mit 78 Punkten bewertet – stürzt ohne Mercedes als Geldgeber in der Bewertung ab. Belastend wirken hier sicherlich auch die Pläne von Miteigentümer und Geschäftsführer Ron Dennis, als zweites Standbein wie Ferrari edle Sportwagen an vermögende Motorsportfans zu verkaufen.

Das insgesamt schlechte Abschneiden der drei Teams ergibt sich trotz guter Finanzbasis vor allem aus verspätet bezahlten Rechnungen. Bei Ferrari warten Lieferanten und Kunden im Durchschnitt 16 Tage auf ihr Geld (Frühjahr 2009: elf Tage), beim offiziell weiterhin als Renault-Team titulierten Rennstall von Mehrheitseigentümer Gerard Lopez und seiner Luxemburger Investmentfirma Genii Capital ist das Geld fünf Tage nach vereinbartem Ziel auf dem Konto (Frühjahr 2009: sechs Tage).

McLaren hingegen versucht zumindest mit verbesserter Zahlungsmoral zu punkten: Auch wenn die Briten in der Gesamtbewertung abgerutscht sind, bemühen sie sich mit dem auf 14 Verzugstage verkürzten Zahlungsziel Überzeugungsarbeit zu leisten (Frühjahr 2009: 26 Tage).

Williams mit bester Formel-1-Zahlungsmoral

Finanziell solider wirkt das Engagement von Frank Williams: Der Namensgeber und Mitbesitzer des britischen Privatteams kann dank hoher Bonität und ehrgeizigem Schuldenabbau erstmals ein Topergebnis von 100 Punkten einfahren. Die angestrebte Konsolidierung nach dem Ausstieg von BMW (1999-2005) scheint damit abgeschlossen zu sein. Genauso wie beim zweiten BMW Ex-Partner Sauber: Mit dem zweiten Platz im D&B Formel-1-Index scheint hier allerdings das solide Schweizer Gebaren in der Vergangenheit für einen Vertrauensvorschuss zu sorgen.

Hinzu kommt: Sponsoren drängen wieder verstärkt in die Formel 1. Vor allem das Paket Mercedes-Benz in Verbindung mit Michael Schumacher erscheint hochattraktiv. So unterzeichneten Mercedes und Autonomy, eine weltweit tätige Softwarefirma, noch vor dem Grand Prix von Malaysia ohne große PR-Show einen Zweijahresvertrag. Nach Red-Bull-Konkurrent Monster ist das bereits der zweite Sponsor, der kurzfristig an Bord kommt. Medienberichten zufolge soll zudem ein weiterer Geldgeber angeklopft haben: die Deutsche Post. So kommt der Stuttgarter Hersteller seinem Ziel immer näher, künftig als Profitcenter zu agieren.

Die Neulinge sind noch nicht einschätzbar

Ganz andere Sorgen hingegen plagen die drei Neueinsteiger: Bei Virgin ist der Tank für eine Zielankunft offenbar zu klein, Lotus und HRT freuen sich über jede Zielankunft, die in den ersten Rennen gelingt. Finanziell ist eine Einschätzung laut D&B aktuell noch nicht möglich. So bleibt abzuwarten, wie lange die Neuen brauchen werden, um sportlich und finanziell Anschluss an den Rest der Teams zu finden.

Das einstige Index-Kellerkind Force India hingegen punktet zurzeit nicht nur auf der Strecke. Nach dem fünften Platz von Adrian Sutil in Sepang kletterten die Inder auch beim Formel-1-Index von nur einem Punkt auf aktuell 13. Ob damit gleichzeitig ein verbessertes Zahlungsverhalten einhergeht, kann mit Daten derzeit nicht belegt werden. Allerdings wäre eine Verbesserung wünschenswert und angebracht: Schließlich mussten Lieferanten zum Saisonbeginn im letzten Jahr ganze 72 Tage über den vertraglich vereinbarten Zeitpunkt hinaus auf ihr Geld warten.

Die Zahlungsmoral der Formel-1-Teams nach D&B:

Rennstall

Firmensitz

D&B Formel-1-Index

Zahlt Rechnungen X Tage nach Ziel

Williams

Großbritannien

100

6

BMW Sauber F1 Team

Schweiz

96

keine Angabe

Toro Rosso

Italien

92

0

Mercedes

Großbritannien

85

9

Red Bull

Großbritannien

83

1

Ferrari

Italien

76

16

Renault

Großbritannien

70

5

McLaren

Großbritannien

51

14

Force India

Großbritannien

13

keine Angabe

Quelle: Motorsport-Total.com

Hans-Gerd Ennser ist beim Großen Preis von China als Rennkommissar im Einsatz und wird in Schanghai von Ex-Formel-1-Fahrer Alex Wurz unterstützt

Den Rennkommissaren der Formel 1 entgeht nichts: Mit Argusaugen und zahlreichen technischen Hilfsmitteln überwachen die Stewards der “Königsklasse” den Trainings- und Rennbetrieb an der Strecke, um etwaige Regelwidrigkeiten und unsportliches Verhalten zu sanktionieren. Beim Großen Preis von China ist der deutsche Jurist Hans-Gerd Ennser wieder mit von der Formel-1-Partie.

Der 50-Jährige zählt in dieser Saison erstmals zur Riege der Rennkommissare in der Formel 1 und tritt damit in die Fußstapfen von ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk, der für dieses Ehrenamt nicht mehr zur Verfügung steht. “Weil FIA-Präsident Jean Todt unbedingt wieder einen Deutschen unter den Stewards haben wollte, wurde ich gefragt”, sagt Ennser gegenüber der ‘Passauer Neue Presse’.

Für den Staatsanwalt am Landgericht Passau eine einfache Entscheidung: “Ich habe natürlich zugesagt”, so Ennser, der bereits beim Saisonauftakt in der arabischen Wüste an der Strecke weilte – allerdings nur als Beobachter, um sich mit seiner neuen Rolle vertraut zu machen. Beim zweiten Saisonlauf im australischen Melbourne trat Ennser schließlich erstmals als Rennkommissar auf den Plan.

Unterstützung erhielten der Deutsche und seine beiden Kollegen von “Mister Le Mans” Tom Kristensen, welcher der Rennleitung in “Down Under” als beratender Experte zur Seite stand. Ennser lobt diesen Ansatz, der 2010 erstmals umgesetzt wird: “Das neue System mit den ehemaligen Fahrern ist nur zu begrüßen”, findet der 50-Jährige nach seinem ersten Grand-Prix-Einsatz.

Der nächste Renneinsatz steht unmittelbar bevor

Überhaupt ist Ennser begeistert von den Mitteln, die den Rennkommissaren in der Formel 1 zur Verfügung stehen: “Mehr Transparenz geht nicht”, meint Ennser im Hinblick auf die zahlreichen technischen Systeme, auf welche die Stewards bei Bedarf zurückgreifen können. Froh ist Ennser indes darüber, beim Großen Preis von Malaysia in Sepang nicht im Dienst gewesen zu sein.

Dort hatte Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel nach seinem Sieg noch bangen müssen, weil man dem 22-Jährigen ein Überholmanöver unter gelber Flagge bescheinigt hatte. Die Rennleitung sprach Vettel nach einer Anhörung aber frei, der Deutsche behielt seine 25 Punkte. Ennser hätte sich in dieser Situation nicht ganz wohl gefühlt in seiner Haut: “Da könnte man ja gleich ins Gerede kommen.”

Unterhalten kann sich Ennser schon in wenigen Tagen mit dem ehemaligen Formel-1-Piloten Alexander Wurz, der die Rennleitung beim Großen Preis von China unterstützen wird. Außerdem soll Ennser in dieser Saison noch bei mindestens zwei weiteren Rennen über die Geschehnisse auf der Strecke wachen: Der 50-Jährige wird bei den Grands Prix in Istanbul und Valencia dabei sein.

Quelle: Motorsport-Total.com

Renault-Überraschungsmann Robert Kubica erzählt, wie ihn seine Liebe zum Kartsport beinahe um die Formelkarriere gebracht hätte

Der Pole Robert Kubica ist der Prototyp eines “Petrolheads” – eines Mannes mit Benzin im Blut. Formel1 – GP. “Den interessiert nichts außer dem Rennsport”, verrät ein ehemaliger Rennfahrerkollege aus einer der Nachwuchsklassen. Legendär ist auch die Geschichte, als Kubica einmal bei einem Fahrerbriefing einschlief – zu langweilig waren ihm die ewigen Technikdiskussionen mit den Ingenieuren, erst im Cockpit ist der gläubige Mann aus Krakau so richtig in seinem Element. Das bewies er zuletzt mit zwei großartigen Rennen in Melbourne und Sepang, aber auch schon als junger, aufstrebender Kartfahrer.

Schon damals hatte er nur den Rennsport im Kopf, wie er bestätigt: “Ich wuchs in Krakau auf und da gibt es eine Kartbahn. Die nächste Strecke war etwa 120 oder 130 Kilometer weit weg. Nach der Schule stieg ich zu meinem Vater ins Auto und wir fuhren an die Strecke – und das zwei bis drei Mal pro Woche. An einem Nachmittag hatte ich dann immer rund drei bis vier Stunden Fahrzeit und wir sind am Abend wieder zurückgekommen”, erinnert sich Kubica und schwärmt von der guten, alten Zeit: “Das war nicht wie ein Job für mich, ich bin einfach so unheimlich gerne gefahren.”

Kubica: Mit 13 alleine nach Italien

Der Kartsport entwickelte sich zu Kubicas großer Liebe – dafür verließ er sogar mit 13 sein Elternhaus und zog ganz alleine ins Kart-Mekka Italien. “Natürlich habe ich meine Familie vermisst”, gibt er zu, “doch es gab keine Alternative.” Heute spricht er fließend Italienisch – und ist froh, den Schritt gewagt zu haben: “Wenn man sich mit 14 selbst um Essen, Wäsche und Leben kümmern muss, lernt man viel. Oder man hat nichts zum Beißen.”

Schon damals fiel Kubica durch seinen bodenständigen, sympathischen Zugang auf. Für ihn zählte keineswegs nur die Formel 1, auch mit “niederen” Tätigkeiten hätte er sich abgefunden, solange er nur seinem Motorsporttraum weiter nachgehen konnte: “Als ich 15 war, habe ich mich als Mechaniker für andere Piloten betätigt – sogar mit guten Ergebnissen. Ich hatte viel Spaß daran und wäre dem Sport ohnehin treu geblieben, auch wenn ich vielleicht kein Rennfahrer geworden wäre.”

Kartsport oder Formelkarriere?

Beinahe hätte Kubica sogar auf die große Karriere verzichtet – weil er sich im Kartsport so wohl fühlte: “2001 bot sich mir die Möglichkeit, in den Formelsport zu wechseln. Ich war noch recht jung und wollte es gar nicht so sehr, weil es im Kartsport noch vieles gab, was ich hätte gewinnen können.”

Nach langem Überlegen entschied er sich dann aber doch für eine Formelkarriere. “Gemeinsam mit meinen Eltern”, wie er anmerkt. Im zweiten Formel-Renault-Jahr gelang Kubica dann der Vizemeistertitel, heute sitzt er im Formel-1-Renault – und gibt sich philosophisch: “Wer weiß, vielleicht war das damals meine einzige Chance, in den Formelsport einzusteigen…”

Quelle: formel1.de

Frank Williams ist ein Gegner des Reifenkriegs, dafür hat die 18-Zoll-Idee viele Freunde – Breitere Hinterreifen ebenfalls nicht ausgeschlossen

In Malaysia wurde erstmals intensiv über das zukünftige Reifenreglement diskutiert, schließlich hat der derzeitige Monopolist Bridgestone angekündigt, sich nach Saisonende zurückzuziehen. Prompt nahmen zwei Themen Fahrt auf, die 2011 in die Formel-1-Einzug halten könnten: 18-Zoll-Felgen und eine Wiederauflage des Reifenkriegs mehrerer Hersteller.

Angeblich soll Michelin bereits in intensiven Verhandlungen mit den Formel-1-Verantwortlichen stehen, auch Kumho und Hankook werden mit Einstiegsabsichten in Verbindung gebracht. Die Gefahr, dass es keinen Reifenhersteller geben wird, besteht nicht: “Es wird Reifen geben”, stellt Frank Williams klar. “Die Frage ist nur, ob wir sie gratis bekommen oder ob wir dafür zahlen müssen. Es finden bereits Gespräche statt. Einige der Firmen haben in der Vergangenheit schon Formel-1-Reifen entwickelt, andere nicht.”

Williams ein Gegner des Reifenkriegs

Der Williams-Boss steht dem Konkurrenzkampf mehrerer Hersteller übrigens skeptisch gegenüber, denn: “Ein Reifenkrieg wäre für die Reifenfirmen sehr teuer, denn sie müssten nonstop weiterentwickeln”, äußert er Bedenken, was eine mögliche Kostenexplosion angeht. Aber auch rein sportlich gesehen würde er einen Reifenkrieg nicht als Bereicherung empfinden: “Wir wollen doch, dass vor allem die Fahrer die Rennen entscheiden und nicht andere Faktoren, oder?”

Die Diskussion über die 18-Zoll-Felgen wird da schon wohlwollender geführt. Zwar ging durch die Reihen der Fans erstmal ein Aufschrei, als realisiert wurde, dass die Formel-1-Hinterreifen damit bald aussehen könnten wie in Le Mans oder in der DTM, doch die Teams empfinden diesen Schritt als sinnvolle Annäherung an die Serienproduktion. Nicht zuletzt deshalb stehen sie dem offenbar von Michelin eingebrachten Vorschlag offen gegenüber.

“Wenn ein Reifenhersteller in die Formel 1 kommt, müssen wir dessen Ziele respektieren und versuchen, diese mit den Zielen der Teams zu verbinden”, sagt Mercedes-Teamchef Ross Brawn. “Wenn wir uns gegen Veränderungen sperren, werden wir nicht mehr so attraktiv sein. Das 18-Zoll-Rad ist ein Vorschlag, dem die Teams sehr offen gegenüberstehen. Wir müssen aber aufpassen, dass besonders für die kleinen Teams kein Nachteil entsteht.”

Stärkere Bremsen, weniger Überholmanöver?

Williams-Technikchef Sam Michael hält die 18-Zoll-Hinterräder sogar für “eine großartige Idee, wenn das Aeroreglement entsprechend angepasst wird. Es würde die Formel 1 der wirklichen Welt näherbringen”, findet er. “Außerdem sind 13 Zoll ein sehr spezifisches Reifenformat. Das kann Firmen abschrecken, die sonst vielleicht interessiert wären. Die aktuellen Reifen sind sehr spezifische Rennreifen, wohingegen man das Wissen von 18-Zoll-Rädern viel eher auf den Sportwagenbereich und in die Serie übertragen könnte.”

Einwurf: Ein höherer Felgendurchmesser bedeutet theoretisch auch größere Bremsscheiben und damit eine noch effizientere Bremsleistung. Wird das Überholen damit noch schwieriger? “Das glaube ich nicht”, entgegnet Michael. Renault-Teamchef Eric Boullier erkennt darin sogar einen potenziellen Vorteil: “Statt zwei Bremssätzen für ein Wochenende würdest du mit zwei Sätzen vielleicht sechs Rennen fahren können, weil mehr Energie absorbiert werden kann.”

Eine andere Idee ist, mit den 18-Zoll-Felgen auch gleich breitere Hinterreifen einzuführen, was der Mehrheit der Fans sicher gefallen würde. Aber Martin Whitmarsh ist davon zumindest nicht hundertprozentig überzeugt: “Ich bin mir nicht ganz sicher, was das bringen soll”, sagt der McLaren-Teamchef, fügt dann aber doch an: “Das Argument ist wohl, dass man mit mehr mechanischem und weniger aerodynamischem Grip besser hinter einem anderen Auto fahren kann. Das klingt eigentlich schon nach der richtigen Richtung.”

Quelle: formel1.de

Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost über die ersten Saisonpunkte seines Teams, die Situation seines Rennstalls und das Potenzial seiner Angestellten

Beim dritten Saisonrennen der Formel 1 wusste Toro Rosso erstmals 2010 schwer zu überzeugen: Sowohl Jaime Alguersuari als auch Sébastien Buemi waren Grand Prix von Malaysia stark unterwegs und holten unterm Strich zwei Punkte für ihren Rennstall. Damit ist Teamchef Franz Tost zufrieden – für den Augenblick, denn der Österreicher hat es auf weitere gute Formel-1-Resultate abgesehen.

“Wir sind sehr froh, dass wir am Wochenende durch Jaime Alguersuari unsere ersten Punkte geholt haben. Zuvor hätte ich nicht zufrieden sein können”, wird Tost von ‘APA’ zitiert. “Das einzige, was zählt, sind die Ergebnisse. Alles andere interessiert mich nicht. Pech oder Glück gibt es nicht, es gibt nur Vermögen und Unvermögen”, erläutert das österreichische Teamoberhaupt von Toro Rosso.

“Das ist das Schöne an der Formel 1: Man sieht jede zweite Woche, ob man gut oder schlecht gearbeitet hat”, sagt Tost. Von den zuweilen wiederkehrenden Gerüchten um die Zukunft seines Teams lässt sich der 54-Jährige nicht beeindrucken: “Es gibt keine Unsicherheit im Team, es hat zu viele Meldungen gegeben in der Vergangenheit. Da hat auch nicht immer alles gestimmt.”

“Alles andere entscheiden sowieso Red Bull und Dietrich Mateschitz. Wie der Stand der Dinge ist, müssten sie schon ihn selbst fragen. Ich lasse mich nicht von etwas aus dem Konzept bringen, das ich sowieso nicht beeinflussen kann”, meint Tost. Ganz im Gegenteil – Toro Rosso könnte seine Kapazitäten sogar noch ausbauen: “Wir können noch Leute einstellen”, bestätigt Tost.

“Wir wollten zuerst schauen, wie es uns beim erstmaligen Designen eines völlig eigenen Autos geht. Wo noch Defizite bestehen, werden wir noch Fachkräfte hereinholen. Dieser Prozess wird sich bis August oder September hinziehen”, kündigt der Teamchef an. “Wir haben die bestehende Infrastruktur gut und effizient genützt – wie effizient, das werden nur die weiteren Resultate zeigen.”

Quelle: formel1.de

Ist es im Albert Park von Melbourne schon zu dunkel, wenn die Formel 1 die Zielflagge sieht? Die Veranstalter sehen diesbezüglich keinerlei Probleme

Viele Jahre lang musste man sich als europäischer Rennfan frühmorgens aus dem Bett stemmen, um den Großen Preis von Australien live am Fernseher zu verfolgen. Das war Formel-1-Chef Bernie Ecclestone schon immer ein Dorn im Auge, weshalb sich der Brite für eine Verschiebung der Startzeit stark machte – und entsprechenden Druck auf die örtlichen Veranstalter im Albert Park ausübte.

Das Ergebnis ist bekannt: Seit 2009 beginnen die Formel-1-Rennen von Melbourne um 17 Uhr Ortszeit, was zwar dem europäischen TV-Publikum entgegen kommt, die Fahrer aber vor ganz neue Probleme stellt – der Grand Prix endet in der australischen Dämmerung. Erste Bedenken wurden diesbezüglich bereits im vergangenen Jahr laut und auch 2010 hagelte es durchaus Kritik.

“In Australien war es über dem Limit. Am Ende des Rennens war es sicherlich zu dunkel”, sagte Formel-1-Rückkehrer Michael Schumacher im Anschluss an den Großen Preis von Australien – viele Fahrerkollegen pflichten dem siebenmaligen Weltmeister bei. Rennchef Ron Walker sieht diese Situation aber vollkommen anders, wie er der ‘Herald Sun’ am vergangenen Wochenende verriet.

“Es ist klarerweise nicht gefährlich”, meint der Australier und deutet mit dem Finger auf die Protagonisten der Formel 1: “Die Fahrer kannst du halt nicht zufrieden stellen. Das ist eine Bande träger Leute, die nichts dafür tun wollen, um dem Sport zu helfen – abgesehen von zwei oder drei Piloten vielleicht. Viele Fahrer sind Primadonnas und niemals zufrieden”, wettert Walker.

Nicht vollkommen zufrieden ist auch der Automobil-Weltverband (FIA), der in diesem Jahr eine spezielle Lichtmessung vorgenommen hat, um die Situation einzuschätzen. Weil Melbourne aber einen Vertrag als Dämmerungsrennen habe, so Regierungssprecher Chris Owen, sei die Startzeit des Grand Prix’ auf fünf Jahre fixiert. Man werde allerdings die Hinweise der FIA beachten, meint Owen.

Ob Ecclestone mit einer Vorverlegung des Rennens einverstanden wäre, muss dahingestellt bleiben. Dem Formel-1-Chef schwebt schließlich schon seit geraumer Zeit ein Nachtrennen in Australien vor, was schon bald eine andere australische Großstadt erfüllen könnte: Sydney brachte sich vor wenigen Wochen ins Gespräch und denkt lautstark darüber nach, das Rennen auszutragen – auch nachts…

Quelle: formel1.de

McLaren-Pilot Lewis Hamilton fordert eine bessere Leistung von seinem Team – Australien und Malaysia trotzdem “stärkste Rennen seit langem”

In den Grands Prix von Australien und Malaysia wusste Lewis Hamilton jeweils schwer zu überzeugen, doch in diesen Rennen ging es für den McLaren-Piloten eigentlich nur um Schadensbegrenzung: In Melbourne hatte Hamilton den Einzug in das Top-10-Finale der Qualifikation verpasst, in Sepang war das britische Traditionsteam eiskalt vom Qualifikations-Regen erwischt worden.

So blieb Hamilton am Sonntag keine Wahl, als sich erneut von hinten durch das Feld zu wühlen, um wenigstens noch ein paar WM-Punkte zu retten. Dies gelang dem 25-Jährigen auf spektakuläre Art und Weise, bewies Hamilton in Malaysia doch einmal mehr seine Stärke im Zweikampf. Vollkommen zufrieden war der Weltmeister von 2008 mit dem sechsten Rang in Sepang allerdings nicht.

“Wir können es uns nicht leisten, solche Rennen zu haben”, wird Hamilton vom ‘Telegraph’ zitiert. “Ich weiß nicht, wie viele solcher Rennen ich noch bestreiten kann. Das ist keineswegs einfach”, betont der britische Rennfahrer und fügt an: “Dieses Wochenende hat gezeigt, dass wir die Geschwindigkeit haben” – im Trockenen wäre laut Hamilton ein Startplatz in den beiden ersten Reihen drin gewesen.

Den Hitze-Grand-Prix von Malaysia hat der McLaren-Fahrer nun aber abgehakt: “Ich kann mich eigentlich nicht beschweren”, meint Hamilton. “Ich denke, in den vergangenen beiden Rennen habe ich eine gute Leistung gezeigt. Das waren wahrscheinlich meine stärksten Rennen seit langem – vielleicht meine besten überhaupt”, so Hamilton. “Wenn alles klappt, sind wir superschnell.”

Quelle: Motorsport-Total.com

Ross Brawn kann die Ursache für Michael Schumachers Ausfall in Malaysia nicht genau nachvollziehen – Parallelen zu Sebastian Vettel

Zwar ist bekannt, dass sich bei Michael Schumacher heute die Radmutter links hinten gelöst hat, was zum Ausfall des siebenfachen Weltmeisters im Grand Prix von Malaysia führte, aber was die Ursache dafür war, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geklärt. Das liegt daran, dass die fragliche Radmutter nicht mit dem Auto zurück an die Box gebracht wurde.

Ob sie noch irgendwo am Streckenrand liegt oder ob ein Streckenposten oder Fan zugelangt und sie als Souvenir mitgenommen hat, weiß niemand. Sportwetten, ganz einfach mit bwin.com. Das macht es nicht einfacher, dem Problem auf den Grund zu gehen: “Leider hat das Sicherungssystem die Radmutter nicht lange genug auf der Nabe gehalten. Das macht es für uns doppelt schwierig, den Schadensverlauf zu rekonstruieren”, wird Ross Brawn von ‘auto motor und sport’ zitiert.

“Wir haben auf der Telemetrie gesehen, dass das Rad kurz schlackerte, und Michael berichtete von einer starken Vibration. Dann spürte er plötzlich keinen Vortrieb mehr”, erklärt der Mercedes-Teamchef, der eine genaue Analyse plant: “Wir müssen diesen Bereich mit Sensoren noch besser überwachen und sämtliche Daten aus der Vergangenheit noch einmal durchforsten – in der Hoffnung, einen Anhaltspunkt zu finden.”

Parallelen zum Ausfall von Sebastian Vettel vor einer Woche in Australien sind nicht zu übersehen: Beim Red-Bull-Piloten war die Radmutter links vorne zu locker gewesen, sodass das Rad nicht mehr fest auf dem Radträger saß. Das führte dazu, dass die Stifte, mit denen das Moment auf das Rad übertragen wird, abgeschürft wurden. Erst spürte Vettel nur Vibrationen, dann ging aber im entscheidenden Moment die gesamte Bremskraft jenes Rades ins Leere.

Vorangegangen war dem Schaden ein harter Ritt über einen Randstein, wobei nicht hundertprozentig geklärt ist, ob die lockere Radmutter eine Folge davon war. Auch Schumacher ratterte kurz vor seinem Ausfall mit den beiden linken Rädern in Kurve sechs brutal über die Curbs. Laut ‘auto motor und sport’ war das aber nicht der Auslöser, sondern schon eine Folge der losen Radmutter. Ein paar Meter weiter musste Schumacher seinen MGP W01 abstellen.

Quelle: Motorsport-Total.com