Archive for Juni, 2010

Zuletzt ist Sébastien Buemi von Dr. Helmut Marko scharf kritisiert worden, nach dessen Leistung in Kanada gab es aber Lob vom Österreicher

Bis zum Grand Prix von Kanada lief es für Sébastien Buemi so gar nicht nach Wunsch. Der junge Schweizer hatte viel Pech in den Rennen und war des öfteren auch noch langsamer als sein Teamkollege Jaime Alguersuari. Red Bulls Motorsportkonsulent Dr. Helmut Marko fand zuletzt ganz klare Worte. Er forderte eine deutliche Leistungssteigerung vom 21-Jährigen, wenn er auch noch in der kommenden Saison für Toro Rosso fahren wolle.

Buemi reagierte höchst professionell auf diese Kritik. Er fuhr in Montréal sein bisher bestes Saisonrennen und kam als Achter ins Ziel, obwohl es technische Probleme an seinem Auto gab. So eine Reaktion gefällt auch Marko, der dem Schweizer gegenüber dem ‘Blick’ sein Lob aussprach: “Das ist der Buemi, den wir sehen wollen. Aggressiv, kontrolliert und superschnell. Selbst mit einem gebrochenen Auspuff hat er alle begeistert.”

Auch Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost gratulierte seinem Schützling zu einem ausgezeichneten Rennen, vor allem weil dieser vor Michael Schumacher ins Ziel kam. “Von diesem sensationellen Manöver gegen Schumacher wird man noch lange reden. Drei Kurven lang hat er ihn attackiert und dann zugeschlagen. Auch die erstmalige Führung in einem Formel-1-Grand-Prix wird ihm niemand mehr nehmen”, freut sich Tost, der daran glaubt, dass es nun für Buemi aufwärts gehen wird: “Buemi hat die besten Zeiten noch vor sich. Er weiß, dass er bei uns in guten Händen ist und wir keinen unnötigen Druck aufbauen.”

Quelle: Motorsport-Total.com

Robert Kubica ärgert sich über die falsche Strategie in Montréal und erklärt, warum der Zwischenfall mit Adrian Sutil unvermeidlich war

Es war die am gefährlichsten aussehende Szene des Rennens, als Robert Kubica gestern in Montréal erst von Adrian Sutil überholt wurde, dann aber plötzlich wieder ausscherte – und vor dem Force India an die Box abbog! Von der Rennleitung wurde er dafür lediglich verwarnt. Im Interview mit ‘Motorsport-Total.com’ erklärt er, warum eine drastischere Strafe nicht gerechtfertigt gewesen wäre.

Frage: “Robert, möchtest du das Rennen kurz aus deiner Sicht zusammenfassen, bitte?”
Robert Kubica: “Es war aus Reifensicht ein schwieriges Rennen. Leider hat unsere Strategie nicht funktioniert. Unsere Reifenwahl war nicht die beste. Das sagt sich nach dem Rennen leicht, aber wir hatten einen sehr hohen Verschleiß und ich musste im ersten Stint leider schon sehr früh an die Box kommen.”

Mehrere harte Zweikämpfe

“Im zweiten Stint war es noch schlimmer. Sobald die Reifen nachließen, rutschte das Auto nur noch herum – es war sehr schwierig, es überhaupt auf der Strecke zu halten. Dann hatte ich noch ein paar enge Zweikämpfe – zuerst mit Heikki, dann mit Michael und dann mit Adrian. Es war ein actionreiches Rennen. Zum Glück bin ich Siebter geworden, was heute das Maximum für uns war.”

Frage: “Wurde dein Auto beschädigt, als du mit Michael Schumacher über die Wiese gefahren bist?”
Kubica: “Nein. Es war nur mein Frontflügel auf der rechten Seite leicht beschädigt, weil ich mit Heikki und Adrian Kontakt hatte, aber das war kein großer Schaden. Außerdem ist der Frontflügel hier in Kanada nicht ganz so wichtig. Das war wirklich nur ein kleiner Schaden.”

Frage: “Wie war der Zweikampf mit Michael? Ihr hattet gleich zweimal Kontakt, oder?”
Kubica: “Ja, zweimal – das erste Mal, als er aus der Box rauskam. Wir waren nebeneinander und er hat mich in die Wiese gedrückt. Beim Anbremsen der dritten Kurve wollte keiner nachgeben. Ich habe den Bremspunkt verpasst, er auch, also mussten wir beide von der Strecke runter.”

Frage: “Am Start habt ihr euch auch berührt, oder?”
Kubica: “Wirklich? Vielleicht, das weiß ich gar nicht.”

Frage: “Wie hast du die Situation mit Adrian Sutil an der Boxeneinfahrt erlebt? Von außen sah das sehr gefährlich aus…”
Kubica: “Es war eine merkwürdige Situation, denn ich wollte an die Box fahren, um Reifen zu wechseln. Leider war er auf der Linie, die in die Box führt, also gab ich nach und ließ mich hinter ihn fallen, aber dann bremste er früher als üblich und ich musste ausweichen – gerade in dem Moment, als ich nach links ziehen wollte, um an die Box zu fahren! Um einen Unfall zu vermeiden, musste ich dieses Manöver machen, sonst wäre ich voll in ihn reingefahren.”
Diesmal keine Safety-Car-Phase

Frage: “Bist du überrascht, dass es heute keine Safety-Car-Phasen gegeben hat?”
Kubica: “Ja, das ist eine Überraschung. Es gab halt keinen schweren Unfall. Da hatten wir Glück, denn normalerweise gibt es hier in Kanada immer mehr Safety-Cars, aber das heute war ein reibungsloses Rennen.”

Frage: “Sind die Streckenbedingungen besser geworden?”
Kubica: “Nicht wirklich. Wenn du mit vollgetankten Autos startest und die Reifen nach drei, vier Runden abbauen, ist es sehr schwierig. Das Fahren hat keinen Spaß gemacht, sondern es ging eher darum, das Auto auf der Strecke zu halten.”

Frage: “Wäre heute mehr drin gewesen, wenn ihr eine andere Strategie gewählt hättet?”
Kubica: “Vielleicht schon. Im Nachhinein betrachtet hätte ich mich vielleicht für die zweite Reihe qualifiziert, wenn wir Q3 mit weichen Reifen gefahren wären, und dann hätte sich das Rennen womöglich ganz anders entwickelt. Aber wenn ich mir überlege, wie hoch der Verschleiß der harten Reifen war, dann war es einfach ein schwieriges Rennen.”

Frage: “Wie konntest du die schnellste Rennrunde fahren?”
Kubica: “Ich hatte ja am Ende neue Reifen, weil ich erst zwei Runden davor an die Box gekommen war. Wenn die Reifen gut waren, haben auch meine Zeiten gestimmt, aber das Problem war, die Reifen am Leben zu halten. Wenn du am Ende ein leichtes Auto und frische Options hast, dann ist klar, dass du schneller fahren kannst als der Rest.”

Frage: “Dein Ausblick auf Valencia?”
Kubica: “Die Strecke ist ganz ähnlich wie diese, mit vielen Geraden und vielen harten Bremsmanövern, langsamen Kurven. Der Asphalt wird aber mehr Grip haben, sodass das Fahren mehr Spaß machen sollte. Ich erwarte auch neue Teile, die eigentlich schon hier da sein hätten sollen, aber wir haben sie um ein Rennen verschoben. Darauf freue ich mich schon.”

Quelle: Motorsport-Total.com

Schon im Vorfeld rechnete man damit, dass man in Montréal nicht absolut konkurrenzfähig sein wird, am Ende holten beide Piloten wertvolle Punkte

Für das Red-Bull-Team ging die Reifenwahl beim Großen Preis von Kanada nicht auf. Lewis Hamilton konnte ungefährdet von der Pole-Position zum Sieg fahren. Für Sebastian Vettel und Mark Webber ging es sogar nach hinten. Der Deutsche wurde am Ende Vierter, Webber kam dahinter ins Ziel.

“Ich war überrascht, dass ich als Führender zu meinem ersten Boxenstopp kam, jedoch als Vierter wieder auf die Strecke zurück ging”, so Vettel. “Ich denke, dass alles, was wir vorhergesagt hatten, von unserer Seite aus der Fall war. Die anderen kamen früh an die Box, um wie erwartet neue Reifen abzuholen.”

“Üblicherweise wäre ihr Rennen damit gelaufen gewesen, da sie in Verkehr auf die Strecke hätten kommen sollen, aber das passierte nicht. Als wir von unserem Boxenstopp zurück auf die Strecke kamen, lagen sie vor uns. Wir müssen aus diesem Grund verstehen, was da passiert ist.”

“Ansonsten hatte ich von der Hälfte des Rennens an ein Problem mit dem Getriebe, was bedeutete, dass ich langsamer machen musste. Wegen überrundeter Autos verlor ich in zwei Runden sechs Sekunden auf Jenson, ich war aus diesem Grund nicht in der Lage, um das Podium zu kämpfen. Es ist jedoch gut, dass wir diese finalen Positionen erzielt haben.”

Als wir in das Wochenende gingen, waren wir nicht die Favoriten, aber tatsächlich hatten wir eine sehr gute Geschwindigkeit und wir haben damit ein paar Leute überrascht. Wir konnten während des Rennens aufgrund der Art und Weise, wie es sich entwickelt hat, unsere wahre Geschwindigkeit nicht zeigen. Aber es ist viel versprechen.”

“An der Spitze der Tabelle ist es ein enger Kampf, und wie wir gesehen haben, können sich die Dinge sehr schnell ändern. Von unserer Seite gibt es keinen Grund zur Panik, wir haben ein sehr gutes Auto und wir freuen uns auf Valencia.”

“Die Reifen spielten im heutigen Rennen eine gewaltige Rolle”, so Webber. “Schlussendlich haben wir unser Bestes gegeben. Ich habe nach der Strafe heute Morgen gemischte Emotionen. Am Start hatte ich ein paar gute erste Runden, aber das setzte dem ersten Reifensatz zu, weswegen ich etwas früher an die Box kommen musste als ich wollte.”

“Im zweiten Abschnitt des Rennens lag ich vorn und habe den Abstand auf Lewis beobachtet. Ich zog zu Beginn etwas weg, da er die Geschwindigkeit auf dem Weg ins Ziel kontrollierte. Ich versuchte, meine Geschwindigkeit konstant zu halten, aber schlussendlich wollten die Reifen die Geschwindigkeit nicht, und dann lassen sie einen im Stich. Es ist praktisch unmöglich, die Reifen hier davon abzuhalten, abzubauen, egal, wie langsam man fährt.”

“Schlussendlich war es nicht wirklich eine Überraschung, dass ich von meinem zweiten Boxenstopp auf der fünften Position zurück kam, da ich wusste, dass die Leute an der Spitze knapp hinter Lewis lagen. Wir drehten dann die Drehzahl zurück, um das Auto für das kommende Rennen zu schonen.”

“Wir hatten erwartet, dass dies ein hartes Event werden würde, und am Ende waren wir näher dran, als wir dies erwartet hatten. Ich wollte heute etwas Champagner bekommen, das hat nicht geklappt, aber wir werden zurückschlagen.”

“Das war heute Nachmittag ein interessantes Rennen”, so Teamchef Christian Horner. “Wir haben mit den harten Reifen strategisch etwas anderes probiert, aber trotz der Tatsache, dass sie es geschafft haben, die Autos auf die Positionen eins und zwei zu bekommen, hatten wir nicht die Geschwindigkeit, um auf den harten Reifen davon zuziehen.”

“Wir wandten im mittleren Teil des Rennens für beide Autos eine andere Strategie ein, setzten Sebastian auf den weichen Reifen, während wir Mark auf den harten setzten. Unglücklicherweise hatte Sebastian von der Hälfte des Rennens an ein Problem mit dem Getriebe, mit dem wir umgehen mussten, um sicherzustellen, dass das Auto ins Ziel kommt.”

“Wir sollten über den vierten und fünften Rang nicht enttäuscht sein, das sind immer noch wertvolle Punkte für beide Meisterschaften. Und sie haben sie beide auf einem Kurs geholt, von dem wir immer wussten, dass wir nicht besonders stark sein würden.”

“In Bezug auf das Ergebnis war es kein besonders großartiges Wochenende”, so Renault-Chefingenieur Fabrice Lom. “Wir haben ein paar Punkte geholt, aber nicht so viele, wie wir nach dem gestrigen Qualifying-Ergebnis erwartet hatten. Gleichzeitig muss man sagen, dass die Strecke zu den Motoren sehr hart ist, und das Positive ist, dass wir ein weiteres fehlerfreies Wochenende hatten, was ermutigend ist.”

Quelle: formel1.de

Lewis Hamilton im Abschlusstraining vor Mark Webber und Fernando Alonso – Nico Rosberg nach technischen Problemen nur auf Platz 18

Ein überaus spannendes Qualifying zeichnet sich beim Grand Prix von Kanada ab. Denn im (nur anfangs feuchten, dann komplett trockenen) Abschlusstraining in Montréal sicherten sich vier verschiedene Autos die besten vier Positionen; in den Top 7 landeten sogar sechs verschiedene Teams! Die Bestzeit sicherte sich diesmal Lewis Hamilton im McLaren-Silberpfeil.

Hamilton lag schon vor dem letzten Run auf weichen Reifen in Führung, konnte sich dann aber noch einmal auf 1:16.058 Minuten steigern. Am Ende musste er sogar früher als geplant an die Box kommen, weil er in der schnellen Rechts-Links-Schikane leicht die Mauer touchierte und nichts mehr riskieren wollte. Richtig mit ihm mithalten konnte nur WM-Leader Mark Webber – und selbst der hatte 0,282 Sekunden Rückstand.

Webber mit Zwischenbestzeit

Doch für den Red-Bull-Piloten wäre mehr drin gewesen, wenn er nicht seinen letzten Run nach Zwischenbestzeit im ersten Sektor wegen gelber Flaggen hätte abbrechen müssen. Generell scheint Red Bull auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke gut bei der Musik zu sein, womit im Vorfeld des Wochenendes nicht alle Experten gerechnet hatten. Sebastian Vettel (+0,524) wurde wieder solider Fünfter – und das ohne Steigerung mit den weichen Reifen.

Bridgestone scheint an diesem Wochenende ohnehin der Schlüssel zu einem guten Ergebnis zu sein, denn nachdem schon gestern viele Grainingprobleme hatten, regnete es über Nacht, sodass die helfende Gummispur wieder weggewaschen wurde. Dementsprechend schwer taten sich manche, mit den weichen Reifen schneller zu fahren als mit den harten. Erst auf der zweiten fliegenden Runde scheinen die Supersofts gegenüber den Mediums klar im Vorteil zu sein.

Norbert Haug rechnet trotz des Grainings damit, dass die Top-10-Finalisten im Qualifying mit den weichen Reifen fahren werden – und seine beiden Piloten sieht er sowieso in Q3 gesetzt: “Es sieht viel besser aus, als es die Ergebnisliste im Moment beschreibt. Ich glaube, dass wir einen ganz guten Job machen können”, so der Mercedes-Sportchef, der Michael Schumacher auf P4 und Nico Rosberg auf P18 notieren durfte.

Probleme bei Rosberg und Chandhok

Letzterer stand jedoch nach seiner Installationsrunde bis zwei Minuten vor Schluss wegen Problemen mit Kupplung und/oder Getriebe an der Box und konnte sich erst im Finish noch ein wenig für das Qualifying einrollen. Ein mechanischer Defekt behinderte sonst nur Karun Chandhok (HRT), der gleich zu Beginn am Ende der Boxengasse stehen blieb, sich sofort umzog und in der Folge nicht mehr ins Geschehen eingreifen konnte.

Fernando Alonso (Ferrari) fuhr unauffällig auf Platz drei, sein Teamkollege Felipe Massa wurde mit 1,173 Sekunden Rückstand nur Elfter. Der Brasilianer spulte 16 Runden ab, obwohl er seinen F10 bei einem Mauerkuss beinahe weggeworfen hätte. Ähnliche Schrecksekunden erlebten Pedro de la Rosa (Sauber/15.), der einen Drift geschickt abfangen konnte, und Sébastien Buemi (Toro Rosso/16.), der zweimal neben der Strecke gesehen wurde.

Sutil wieder flott unterwegs

Ermutigend aus deutscher Sicht: Adrian Sutil (Force India) bestätigte seine starke Freitagsform und landete mit 0,615 Sekunden Rückstand auf Rang sieben, hielt damit den ebenfalls schnellen Vitantonio Liuzzi (9.) knapp in Schach. Bei Williams war indes Montréal-Neuling Nico Hülkenberg (11.) erneut klar vor Routinier Rubens Barrichello (17.). Timo Glock (Virgin) wurde als drittbester Vertreter der neuen Teams 21.

Glocks Teamkollege Lucas di Grassi sorgte mit einem Dreher in letzter Minute für gelbe Flaggen, Robert Kubica (Renault/6.) für Unbehagen bei Schumacher: Der Pole wäre dem kurz unachtsamen Rekordweltmeister im Senna-S beinahe ins Heck gefahren und beschwerte sich darüber mit einer eindeutigen Geste. Auch sonst war Kubica unzufrieden: “Ich habe sehr wenig Grip, die Reifen funktionieren nicht. Ich rutsche nur herum, habe Über- und Untersteuern gleichzeitig.”

Ein klarer Favorit auf die Pole-Position zeichnet sich nach 240 Minuten auf dem Circuit Gilles Villeneuve noch nicht ab, zumal sich die Streckenverhältnisse bis zum Qualifying durchaus noch einmal ändern könnten. Aber McLaren scheint das Tief vom Freitagnachmittag überwunden zu haben und mit Red Bull muss man sowieso immer rechnen. Die Frage ist, ob auch Ferrari und Mercedes in der Entscheidung zulegen können.

Quelle: formel1.de

Nachdem es am Nachmittag in Montréal rund lief, blickt das Ferrari-Team optimistisch auf den Rest des Wochenendes in Kanada

Nachdem sich das Ferrari-Team am Vormittag noch erstaunlich schwach gezeigt hatte, lief es für die italienische Mannschaft am Nachmittag deutlich besser. Im 2. Freien Training zum Großen Preis von Kanada belegte Fernando Alonso mit 0,086 Sekunden Rückstand den zweiten Rang, Teamkollege Flipper Massa wurde mit 0,524 Sekunden Abstand auf der fünften Position geführt. Formel1-Wetten für die Saison 2010.

“Das Ergebnis vom Freitag sagt uns wenig”, so Alonso. “In der zweiten Einheit in der Türkei waren wir nicht allzu schlecht unterwegs, und dann haben alle gesehen, was im Qualifying und im Rennen passiert ist. Wir müssen weiterhin versuchen, unser Bestes zu geben, und dann lasst uns schnauen, was wir tun können. Ein Podium, ein Platz in den Punkten, ein Rennsieg: das finale Ergebnis hängt von so vielen Faktoren ab, und das Wichtige ist, sich auf die Arbeit zu konzentrieren.”

“Wir haben an den Bremsen gearbeitet, die ja sehr stark belastet werden, und an verschiedenen Setups des Autos mit verschiedenen Niveaus an Abtrieb. Wir haben immer noch ein paar weitere Ideen, die wir morgen ausprobieren werden, bevor wir eine finale Entscheidung fällen.”

“Der weiche Reifen nutzt sich sehr schnell ab, aber heute ist erst Freitag und die Bedingungen auf der Strecke werden sich zwischen jetzt und Sonntag deutlich verändern. In Bahrain waren wir nach dem ersten Tag alle besorgt, aber dann sind wir alle rund um die 20. Runde an die Box gekommen, ohne irgendwelche Probleme zu haben. Wir müssen versuchen, ein gutes Rennen zu haben, immer im Hinterkopf behalten, dass unser ultimatives Ziel der WM-Titel ist.”

“Es war kein einfacher Tag”, so Massa. “Besonders in Bezug auf die Abnutzung der Hinterreifen, ein Faktor, der im Rennen am Sonntag eine entscheidende Rolle spielen könnte. Auf Basis dessen, was wir heute gesehen haben, scheint unser Auto konkurrenzfähiger zu sein als in den Rennen zuvor. Der Abstand auf die stärksten Teams wie Red Bull und McLaren scheint kleiner zu sein, und ich hoffe wirklich, dass wir wieder um Top-Platzierungen kämpfen können.”

“Einer der komplexesten Aspekte ist es, den richtigen Kompromiss zwischen Höchstgeschwindigkeit, welche man auf den Gerade benötigt, und Stabilität bei der Traktion und beim Bremsen zu finden. Wir haben ein paar Ideen im Hinterkopf, von welchen ich hoffe, dass sie uns in die richtige Richtung bringen.”

“So wie es immer am Freitag der Fall ist, hatten wir ein voll gepacktes Arbeitsprogramm”, so Chefingenieur Chris Dyer. “Es gab verschiedene neue Elemente, mit denen wir experimentiert haben, zusätzlich zur normalen Arbeit der Feinabstimmung am Setup und im Vergleich der beiden Reifentypen. Es gab ein paar wenige kleinere Probleme, welche den Tag komplizierter gestaltet haben, aber gleichzeitig haben wir es geschafft, uns durch den Plan zu arbeiten.”

“Auf Basis dessen, was wir heute gesehen haben, scheinen die Reifen auf eine kurze Distanz gut zu arbeiten, auf den Longruns scheint sich der weiche Reifen sehr schnell abzunutzen, eine Situation, die alle zu betreffen scheint, nicht nur uns. Wir werden sehen, wie sich die Streckenbedingungen morgen entwickeln werden. Der Kurs ist zu den Bremsen sehr hart, von unserem Standpunkt aus scheint die Situation unter Kontrolle zu sein.”

“Das Wochenende hat für uns auf dem richtigen Fuß begonnen”, so Teamchef Stefano Domenicali. “Denn wir haben gut gearbeitet und gezeigt, dass wir konkurrenzfähiger sind als vor zwei Wochen in der Türkei.”

“Gleichzeitig sind wir uns natürlich sehr wohl bewusst, dass die Zeiten vom Freitag nicht viel bedeuten, denn es gibt so viele unbekannte Faktoren, die einen Einfluss auf sie haben. Nun bekommen wir es mit einem Nachmittag und einer Nacht zu tun, während der wir alle gesammelten Daten analysieren werden. Vom morgigen Qualifying an werden wir versuchen, den Schritt vorwärts zu bestätigen, den wir heute gezeigt haben.”

Quelle: formel1.de

McLaren-Star Lewis Hamilton ist nach dem Sieg in der Türkei voll motiviert – und stichelt: Red Bull habe nicht das beste Auto, bald auch nicht mehr das schnellste

Lewis Hamilton hat Lunte gerochen. Mit dem Triumph in der Türkei beendete der Brite eine Serie von neun sieglosen Rennen. Eine bittere Dürreperiode für jemanden, der bereits in der Debütsaison beinahe Weltmeister geworden wäre. Doch dieser Sieg war wichtig für den McLaren-Star, plötzlich sieht er sich selbst wieder voll im WM-Rennen, wie er gegenüber dem ‘Guardian’ klarstellt: “Ich bin wieder voll da, doch so ist es eben mit dem neuen Punktesystem. In den letzten Rennen bin ich aber gut in Schuss gekommen. Ich wartete einfach auf die richtige Gelegenheit, in der Türkei habe ich sie mit beiden Händen am Schopf gepackt.”

Dennoch steht noch ein hartes Stück Arbeit bevor, weiß Hamilton: “Schon vor der Türkei war ich nicht so weit hinten und trotz des Sieges fehlen mir noch neun Punkte, ich habe also nicht so viel Boden gut gemacht. Ich mache jetzt natürlich keine Luftsprünge. Wirklich lachen werde ich nur am Ende der Saison, sollte ich vorne liegen.”

Hamiltons Rückkehr zur ersten Triumphstätte

Zum großem Sprung will Lewis Hamilton nun in Kanada ansetzen – der Strecke, wo er 2007 seinen ersten Grand-Prix-Sieg gefeiert hatte. “Das fühlt sich so an, als wäre es ewig her”, erinnert sich Hamilton. “Doch ich habe immer noch großartige Erinnerungen an dieses Wochenende: Zuerst die Pole-Position, dann die verrückte Anzahl an Safetycar-Phasen, die Ungewissheit der letzten Runden – und dann: das Überfahren der Ziellinie. Das war so ein mächtiges Gefühl der Erleichterung und der Begeistertung zugleich. Einfach fantastisch.”

Auch dieses Jahr scheint ein Sieg auf dem Circuit Gilles Villeneuve möglich, weiß der Weltmeister 2008, auch wenn das Gefühl vermutlich nicht mehr so intensiv sein wird wie 2007: “Es ist großartig, hierher 2010 zurückzukehren, denn die Strecke ist schnell, fordernd und verzeiht nichts – ich liebe es, hier zu fahren.” Auch der sich auflösende Asphalt hat sich in Hamiltons Gedächtnis eingeprägt: “Neben der Linie ist die Oberfläche tückisch, da liegen viele Steine. An diesen Stellen will man nicht den kleinsten Fehler machen.”

Hamilton sagt Red Bull den Kampf an

Geht es nach Hamilton, reißt in Montréal die beeindruckende Pole-Position-Serie von Red Bull – das Austro-Team dominierte jedes Qualifying der bisherigen Saison. Genau da lag bisher die Schwäche von McLaren, doch der 25-Jährige erkennt einen Aufwärtstrend bei seinem Rennstall: “In der Türkei war das Auto gut, ich hatte eines meiner besten Qualifyings seit einiger Zeit. Und im Rennen habe ich den Red Bulls sowieso die Hölle heiß gemacht.”

Noch attestiert Hamilton dem Team von Mark Webber und Sebastian Vettel leichte Vorteile – doch die Kampfansage folgt im selben Atemzug: “Sie haben das schnellste Auto, nicht das beste, aber im Moment das schnellste. Doch das wird sich bald ändern.” Hamiltons Aussagen dürfen nicht verwundern: Der McLaren-Star weiß genau, dass die “Bullen” nach der Stallkollision verwundbar sind. Gelingt es ihm, mit Verbalattacken Unruhe ins Team von Christian Horner zu bringen, darf er am Ende der Saison vielleicht wirklich Lachen.

Quelle: Motorsport-Total.com

McLaren-Pilot Jenson Button ist überrascht vom großen Formtief bei Ferrari, will die Konkurrenz aus Maranello aber keineswegs vorschnell abschreiben

Zum Saisonbeginn galten Fernando Alonso und Felipe Massa als Topfavoriten auf den WM-Titel 2010, doch nach einem Drittel des Rennjahres haben ihnen andere diesen Rang abgelaufen. Auch Jenson Button rangiert in der Gesamtwertung vor dem roten Duo – und fragt sich, was mit der guten Frühform von Ferrari geschehen ist. Immerhin hatte das Traditionsteam bei den Tests noch geglänzt.

“Es ist schon ungewöhnlich, denn sie hatten den perfekten Winter”, sagt McLaren-Fahrer Button im kanadischen ‘Star’. “Sie waren sehr schnell, sehr konstant und sehr zuverlässig. Wir dachten uns: ‘Wow, diese Jungs werden unantastbar sein.’ Beim ersten Rennen waren sie dann ja auch sehr schnell. Wir haben allerdings kontinuierlich Fortschritte gemacht”, so der Weltmeister.

Und diese Verbesserungen haben sich laut Button überaus bezahlt gemacht: “Im Augenblick sind wir nicht nur schneller als Ferrari, sondern machen diesbezüglich auch den besseren Job”, meint der Formel-1-Titelträger von 2009. “Ferrari kann aber zurückschlagen. Sie sind ein starkes Team. Fernando und Felipe haben sehr viel Erfahrung. Abschreiben darfst du diese Burschen nicht.”

McLaren müsse sich zudem an die eigene Nase fassen, denn beim Doppelsieg in der Türkei, der – begünstigt durch die teaminternen Reibereien bei Red Bull – überraschend eingefahren wurde, sei nicht alles glatt gelaufen. Button berichtet vom Bosporus-Rennen: “Wir mussten bereits ab Runde 20 Benzin sparen. Das Rennen hatte sich zunächst viel schneller gestaltet, als wir das erwartet hatten.”

“Wir übten Druck auf die beiden Red-Bull-Autos aus, haben dabei aber viel Sprit verbraucht und unsere Balance durcheinander gebracht”, so der 30-Jährige. Ein Plus an Benzin schlägt sich nun eben sofort in der Rundenzeit nieder, entsprechend knapp kalkulieren die Teams: “Zweieinhalb Kilogramm machen eine Zehntel pro Runde aus. Im Rennen verlierst du damit etwa fünf Sekunden.”

Quelle: Motorsport-Total.com

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh fordert alle Formel-1-Teams auf, in Zukunft die Chancen in den USA besser zu nutzen: “Es braucht seine Zeit”

Bernie Ecclestone hat nach vielen Diskussionen endlich einen neuen Austragungsort für die Formel 1 in den USA gefunden. Nachdem man sich nach – teils unrühmlichen – Auftritten aus Indianapolis verabschiedete, soll die Königsklasse nun also in Zukunft in Austin ihr Glück versuchen. “Klar ist, dass alle Teams die Entwicklung der Formel 1 in Nordamerika nach vorne bringen wollen”, sagt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh.

“Es ist toll, dass wir neue Märkte wie Südkorea oder Indien erschließen, aber es ist völlig klar, dass Nordamerika der große Markt ist”, sagt der Brite. “Ohne jemandem die Schuld geben zu wollen”, sagt Whitmarsh weiter, “wir hatten bisher keinen Erfolg dort. Wenn wir nun also nach Amerika zurückkommen, dann müssen wir auch eine Weile bleiben. Dabei spielt der Austragungsort an sich keine große Rolle.” In Texas rühmt man sich schon jetzt damit, der für die Formel 1 perfekte Ort in den USA zu sein.

Es brauche seine Zeit, bis die Formel 1 in den USA zu einem guten Ruf komme, meint Whitmarsh weiter: “Die Teams müssen ihre Autos über den Atlantik schicken, müssen vielleicht die Boliden mal über den Time Square oder Sunset Boulevard fahren lassen”, sagt der McLaren-Teamchef. “Wir müssen uns den Markt selbst erschließen. Bisher gehen wir immer dorthin, wo man uns sehnlichst erwartet, aber Amerika braucht die Formel 1 nicht zwingend. Wir müssen den Amerikanern nun beweisen, dass unser Sport toll ist und wir deren Aufmerksamkeit wert sind.”

Quelle: Motorsport-Total.com

Trotz des Drucks durch den neuen Teamkollegen Fernando Alonso hält sich Felipe Massa “mehr denn je” für einen Titelkandidaten in der Formel 1

Für Ferrari-Pilot Felipe Massa stand am Wochenende ein etwas heikler PR-Termin auf dem Programm. Der Brasilianer besuchte eine Bohrinsel von Ferrari-Sponsor Shell – angesichts der aktuellen Katastrophe nach der Explosion einer BP-Bohrinsel im Golf von Mexiko keine leichte Aufgabe. “Ich bin der Überzeugung, dass es für alle Geschehnisse immer einen Grund gibt”, sagt Massa angesichts des Öldramas vor den Küsten der USA.

Diese Aussage ist Ausdruck von Massas Grundhaltung. Der Brasilianer ist gläubiger Katholik, für nicht erklärbare Zufälle ist in diesem Rahmen kein Platz. “Manchmal erlebt man unglaubliche Sachen, die man sich nicht erklären kann. Das war auch bei meinem Unfall so”, sagt Massa dem ‘Daily Telegraph’. Er fügt nachdenklich hinzu: “Das war alles sehr furchtbar, aber es gab bestimmt einen Grund dafür.”

Massa empfindet seinen Unfall 2009 im Zeittraining von Ungarn als Lektion des Lebens. “Ich habe daraus gelernt, dass nichts selbstverständlich ist”, so der 29-Jährige. “In den vielen Jahren zuvor habe ich so viele schlimme Unfälle und Katastrophen mitbekommen. Aber immer ist so etwas nur anderen Leuten passiert.” Der heftige Zwischenfall von Budapest, wo Massa eine Stahlfeder an den Kopf geflogen war, hat seine Wertschätzung für Gesundheit und Leben noch einmal erhöht.

Auch der Kampfgeist des Vizeweltmeisters von 2008 bekam zusätzlichen Schub. Er arbeitete sich im Herbst und Winter konsequent durch die Rehabilitation, um pünktlich zum Beginn der diesjährigen Testfahrten wieder fit zu sein. Was folgte, war allerdings eine kleine Ernüchterung. Der neue Teamkollege Fernando Alonso hatte bei Ferrari schnell wichtige Figuren um sich geschart, gewann gleich sein erstes Rennen in Rot.

Er halte sich dennoch nach wie vor für einen Titelkandidaten. “Sogar mehr denn je”, sagt Massa entschlossen. Die Probleme in den ersten Rennen der Saison konnten an dieser Einstellung nicht rütteln. “Ich hatte in Australien, China und Spanien Probleme mit den Reifentemperaturen. Das war ein technisches Problem. In der Türkei war alles wieder normal. Nur ist eben unser Auto nicht gut genug”, sagt der Ferrari-Pilot.

Massa geriet nach mäßigen Leistungen in den ersten Rennen in der Öffentlichkeit unter Druck. Schnell machten Gerüchte die Runde, der Brasilianer werde am Saisonende durch Robert Kubica oder Sebastian Vettel ersetzt. “Die Leute haben keine Ahnung, wovon sie da reden”, wischt Massa die Gerüchte vom Tisch. “Lange Zeit hat sich auch niemand für Mark Webber interessiert. Dann siegt der zweimal und ist plötzlich der Star.”

“Plötzlich ist Sebastian unter Druck”, beschreibt Massa die Situation beim Konkurrenten Red Bull. “Was ich damit sagen will: Die Leute ändern ihre Meinung extrem schnell, manchmal reichen schon zwei Rennen. Tatsache ist doch, dass es in der Formel 1 eine ganze Menge Piloten gibt, die in der Lage sind, den Titel zu holen.” Massa zählt sich auf jeden Fall selbst zu diesem Kreis – mehr denn je.

Quelle: formel1.de

Virgin-Pilot Lucas di Grassi über den schwierigen Weg in die Formel 1 und seine Situation als Rookie – Das Ziel ist, gemeinsam mit dem Team zu lernen

Für Lucas di Grassi schien der Weg in die Formel 1 schon vorgezeichnet zu sein: Ab 2004 wurde der brasilianische Rennfahrer von Renault unterstützt und drehte in den Boliden des französisch-britischen Teams in den vergangenen Jahren immer wieder einige Testrunden. Trotz vieler Erfolge in der GP2 sollte di Grassi der Aufstieg in die “Königsklasse” aber verwehrt bleiben – bis zum Jahr 2010.

Dass sein Renndebüt in der Formel 1 derart lange auf sich warten ließ, ist für den 25-Jährigen allerdings kein Grund, Frust zu schieben. Vielmehr hat sich di Grassi mit den Gepflogenheiten im Fahrerlager arrangiert, wie er bei ‘Formule1.nl’ erläutert: “In der Formel 1 geht es nicht immer nur um Talent. Vieles dreht sich auch um Politik und Entscheidungen, die du nicht beeinflussen kannst.”

Außerdem mache es “nicht viel Sinn”, mit geringer Erfahrung in die “Königsklasse” zu wechseln, um dort nach wenigen Rennauftritten durch den berühmten Rost zu fallen. Aus diesem Grund ist di Grassi mit sich und dem Verlauf seiner Karriere “sehr zufrieden”, so der Brasilianer. “Ich befinde mich schließlich vollkommen auf Kurs”, gibt der Virgin-Rennfahrer nach dem Istanbul-Rennen zu Protokoll. Wette auf den Sieger bei bwin.com.

Das Engagement bei einem neuen Formel-1-Team will di Grassi als Chance und nicht als Hemmschuh verstanden wissen. “Für mich als Neuling ist das genau richtig”, findet der Rookie. “Auf diese Weise kann ich Schritt für Schritt erlernen, wie man das Auto verbessern kann. Zudem darf ich auch Fehler begehen, weil wir uns allesamt noch in einer Lernphase befinden. Das hilft mir.”

Quelle: formel1.de