Archive for Juli 16th, 2010

Munteres Fahrerwechseln bei HRT: In Hockenheim kehrt Bruno Senna zurück, Sakon Yamamoto ersetzt Karun Chandhok

Die Fahrerrochaden beim spanischen HRT-Team gehen weiter: Musste zuletzt in Silverstone noch Bruno Senna sein Renncockpit erstmals für Sakon Yamamoto räumen, so wird es in einer Woche in Hockenheim Karun Chandhok sein. Der Inder wird aber “voraussichtlich in einem der nächsten Rennen in dieser Saison wieder im Auto sitzen”, lässt HRT ausrichten.

Sportlich will das Team an die Leistung von Silverstone anknüpfen. Erklärte Vorgabe ist eine Zielankunft mit beiden Autos – die dritte hintereinander und die fünfte in der laufenden Saison. “Nach dem guten Resultat, das wir in Silverstone einfahren konnten, wollen wir so weitermachen und erneut eine gute Leistung zeigen”, erklärt Teamchef Colin Kolles, der auf die veränderte Fahrerbesetzung derzeit nicht näher eingeht.

Auch bei den nominierten Fahrern ist die Vorfreude groß: “Ich freue mich sehr auf das Rennen in Hockenheim, wo ich in der GP2 in 2008 auf dem Podium stand”, sagt Senna. “Ich mag diese Strecke wirklich sehr gerne. Der Kurs ist interessant mit einer Mischung aus einem weiten und schnellen neuen Sektor und einem kurvenreichen alten Teil. Das Motodrom ist extrem schwierig sauber zu fahren.”

“Als Fahrer muss man herausfinden, wie schnell man fahren kann und wie viel Platz der Strecke man benutzen kann. Hockenheim ist einer der Kurse, wo Abtrieb nicht so wichtig ist wie in Silverstone oder Barcelona. Deshalb denke ich, dass wir etwas konkurrenzfähiger mit den anderen neuen Teams sein werden und ich hoffe, dass wir wieder gute Duelle mit ihnen haben werden”, so Senna, dessen Onkel Ayrton in Hockenheim 1988, 1989 und 1990 gewonnen hat.

“Viele gute Erinnerungen an den Hockenheimring” hat auch Yamamoto. Der Japaner sagt: “Ich mag das Streckenlayout mit der Überholmöglichkeit am Ende der langen Geraden und auch das Motodrom, welches sehr anspruchsvoll ist. In diesem Sektor herrscht immer eine einzigartige Atmosphäre mit den Zuschauern auf den Tribünen und ich freue mich schon darauf, wieder nach Hockenheim zurückzukehren.”

“Ich denke, dass wir im Vergleich zu Silverstone wettbewerbsfähiger sein werden und deshalb wieder ein gutes Ergebnis einfahren können. Das vergangene Rennwochenende war sehr aufregend für mich, da ich im letzten Augenblick erfahren habe, dass ich das Rennen fahren sollte. Jetzt gibt mir das Team erneut die Chance, beim Rennen am Sonntag in Deutschland zu fahren, und ich werde mein Bestes geben um zu zeigen, dass es die richtige Entscheidung war”, so Yamamoto.

Teamchef Kolles ergänzt: “Die Strecke in Hockenheim bietet eine Mischung aus langsamen und mittelschnellen Kurven und erfordert ein hohes Maß an Abtrieb. Aufgrund dieser Kombination wird es eine große Herausforderung sein, das richtige Setup für das Auto zu finden. Der Vollgasanteil auf dem Hockenheimring beträgt rund 60 Prozent und besonders deshalb verlangt der Kurs viel ab, sowohl von der aerodynamischen Effizienz als auch vom Motor.”

Quelle: Motorsport-Total.com

Timo Glock steht bei Virgin hoch im Kurs, dennoch ist nicht sicher, ob er bleiben wird – Nick Wirth mit beiden Fahrern sehr zufrieden

Auch wenn Timo Glock bewusst war, dass er mit Virgin nicht von Anfang an um WM-Punkte kämpfen würde, so verlief die Saison für den Deutschen bisher doch enttäuschend. In zehn Rennen hat er nur viermal die Zielflagge gesehen – dreimal als 18., einmal als 19. Sein bester Startplatz war Rang 16 im Regen von Sepang.

Dass er sich nach der Möglichkeit sehnt, wieder um Podestplätze zu fighten, ist nicht verwunderlich. Virgin will Glock jedoch nicht einfach ziehen lassen: “Wir haben noch ein Jahr Vertrag mit Timo”, wird Technikchef Nick Wirth von ‘Autosport’ zitiert. Gleichzeitig ist ihm aber klar, dass Verträge nicht immer eingehalten werden: “Es ist wie immer im Leben, dass letztendlich alle weitermachen wollen müssen, damit es klappt.”

Glocks vielleicht größtes Problem ist, dass er zwar im Qualifyingduell gegen Lucas di Grassi mit 9:1 führt, aber die neuen Teams liegen dermaßen weit hinter dem Rest des Feldes zurück, dass das kaum jemand wirklich wahrnimmt. Dabei gibt es an seinen Leistungen nichts auszusetzen: “Wir haben großes Glück, dass ein Fahrer mit seinem Talent, seinem Können und seiner Erfahrung in einem solchen Alter zu uns kommt”, weiß Wirth.

Nun habe es Virgin selbst in der Hand, den 28-Jährigen bei Laune zu halten: “Timo hat verstanden, dass wir ein neues Team sind, und er wollte Teil von einem Gefüge sein, das wächst und sich nach vorne entwickelt. Daher war das Silverstone-Wochenende so wichtig, denn das hat ihm hoffentlich gezeigt, was wir erreichen können”, erklärt Wirth, aus dessen Designbüro für Silverstone erstmals ein großes Update geliefert wurde.

Dieses hat sich tatsächlich ausgewirkt, aber Virgin bleibt in der Hackordnung der Formel 1 unverändert Vorletzter. Außerdem dürfte es bei Glock nicht gut angekommen sein, dass er am Freitag fast ein komplettes Training wegen eines Benzinlecks verlor. Sollten also Teams wie Renault, Sauber oder Toro Rosso anklopfen, wenn es um 2011 geht, könnte der 46-fache Grand-Prix-Teilnehmer durchaus in Versuchung geraten, aus seinem Vertrag auszusteigen. Formel1 – GP.

Eddie Jordan rät Glock jedenfalls zu einem Teamwechsel: “Von den neuen Teams bin ich enttäuscht. Das einzige Team, das ein wenig Potenzial zeigt, ist Lotus. Timo Glocks Zeit bei Virgin ist Verschwendung. Das war eindeutig eine falsche Entscheidung”, schreibt der ehemalige Teamchef in seiner Kolumne für die ‘Auto Bild motorsport’. Bekanntlich hätte Glock Ende 2009 auch bei Renault oder Sauber andocken können.

Zufrieden ist Wirth übrigens auch mit di Grassi, der derzeit noch mit einem schwereren Auto fahren muss als Glock: “Ich weiß, dass ich sehr voreingenommen bin, aber ich denke, er macht sich für einen Rookie gut, wenn man auf seine relative Performance schaut”, so der Virgin-Mitentscheider. “Der Nachteil ist, dass Lucas natürlich ein bisschen schwerer ist als Timo. Das Gewicht ist für alle neuen Teams ein Problem, daher ist das ein Nachteil.”

Quelle: formel1.de