Archive for Juli 17th, 2010

Durango-Chef Ivone Pinton hat bestätigt, dass man mit Villeneuve Racing zusammenarbeiten wird – Jacques Villeneuve als Fahrer und Mitorganisator

In den kanadischen Medien wurde bereits spekuliert, dass Jacques Villeneuve bei seinem Formel-1-Projekt Villeneuve Racing mit dem italienischen Rennstall Durango zusammenarbeiten könnte. Und Durango-Chef Ivone Pinton hat dies in einem Interview mit ‘422race.com’ nun bestätigt. Man kennt sich bereits: Villeneuve fuhr in der Speedcar-Serie für Durango.

Nun möchte man gemeinsam den 13. Startplatz in der Formel 1 bekommen. Durango gehört zu jenen Teams, die sich für diesen Platz beworben haben. Dabei zeigte man Interesse daran, die fertigen Boliden von Toyota zu kaufen. Inzwischen hat die FIA offenbar drei Bewerber in die nähere Auswahl genommen: Villeneuve Racing, die amerikanische Cypher-Gruppe und ein weiteres, nicht benanntes Team.

“Jacques ist ein energischer und entschlossener Typ”, sagt Durango-Chef Pinton. “Ich hoffe wirklich, dass wir zusammen den Platz bekommen. Für Durango ist es eine Ehre und ein Privileg, mit ihm zusammenzuarbeiten. Wir sprechen hier vom Sohn einer Legende und einem früheren Weltmeister. Ich kenne ihn, seit er 16 war. Und ich habe immer gesagt, dass er ein großartiger Fahrer ist, der in jeder Serie gewonnen hat.”

Was das operative Geschäft angeht, müssen bei Villeneuve/Durango noch einige Dinge geklärt werden. Es wird spekuliert, dass die Autos in Großbritannien gebaut werden. “Das wissen wir noch nicht”, sagt Pinton. “Aber die Heimat des Teams wird unsere sein, Italien.”

Und welche Rolle wird Villeneuve übernehmen? Laut Pinton wird der Kanadier fahren, “und ich bin sicher, dass er sich aktiv in die Organisation einbringen wird. Ich denke, dass er sich so auf einen Job vorbereitet, den er machen will, wenn er mit dem Rennfahren aufhört.”

Quelle: Motorsport-Total.com

Heikki Kovalainen analysiert die Situation bei Lotus – Ärger über Zuverlässigkeit aber Lob für den Cosworth-Motor

Vom etablierten McLaren-Team, für das Heikki Kovalainen in Ungarn 2008 seinen bisher einzigen Sieg feierte, wechselte der Finne zu Neueinsteiger Lotus. Die Grünen haben sich von den drei neuen Rennställen bisher am besten präsentiert. Kovalainen hält WM-Rang 19, allerdings ohne Zähler. Trotzdem sieht man den 28Jährigen oft mit einem Lächeln in der Box.

“Ich habe es auch bei McLaren sehr genossen. Natürlich war es Ende letzten Jahres hart denn die Resultate kamen nicht. Wir haben wahrscheinlich zu viel gearbeitet und vielleicht bin ich müde geworden und habe meine Energie verloren”, meint Kovalainen im Gespräch mit ‘Manipe F1′. “In dieser Saison ist die Balance viel besser. Ich komme mit aufgeladenen Batterien zu den Rennen und habe meinen Kopf komplett frei. Ich muss mir über nichts anderes Gedanken machen.”

Der Wechsel von einem Top-Team zu einem Neuling ist wie eine andere Welt. Doch es gibt auch Gemeinsamkeiten, wie Kovalainen erklärt: “Wir können nicht alles so schnell machen wie McLaren, wir können uns nicht so stark verbessern. Aber die Abläufe an einem Rennwochenende und wie das Team dabei funktioniert sind sehr ähnlich. Wir sind genauso professionell wie McLaren. Sie können auf Dinge schneller reagieren und sie können größere Schritte in kurzer Zeit machen. Das ist der Hauptunterschied.”

Da die großen Teams aufgrund der weiteren Sparmaßnahmen ihre Belegschaft verkleinern werden, nähern sich die Rennställe in der Größe etwas an. Ein Vorteil für kleinere Mannschaften. “Das wird uns eine bessere Chance bieten”, ist Kovalainen überzeugt. “Obwohl wir nicht so viele Leute sind bin ich beeindruckt, wie sie sie das Auto weiterentwickeln. Ich denke das ist sogar besser, als ich ursprünglich erwartet habe. Ich sehe viel Potenzial in diesem Projekt. Ich denke wir holen aus unseren Ingenieuren und Mechanikern mehr heraus, als einige andere Teams.”

Trotzdem ist die Achillesferse des Lotus T127 die Zuverlässigkeit, doch viel hängt dabei an Zulieferfirmen. “Das ist sehr frustrierend”, ärgert sich Kovalainen, der schon oft den Fußmarsch zurück an die Box antreten musste. “Speziell die Hydraulik hat uns mehrere Male im Stich gelassen. Das Team hat natürlich daran gearbeitet, das in den Griff zu bekommen, aber immer ist irgendetwas Neues aufgetreten, das uns einen Tag vermasselt hat.”

Technikchef Mike Gascoyne hat bereits angekündigt, dass die Anstrengungen bereits auf 2011 gelegt werden. Da wird es auch zu einigen Veränderungen im technischen Bereich geben. Kovalainen ist aber selbst noch nicht informiert: “Ich weiß noch nicht genau wie der Plan aussieht. Ich denke wir müssen noch eine Entscheidung bezüglich Motor, der Hydraulik, dem Getriebe und mehreren Dingen treffen. Da muss man Mike fragen. Der Cosworth-Motor ist aber nicht schlecht.”

Speziell Williams hat sich lautstark über die Motorenschmiede beklagt, denn die Aggregate sollen bei langer Laufzeit an Leistung verlieren. Im Gegensatz dazu soll die Mercedes-Maschine der beste Motor im Feld sein. Kovalainen kennt beide Triebwerke und meint dazu: “Man fühlt den Leistungsverlust nach vielen Kilometern, aber er ist nicht kritisch. Ich denke Mercedes ist sehr gut, ihr Maßstab ist sehr, sehr hoch, aber sie haben auch lange daran gearbeitet.”

“Ich denke Cosworth hat in der kurzen Zeit eine gute Arbeit geleistet. Es ist ein angemessen kraftvoller Motor. Man darf diese zwei Triebwerke aber nicht miteinander vergleichen. Mein Auto hat in dieser Saison nicht den gleichen Luftwiderstand und Anpressdruck wie der McLaren im vergangenen Jahr. Man kann Motoren nur vergleichen, wenn sie im gleichen Auto eingebaut sind.”

Da die große Entwicklung am gegenwärtigen Lotus-Boliden zurückgefahren wurde hat speziell Virgin die Möglichkeit, das neue Team mit dem legendären Namen zu überholen. Doch Kovalainen wiegelt ab: “Bisher war es nicht sehr beeindruckend, wie sie ihr Auto weiterentwickelt haben. Sie hatten Updates, aber in Kanada haben sie zum Beispiel nicht funktioniert. Wir machen unseren Boliden weiter leichter und feilen an der Abstimmung.”

“Es wäre aber kein Desaster, wenn sie uns überholen würden, aber wir haben einen vernünftigen Vorsprung, also müssten sie sich stark verbessern. Für uns wäre es schön Zehnter in der Weltmeisterschaft zu werden, denn es gibt einiges an Preisgeld und das können wir als kleines Team gut gebrauchen.”

Das langfristige Ziel ist natürlich das Mittelfeld und der Vorstoß an die Spitze. Bei Force India hat man gesehen wie ein Hinterbänkler-Team zu einem regelmäßigen Punktekandidaten werden kann. “Das ultimative Ziel sind natürlich Rennsiege”, so Kovalainen “Den Weltmeistertitel mit Lotus zu gewinnen wäre in Traum. Im Moment sollten wir daran aber nicht denken, denn das liegt zu weit weg. Im nächsten Jahr wird es den ersten richtigen Lotus geben, den unsere Leute in der eigenen Fabrik bauen. Das wird der Indikator sein, wozu wir fähig sind.”

Quelle: formel1.de