Archive for Juli 18th, 2010

Mercedes-Sportchef Norbert Haug steht voll hinter seinem Fahrer-Duo und dementiert Gerüchte, wonach Michael Schumacher bald ersetzt wird

Michael Schumachers Comeback hat sich zur Halbzeit der Formel-1-Saison als Flop entpuppt, doch Norbert Haug steht zu seinem teuersten Angestellten. Der Mercedes-Sportchef stellt dem Rekordweltmeister eine Woche vor dem Heimrennen in Hockenheim sogar eine Art Freifahrtsschein aus. “Michael wird sich für den Rest des Jahres darauf konzentrieren, die absolut besten Ergebnisse zu erzielen. Im Kopf aber stellt er sich darauf ein, im nächsten Jahr um den Titel zu fahren”, sagt Haug im ‘Kicker’-Interview.

Obwohl Schumacher in der WM-Wertung nur den neunten Rang belegt und klar im Schatten seines jungen Teamkollegen Nico Rosberg steht, duldet Haug offenbar keine Kritik an seinem Superstar. “Michael Schumacher hat mir nie besser gefallen als jetzt”, meint der Mercedes-Sportchef: “Er ist nach wie vor vollkommen cool und relaxed, er will den Erfolg – und das imponiert uns allen. Haug gibt zwar zu, dass er auf eine bessere Startbasis gehofft habe, doch die Fahrer treffe keine Schuld. “Ich möchte für uns keine andere Besetzung haben als Michael Schumacher und Nico Rosberg”, sagt der 57-Jährige.

Damit entkräftet Haug auch die immer lauter werdenden Gerüchte, Schumacher könnte seinen Helm bei weiterhin ausbleibendem Erfolg zum Jahresende an den Nagel hängen. Dass inzwischen selbst die treuesten Schumacher-Fans angesichts der enttäuschenden Vorstellungen ihres Idols die Ernsthaftigkeit des Comebacks bezweifeln, ist allerdings auch Haug nicht entgangen. Er könne sogar verstehen, dass sich einige Fans die Frage stellen, ob Schumacher mit 41 Jahren nicht zu alt für den Rennsport sei.

“Ich finde es unnötig, einen siebenmaligen Weltmeister zu verteidigen. Andererseits verstehe ich die Diskussion auch. Die Antwort aber auf die Frage, ob er es noch kann, ist ein ganz klares Ja”, sagt der Mercedes-Sportchef. Den WM-Titel traut Haug in diesem Jahr Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel zu: “Wenn er seinen Teamkollegen hinter sich lassen kann. Dann kann er im schnellsten Auto zum WM-Titel fahren.” Nächste Saison werde das für Vettel schwerer: “2011 wollen wir bessere Voraussetzungen schaffen und ganz vorne mitmischen.”

Etwas Sorgen macht sich Haug derzeit um die Zukunft des Großen Preises von Deutschland. Sportwetten zum Thema Formel 1. Wegen der Finanzkrise auf dem Nürburgring droht im kommenden Jahr eine Saison ohne Deutschland-Grand-Prix. Ist das für Mercedes-Benz überhaupt denkbar? Haug: “Wenn es tatsächlich so käme, würden wir nicht aussteigen. Aber es wäre traurig für das Autoland Deutschland, wenn es hier keinen Großen Preis geben würde.” Doch der Mercedes-Sportchef ist zuversichtlich: “Hockenheim schafft in diesem Jahr den Sprung aus der Verlustzone, dann sollte das auch dem Nürburgring gelingen.”

Quelle: Motorsport-Total.com

Mark Webber nimmt noch einmal zum Flügelstreit in Silverstone Stellung, schließt aber weitere Vorfälle dieser Art nicht aus

Das teaminterne Duell bei Red Bull zwischen Mark Webber und Sebastian Vettel gibt einer ohnehin schon actiongeladenen Formel-1-Saison einen weiteren Kick. Sei es der Crash in Istanbul oder der jüngste Streit, der durch den Wechsel des Frontflügels zwischen den beiden Stallrivalen in Silverstone ausgelöst wurde. Zwar versuchte der Energydrink-Konzern immer wieder mit PR-wirksamen Aktionen eine heile Welt zu demonstrieren. Doch vor allem das lose Mundwerk Webbers zerstörte oft diese Bemühungen.

Alleine seine Aussage im Boxenfunk nach dem Silverstone-Sieg (“Nicht schlecht für eine Nummer zwei”) passte gar nicht in das Konzept des Rennstalls, der immer versicherte, beide Piloten gleich zu behandeln. “Das war eine Botschaft an mein Team”, erklärt der Australier gegenüber der ‘Daily Mail’, der diesen Sager aber bereut: “Der Einwand ist in Ordnung, dass ich zu viel in die Welt hinaustrage. Ich hätte das besser nicht von mir gegeben, aber ich habe es getan. Ich trage mein Herz auf der Zunge und versuche, ehrlich zu mir selbst und jedem anderen zu sein.”

Im Nachhinein kann er aber die Situation in Silverstone nachvollziehen. “Am Samstag ist mir nach den ganzen Vorkommnissen der Kragen geplatzt. Das war eine einzigartige Situation, denn zum ersten Mal verfügte jeder von uns nur über einen einzigen unersetzbaren Teil am Auto. Die Entscheidung war ziemlich schwer und ich war deshalb sehr enttäuscht”, beschreibt Webber den vieldiskutierten Flügeltausch. Der 33-Jährige glaubt aber, dass vergleichbare Entscheidungen in Zukunft anders gefällt werden.

“Das Fazit daraus ist, dass es in Zukunft in die andere Richtung gehen wird, auch wenn das keiner glauben mag. Man hat ihm den Flügel gegeben, weil er in der Weltmeisterschaft besser platziert war. Nun bin ich aber vor ihm, also ist die Logik daraus klar”, glaubt Webber. Dass Vettel vielleicht bevorzugt wird, weil er besser zur Marke Red Bull passt, schließt der Australier nicht aus, nimmt’s aber mit Humor: “Natürlich bin ich nicht mehr in meinen Zwanzigern, Sebastian hat aber keine Tätowierungen oder Ohrringe. Also hilft es vielleicht, wenn ich welche hätte.”

Das Verhältnis der beiden Stallrivalen beschreibt der dreifache Saisonsieger folgendermaßen: “Seb und ich sind nicht die besten Kumpels, aber das ist nicht ungewöhnlich, wenn man das selbe Ziel verfolgt.” Dass es dadurch zu weiteren Scharmützeln kommen könnte, schließt Webber nicht aus. “Wer weiß. Wenn wir beide in den nächsten Monaten nach wie vor an der Spitze fahren, könnte die Lage zwischen uns etwas angespannter werden.”

Für den Flügelstreit in Silverstone macht der Australier aber nicht Vettel verantwortlich. “Seb hat am gesamten Wochenende nichts falsch gemacht. Nach dem Rennen schüttelte er meine Hand.” Gerüchte, es gebe eine “Trennwand” in der Red-Bull-Box, kann Webber nicht bestätigen: “Die Geschichten, wonach es zwei Teams in unserer Box gibt, sind absoluter Müll. Man braucht keine Feinde, ich will einen fairen Kampf. Wir respektieren uns. Deshalb werde ich auch in der nächsten Saison bei Red Bull bleiben, ich bin teil eines großartigen Teams.”

Quelle: formel1.de