Archive for Juli 19th, 2010

Zoran Stefanovic und sein Stefan-Team sind bezüglich des 13. Startplatzes guter Dinge: Teambasis zunächst in Großbritannien, Eigenbau für 2011

Die Zahl der Bewerber um den 13. Startplatz 2011 ist gering. Nachdem ART sein Ansinnen um einige Jahre zurückgestellt hat, scheinen nun nur noch vier Kandidaten im FIA-Lostopf zu sein: Durango/Villeneuve, Espilon Euskadi, die amerikanische Cypher-Gruppe und das serbische Stefan-Team. Geschäftsmann Zoran Stefanovic, der mit Toyota-Chassis zu Beginn der Saison kurzfristig den Platz von US F1 einnehmen wollte, treibt sein Projekt unermüdlich voran.

“Wir werden im ersten Jahr unsere Basis in Großbritannien haben”, sagt Stefanovic im Interview mit ‘F1Pulse.com’. “Gleichzeitig bringen wir den Technologiepark in Belgrad voran. Der Plan ist es, Ende 2011 nach Belgrad umzusiedeln.” Der Serbe muss seinen Formel-1-Traum nun eigenständig erfüllen. Der Kauf der für 2010 geplanten Toyota-Chassis ist endgültig vom Tisch.

“Die Toyota-Option ist nicht mehr möglich, weil sich die Regeln verändert haben”, erklärt der Geschäftsmann. “Wir bauen ein eigenes Monocoque. Der Bau des Chassis geht gut voran. Der Designprozess läuft, gebaut wird der Wagen Ende September.” Wer als Designer hinter dem Stefan-Auto steckt, ist derzeit noch unbekannt. Der ehemalige McLaren-Ingenieur Mike Coughlan habe auf jeden Fall nichts damit zu tun: “Er war an Bord, ist es aber nicht mehr. Ich glaube, er hat gar nichts mehr mit Motorsport zu tun.”

Fest steht offenbar, dass sich Stefan ab 2011 mit Cosworth-Motoren in das Königsklassen-Getümmel stürzen würde. Man habe mit vier Herstellern gesprochen, sich dann aber für die Briten entschieden, so Stefanovic: “Wir sind überzeugt, dass es eine erfolgversprechende Variante ist. Sie haben das Potenzial, vorne mitzufahren. Williams hat das zweifellos gezeigt. Wichtig ist auch, dass es ein zuverlässiger Partner mit langer Tradition ist.”

Unterstützt wird der Geschäftsmann von der serbischen Regierung. “Dabei geht es nicht nur um Geld, sondern um Unterstützung in vielen Bereichen. Sie sind von Anfang an dabei”, sagt Stefanovic. Erst Ende August wird er erfahren, ob sein Traum vom Formel-1-Einstieg in Erfüllung geht. Denn erst dann wird die FIA eine Entscheidung verkünden. “Wir sind davon überzeugt, dass wir alle Vorgaben erfüllen, aber es liegt letztlich an der FIA. Die Situation ist kaum vorhersagbar.”

Vor dem Start in die aktuelle Saison wollte Stefanovic mit Jacques Villeneuve, Kazuki Nakajima und Pastor Maldonado zusammenarbeiten. Jedoch dürfte der Japaner aus dem Rennen sein, weil es keine Beziehungen mehr zu Toyota gibt. “Wir haben mit 38 Fahrern für 2010 gesprochen, 30 Manager waren bei uns in Belgrad. Wir sind nun kurz vor einem Abschluss, aber wollen es noch nicht veröffentlichen. Man braucht für so etwas einen besonderen Anlass”, sagt Stefanovic über die mögliche Cockpitbesetzung.

Während der Bau der Formel-1-Firma im neuen Technologiepark in Belgrad vorangetrieben wird, gilt der Serbe gleichzeitig auch als treibende Kraft hinter dem Neubau einer Strecke. Diese soll nahe der serbischen Hautpstadt entstehen. “Das ist ein eigenständiges Projekt und hat mit dem Team nichts zu tun”, sagt der Stefan-Boss. “Wir sind seit zwei Jahren in der Planung, im Herbst beginnen wir mit dem Bau. Es lagen lange Zeit alle Pläne vor, wir mussten aber einige Anpassungen vornehmen.”

Quelle: Motorsport-Total.com

Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz über die teaminternen Streitereien und die freie Fahrt für Sebastian Vettel und Mark Webber: “Habe keine Präferenzen”

Nach heftigen Auseinandersetzungen um einen Frontflügel in Silverstone herrscht bei Red Bull nun wieder Ruhe. Mark Webber hat sich für seine bissigen Kommentare entschuldigt, das Team gestand ein, dass man einige Entscheidungen offener hätte kommunizieren sollen. Doch wie lange der Friede bei den Österreichern halten wird, ist derzeit äußerst ungewiss. Immerhin war der Flügelstreit bereits der zweite Disput des Jahres, nachdem Webber und Sebastian Vettel in Istanbul kollidiert waren.

“Ich habe da keine Präferenzen, jeder der beiden wäre mir gleich lieb”, sagt Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz in der ‘Kleinen Zeitung’ und weist damit alle Gerüchte um eine angebliche Bevorzugung von Vettel noch einmal zurück. Der Österreicher will nur eines: Red Bull soll Weltmeister werden. Das teaminterne Duell werde wohl kaum zum Stolperstein werden. “Und wenn es passieren sollte, mein Gott, wir reden hier von Rennsport. Das Image von Blut, Schweiß und Tränen kommt doch nicht von ungefähr.”

“Wir habe keine Nummer eins und keine Nummer zwei. Beide Piloten bekommen Autos auf dem völlig gleichen Stand. Das Problem mit dem neuen Flügel in Silverstone war die erste Ausnahme”, erklärt Mateschitz. “Christian Horner hat eben gemeint, dass der neue Flügel dem Fahrverhalten von Vettel eher entgegenkommt”, sagt der Unternehmenschef und widerspricht damit der ursprünglichen Aussage, Vettel habe den Flügel bekommen, weil er in der Weltmeisterschaft vorne liege.

“Die Sache wurde leider falsch kommuniziert, teamintern wie medial”, gibt Mateschitz Fehler im Umgang mit der Situation zu. Red Bull stand vor einer ungewohnten Entscheidung, viele Teammitglieder redeten mit: Teamchef Horner, Technikchef Adrian Newey, Berater Helmut Marko, die Fahrer und Mateschitz selbst. “Natürlich mische ich mich ein. Das geht gar nicht anders. Aber das Alles wird viel mehr dramatisiert, als wirklich dahinter steckt”, sagt der 66-Jährige.

“Die Box darf sich nicht einmischen, denn damit fangen die Probleme erst an”, meint der Engerydrink-Baron aus Österreich. Mateschitz betont, dass es in Reihen der Techniker keine gespaltenen Lager gebe. “Fraktionen gibt es keine. Dass jeder der beiden Mannschaften ihr Pilot am Herzen liegt, ist aber klar. Sie schrauben für ihn, sie freuen sich mit ihm, sie leiden mit ihm”, beschreibt der Red-Bull-Boss die Stimmung in den zwei Garagen des Teams.

Die Kommentare von Webber nach seinem Sieg in Silverstone (“Nicht schlecht für eine Nummer zwei, oder?”) kamen im Team nicht gut an. Konsequenzen werden die Aussagen nicht haben. “Es war überflüssig. Aber auf der anderen Seite hat Mark nichts verbrochen”, meint Mateschitz. “Natürlich war die Situation für Mark nicht angenehm, er ist dazu gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Hier ist eine Bagatelle zum großen Problem gemacht worden. Wir haben zwei Piloten, die um die WM fahren. Eigentlich ein Luxusproblem, das viele Teams gerne hätten.”

Das Team werde an der Gleichbehandlung der Fahrer festhalten. Eine Stallorder zugunsten von Vettel oder Webber werde es nicht geben. “Weil diese Philosophie nicht meinem Verständnis von Rennsport entspricht. Es gibt keinen programmierbaren Weltmeister. Unsere beiden Piloten wissen, dass Sie a) den anderen schlagen müssen und b) sich dennoch gegenseitig brauchen, um der Konkurrenz möglichst viele Punkte wegzunehmen.”

Quelle: formel1.de