Marussia wird den neuen Wagen erst beim zweiten Wintertest in Barcelona erstmals einsetzen – Der neue Bolide ist keine Revolution, sondern soll ein solides Auto werden

Die neue Formel-1-Saison steht unmittelbar vor der Türe. Die ersten Autos werden in zwei Wochen präsentiert und ab dem 7. Februar bei den Testfahrten in Jerez die ersten Runden drehen. Das Marussia-Team wird auch in Jerez vor Ort sein, aber noch mit dem alten Boliden. Der neue Wagen wird erst beim zweiten Wintertest in Barcelona (21.-24. Februar) seine Debüt feiern. Marussia hat sich in den vergangenen Monaten auf technischer Ebene verstärkt. Auf der einen Seite ist man nach der Trennung von Nick Wirth eine Partnerschaft mit McLaren eingegangen, auf der anderen wurde Pat Symonds als technischer Berater engagiert.

Der neue Bolide von Timo Glock wird außerdem auch im Windkanal verfeinert, da das reine CFD-Projekt von Wirth kläglich gescheitert war. Um den maximalen Vorteil der neuen technischen Struktur ziehen zu können, damit im dritten Formel-1-Jahr ein Schritt nach vorne gelingt, wurde der erste Test auf Barcelona verschoben. In Jerez soll in erster Linie Charles Pic mit dem alten Auto Erfahrung sammeln und sich an die Königsklasse gewöhnen.

Beim Young-Driver-Test im vergangenen November in Abu Dhabi hatte der Franzose insgesamt 770 Kilometer zurückgelegt. “Wir werden beim ersten Test dabei sein, weil es für Charles wichtig ist, Kilometer abzuspulen”, wird Pat Symonds, der unter anderem für Benetton und dessen Nachfolgeteam Renault gearbeitet hat, von ‘Autosport’ zitiert. “Außerdem kann das Team den Winterrost abschütteln.” Neben Marussia wird auch Mercedes nicht mit dem neuen Auto in Jerez sein. HRT hat derzeit große Probleme und es ist unklar, wann das Auto fertig ist.

Marussia ist in den ersten beiden Jahren kein großer Fortschritt gelungen. 2010 und 2011 musste Virgin, wie das Team beim Formel-1-Einstieg geheißen hat, mit dem letzten Platz in der Konstrukteurswertung vorlieb nehmen. Symonds kam Anfang der 1980er-Jahre in die Königsklasse und verfügt über viel Erfahrung. Diese bringt der Brite beim Design des neuen Boliden ein. “Man übernimmt immer etwas vom alten Auto, aber ich glaube, diesmal haben wir weniger als normal mitgenommen.”

“Das Design der Radaufhängungen ist anders, sogar die Pedalerie ist anders. Wir haben wahrscheinlich so wenig übernommen, wie bei keinem anderen Auto, an dem ich gearbeitet habe”, sagt Symonds. Trotzdem wird das Auto keine Revolution, sondern es soll ein solides Fahrzeug gebaut werden. Konkurrent Lotus, beziehungsweise Caterham, wie das Team in diesem Jahr heißt, hat in den vergangenen beiden Jahren vorgezeigt, wie weit man es mit einem konservativen, aber soliden Auto bringen kann.

“Ich glaube nicht, dass jetzt der Zeitpunkt ist, an dem wir innovativ sein sollten”, sagt Symonds. “Wenn man so weit hinter der Spitze liegt, ist es an der Zeit, einen vernünftigen Job zu machen und sicherzustellen, dass das was man tut gut ist. Es gibt also keine richtige Innovation. Es geht eher darum, sich jeden Bereich genau anzusehen und zu verbessern.”

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Ex-Schumacher-Rivale Damon Hill sieht die Fahrerpaarung bei Mercedes kritisch und sähe lieber einen anderen Fahrer an der Seite von Nico Rosberg

Während ihrer zwei gemeinsamen Jahre als Teamkollegen bei Mercedes hatte Nico Rosberg seinen mit sieben Titeln versehenden Stallgefährten Michael Schumacher über weite Strecken im Griff. Aus diesem Vergleich lässt sich das wahre Potenzial Rosbergs nach Meinung von Ex-Weltmeister Damon Hill allerdings nur bedingt ableiten.

Der große Rivale von Schumacher im Kampf um die WM-Titel 1994 und 1995 sähe es für eine verlässliche Einschätzung Rosbergs lieber, wenn dieser über einen anderen Teamkollegen verfügen würde. “Deine Karriere hängt davon ab, gegen wen du antrittst”, sagt Hill gegenüber ‘PA Sport’ über den in über 100 Grands Prix nach wie vor sieglosen Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg.

“Es wäre besser, wenn Nico gegen einen Piloten seiner Generation antreten würde”, urteilt der Brite und fügt an, dass “die heutige Geschwindigkeit von Michael Fragen offen lässt”. Seit seinem Comeback zu Beginn der Saison 2010 fährt der siebenmalige Weltmeister einem weiteren Podestplatz hinterher. Rosberg brachte es in diesem Zeitraum auf drei dritte Plätze.

Ungeachtet dessen zeigt sich Hill vom Willen Schumachers beeindruckt. “Wenn man bedenkt, dass ich schon vor 12 Jahren zurückgetreten bin, ist es unglaublich, dass er immer noch fährt.” Für den 51-Jährigen, der im Jahr 1996 am Steuer des Williams-Renault zum WM-Titel fuhr, besteht daher kein Zweifel, dass sein einstiger Rivale “ein außergewöhnlicher Sportler ist, der das Fahren ganz eindeutig liebt und nicht aufhören will”.

Für diese Haltung zeigt der Brite, der es im Verlauf seiner Karriere auf 115 Grands Prix brachte, durchaus Verständnis, gibt in Bezug auf Schumachers Zukunft aber zu bedenken: “Keiner kann sich ewig in der Formel 1 halten. Er wird mit allem was er hat kämpfen müssen, um ein weiteres Jahr oder noch länger dabei zu bleiben.”

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Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz gibt den Titelhattrick als Zielvorgabe für 2012 aus, erwartet aber drei starke Konkurrenten

Geht es nach Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz, dann dürfen sich die Gegner des Weltmeisterteams in der bevorstehenden Saison warm anziehen. Der “Oberbulle”, der den österreichischen Energy-Drink einst ins Leben gerufen hat, gibt als Ziel für 2012 nichts anderes als den dritten Titel in Folge vor.

Speziell Sebastian Vettel befindet sich laut Mateschitz derzeit in der Form seines Lebens. “Sebastian hat sich weiter verbessert und ist stärker denn je”, warnt der Österreicher gegenüber ‘Gazzetta dello Sport’ die versammelte Konkurrenz. “Er hat sich über den Winter so intensiv wie noch nie vorbereitet und wird uns ganz sicher nicht im Stich lassen.”

Nun liege es am Team, den beiden Fahrern Vettel und Mark Webber das entsprechende Material zur Verfügung zu stellen, um den dritten Konstrukteurstitel en suite für Red Bull sicherzustellen. Gleiches gelte für den angestrebten Titelhattrick im Falle von Vettel. “Voraussetzung dafür ist ein wettbewerbsfähiges Auto”, so Mateschitz. “Wir werden bei den Testfahrten in Jerez erstmals heraus herausfinden, wohin der Trend geht.”

Doch der Red-Bull-Boss will nicht zu weit in die Zukunft blicken: “Wie viele Titel man gewinnt ist nicht so wichtig. Was jetzt für uns zählt ist der Hattrick in diesem Jahr.” Hinsichtlich der Teams, die diesem Plan einen Strich durch die Rechnung machen können, hat Mateschitz die üblichen Verdächtigen auf der Liste. “McLaren, Ferrari, Mercedes – in dieser Reihenfolge”, so die Prognose des Österreichers im Vorfeld der Saison.

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So
22
Jan

Nach den personellen Änderungen bei HRT wackelt die pünktliche Fertigstellung des 2012er-Autos – Keine Stellungnahmen von Luis Perez-Sala

Die Gerüchte verdichten sich, dass das HRT-Team dem Zeitplan hinterherläuft. Es wird von kritischen Verspätungen geredet. Nachdem Colin Kolles das Team verlassen hatte, häuften sich die Probleme im Team. “Gerüchte, die besagen, dass wir beim ersten Grand Prix mit dem 2011er-Auto antreten werden, sind nicht wahr”, heißt es seitens des Teams.

Gegenüber der ‘BBC’ äußert sich das spanische Team zuversichtlich, in Barcelona bereits mit dem neuen Auto zu testen: “Es ist das Ziel, beim zweiten Vorsaisontest mit dem neuen Auto teilzunehmen.”

Mit Informationen hält sich HRT dennoch zurück. Vom neuen Teamchef wird es demnächst keine Aussagen geben. “Luis Perez-Sala ist momentan voll auf das neue Auto und die neue Struktur konzentriert. Er zieht es vor, der Presse keine Stellungnahmen und Interviews zu geben, bevor sich alles sortiert hat.”

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Beim Weltmeisterteam Red Bull hat man keine Eile, die innovative Radaufhängung von Lotus zu kopieren – Mercedes hingegen plant mit dem System

Vor wenigen Tagen sorgte das ehemalige Renault- und jetzige Lotus-Team für Aufsehen, als durchsickerte, dass die innovative, erstmals im November in Abu Dhabi getestete, reaktive Radaufhängung seitens der FIA grünes Licht bekam und somit im neuen Boliden von Kimi Räikkönen und Romain Grosjean zum Einsatz kommen wird. Formel1-Wetten. Sofort wurden bei der Konkurrenz alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das System, welches ein Einnicken der Fahrzeugfront beim Bremsen verhindert und damit eine konstante Bodenfreiheit gewährleistet, zu kopieren.

Bei Ferrari hat man inzwischen bestätigt, dass der neue Bolide über ein ähnliches System verfügen wird und auch bei Mercedes wird bereits an einer eigenen Version der Idee von Lotus-Technikchef James Allison gearbeitet. Wie die ‘Gazzetta dello Sport’ berichtet, soll der neue Mercedes MGP-W03 so schnell wie möglich mit der reaktiven Radaufhängung ausgerüstet werden. Bei den ersten Testfahrten des Jahres vom 7. bis 10. Februar in Jerez wird der neue Bolide von Michael Schumacher und Nico Rosberg bekanntlich noch nicht ausrücken.

Unterdessen hat man bei Red Bull keine Eile, die Lotus-Idee zu kopieren. Gerüchten zufolge gab es beim Weltmeisterteam der vergangenen zwei Jahre bereits im Jahr 2010 Bestrebungen, ein solches System zu entwickeln. Diese wurden allerdings nicht zu Ende verfolgt. Anders als in den Reihen von Ferrari und Mercedes, ist Red-Bull-Teamchef Christian Horner keineswegs überzeugt, dass man es hier mit dem technischen Geniestreich des Jahres schlechthin zu tun hat.

“Es ist wie bei allen diesen Dingen. Unterm Strich kommt es darauf an, wie sie funktionieren und wie sie in das Auto integriert werden”, gibt Horner gegenüber ‘Autosport’ zu bedenken. Demnach müssten Dinge wie diese “als Paket und weniger als einzelne Komponenten” funktionieren. Der Red-Bull-Teamchef gibt aber zu, dass er das Konzept, welches die aerodynamischen Aspekte des Autos beim Bremsen stärker als bisher betont und damit für mehr Stabilität sorgt, “interessant” findet.

Gegenwärtig hat man bei Red Bull laut Horner alle Hände voll zu tun, den neuen RB8 rechtzeitig bis zur Online-Präsentation am 6. Februar fertigzustellen. “Die Herausforderung in diesem Jahr besteht darin, dass alles inklusive sämtlicher Crashtests bereits vor der ersten Testfahrt erledigt sein muss”, so der Brite, der versichert: “Wir konzentrieren uns ausschließlich auf uns selbst und werden sehen was Sache ist, wenn wir beim ersten Test auf die Strecke gehen.”

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Caterham-Pilot Jarno Trulli gibt nichts auf die Spekulationen um Witali Petrow und sein Team, sondern pocht auf seinen eigenen Rennvertrag

Jarno Trulli hat einen bestehenden Vertrag für die neue Formel-1-Saison, doch immer wieder wird der italienische Rennfahrer als Wackelkandidat bezeichnet. Die jüngsten Spekulationen besagen nun, dass der frühere Renault-Fahrer Witali Petrow mit einem großen Budgetpaket kurz davor steht, sich in das Caterham-Team einzukaufen und Trulli das Cockpit wegzunehmen. Letzterer ist aber entspannt.

“Ich habe einen Vertrag mit Caterham und das ist alles. Ich weiß nichts von den Gerüchten. Das Team hat mir nichts mitgeteilt”, sagt Trulli gegenüber der italienischen ‘Gazzetta dello Sport’. “Am Montag werde ich in der Fabrik sein, um mir einen Sitz anpassen zu lassen. Solange mir nichts anderes gesagt wird, bleibt alles beim Alten”, hält der Routinier fest.

Weil für ihn alles klar sei, wolle er gar nicht über seine Zukunft reden. Auch aus anderen Gründen: “Jedes Mal werden mir Worte in den Mund gelegt, wonach ich in der NASCAR fahren oder bei den 24 Stunden (von Le Mans; Anm. d. Red.) antreten werde. Derzeit konzentriere ich mich aber einzig auf die Formel 1. Nur darüber rede ich”, stellt der 37-Jährige klar. Er wolle sich 2012 weiter steigern.

“Ich rechne damit, dass wir besser abschneiden als 2011. Wir haben eine bessere Basis, mehr Erfahrung, mehr Ressourcen und auch mehr Personal. Wir beginnen nun mit der Jagd auf den WM-Punkt, den wir schon 2011 haben wollten. Das Ziel ist, 2012 regelmäßig im Mittelfeld zu kämpfen”, kündigt Trulli vor dem Testauftakt der Formel 1 an und betont die schwierige Entwicklungsarbeit.

“Die Leute verstehen gar nicht, wie schwierig es ist, bei Null anzufangen. Ich fuhr bei Minardi, doch hier ist es viel schwieriger. Fehler kannst du dir keine erlauben, denn jeder Fehler hat langfristige Folgen. Ich bin aber zuversichtlich. Im Jahresverlauf erkannte ich viele Verbesserungen. Wir machten einen großen Schritt, auch wenn das nicht bemerkt wurde. Jetzt braucht es einen weiteren Schritt.”

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In den Medien machen kritische Aussagen von Fernando Alonso über Sebastian Vettel die Runde, die der spanische Ferrari-Pilot nun präzisiert

Die Aussage von Fernando Alonso, wonach Lewis Hamilton der bessere Formel-1-Fahrer sein soll als Sebastian Vettel, sorgt derzeit für Zündstoff. Denn offenbar wurden von einer Zeitschrift veraltete Zitate des Ferrari-Piloten aufgegriffen, die dann über verschiedene Nachrichtenagenturen verspätet ein weltweites Echo fanden.

“Lewis ist sehr schnell, aggressiv, total fokussiert”, hat Alonso demnach gesagt. “Ihn interessiert nur der Sieg, sonst nichts – ein wirklich talentierter Fahrer. Sebastian hat dieses Niveau noch nicht ganz erreicht.” Außerdem wird er mit folgenden Worten zitiert: “Ich weiß, er ist zweimaliger Weltmeister, aber er ist immer noch etwas hinter dem Standard, den Lewis gesetzt hat.” Was suggeriert, dass der 30-Jährige diese Aussage beim kürzlich abgehaltenen Wrooom-Event von sich gegeben haben könnte.

Tatsächlich gab es dort – mit der Ausnahme von TV-Stationen – keine Einzelinterviews für Print- und Internetmedien, sodass sich schnell herausstellte, dass die Originalzitate aus dem Buch ‘The Two Kings’ von Ercole Colombo stammen, das in Madonna di Campiglio von Veranstalter Philip Morris unter den Journalisten und Gästen verteilt wurde. Geführt wurden die Gespräche für das Buch schon im Sommer 2011 – allerdings hat Alonso selbst offenbar seinen Segen gegeben, die Aussagen auch aktuell zu verwenden.

Im Original lesen sie sich übrigens folgendermaßen: “In den vergangenen Jahren hatte ich vor allem zwei Referenzpunkte, nämlich Lewis und Sebastian, aber ich habe eine unterschiedliche Meinung über die beiden. Lewis ist sehr schnell, aggressiv, total fokussiert. Ihn interessiert nur der Sieg, sonst nichts – ein wirklich talentierter Fahrer. Sebastian hat dieses Niveau noch nicht ganz erreicht. Ich weiß, dass er Weltmeister ist und 2011 eine weitere Weltmeisterschaft gewinnen wird, aber so ist es nun mal. Für mich liegt er ein bisschen unter dem Niveau von Lewis.”

Natürlich wurde Alonso noch in Madonna im Rahmen verschiedener Medien-Gruppentermine auf dieses Thema angesprochen, sodass er Gelegenheit hatte, seine Aussage mit mehreren Monaten Distanz richtigzustellen. Dabei präzisierte er lediglich: “Ich kenne Lewis vielleicht besser als Sebastian, weil wir bei McLaren Teamkollegen waren und schon ein paar Jahre länger gemeinsam fahren.” Denn Hamilton war 2007 bei McLaren sein Teamkollege und von Anfang an Siegkandidat, während Vettel erst seit 2009 in einem Siegerauto fährt.

Und weiter: “In diesen Jahren hat Lewis auch Rennen gewonnen, ohne dass er das beste Auto hatte, und er hat erstaunliche Leistungen gezeigt, wenn sein Auto nicht konkurrenzfähig war. Das hat Sebastian bisher noch nicht gezeigt. Aber beide sind große Champions, meine Hauptkonkurrenten – und sicher die talentiertesten Fahrer im Feld. Aber bei Sebastian fehlt mir noch, dass er ein Rennen gewinnt oder auf das Podium fährt, obwohl sein Auto eigentlich nur für einen siebten oder achten Platz gut wäre. Das würde ihn auf das gleiche Niveau wie Lewis hieven.”
Was Alonso dabei zu vergessen scheint: Vettel sitzt zwar seit Sommer 2009 im für viele Experten besten Auto der Formel 1, dem Red Bull, hat aber auch die Weltmeisterschaften 2010 (etwas glücklich) und 2011 (souverän) gewonnen. Zudem feierte er seinen ersten Grand-Prix-Sieg in Monza 2008 auf Toro Rosso, quasi einem Ex-Minardi – an jenem Wochenende zwar konkurrenzfähiges Material, aber sicherlich nicht das beste Auto im Feld…

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Coulthard legt Ferrari einen Kurswechsel nahe
Der frühere Formel-1-Pilot David Coulthard sieht Felipe Massa bei Ferrari auf der Abschussliste und rät den Roten zu zwei potenziellen Siegfahrern

Hat Felipe Massa bei Ferrari eine Zukunft, die über die Saison 2012 hinausgeht? Mit dieser Frage beschäftigt sich auch der ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard. Der aus Schottland stammende Rennfahrer rechnet nämlich nicht damit, dass Massa in diesem Jahr an seinen Ferrari-Teamkollegen Fernando Alonso herankommen wird, und rät dem Rennstall aus Maranello daher zu einem Wechsel.

“Ich glaube nicht, dass Felipe Ferrari zum WM-Titel führen kann, außer im Winter hat sich etwas Bemerkenswertes getan”, sagte Coulthard am Rande der Autosport-Show in Birmingham. Massa sei zwar “ein netter Kerl”, doch “langfristig wird er sich wohl woanders umsehen müssen”, meint der langjährige Formel-1-Pilot. Vor allem, weil Ferrari zwei Fahrer vom Schlage Alonsos brauche.

Und zwar dringend, wie Coulthard betont – die Konkurrenz mache es schließlich vor. “Ferrari hat zwar in Alonso einen Siegfahrer, aber wenn man die Herangehensweise von McLaren mit zwei ganz klaren Siegfahrern und Weltmeistern bedenkt, dann kann auch das harmonisch funktionieren, obwohl beide Siegertypen sind”, erläutert Coulthard, der früher selbst zahlreiche Saisons für McLaren bestritt.

Damit ein Rennstall mit zwei schnellen Fahrern optimal funktioniere, gehe es für das Team darum, eine perfekte Arbeitsatmosphäre zu schaffen. “Beide müssen sich wohlfühlen – mit sich selbst und mit ihrer Rolle im Team”, sagt Coulthard und verweist auf einen positiven Nebeneffekt: “Wenn einer mal nicht die Leistung bringt, dann gewinnt eben der andere. Man hat also eine gewisse Versicherung.”

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Hill: Formel 1 kann “mit gutem Gewissen” nach Bahrain
Ex-Champion Damon Hill hat keine Bedenken vor einem Formel-1-Rennen in Bahrain, obwohl im Golfstaat nach wie vor einige Fragen offen sind

Im vergangenen Jahr machte die Formel 1 einen Bogen um Bahrain, nachdem es im Golfstaat zu erheblichen Unruhen gekommen war. Die Königsklasse des Motorsports sagte ihren Saisonstart schließlich sogar ab und ließ das Rennjahr 2011 mit Verzögerung beginnen. In dieser Saison soll Bahrain jedoch wieder zum Rennkalender zählen, was Damon Hill für einen richtigen Schritt hält.

Gegenüber der britischen ‘Times’ erläutert der ehemalige Formel-1-Pilot seine Sicht der Dinge zur Formel-1-Rückkehr nach Bahrain: “Ich sehe es nicht gerne, wenn Menschen erschossen oder brutal behandelt werden. Ich war sehr enttäuscht, dass die Formel 1 im vergangenen Jahr keine Stellung zu den dortigen Vorfällen bezogen hat. Seither hat sich allerdings einiges verändert”, meint Hill.

“Es ist klar, dass die Situation in Bahrain nun besser verstanden wird. Ich denke nicht, dass jemand erneut nach Bahrain reisen würde, wenn dort jemand aufgrund eines Grand Prix’ zu leiden hätte”, sagt der Formel-1-Weltmeister von 1996 und merkt an: “Ich habe mich dort mit vielen Menschen und auch mit einigen Augenzeugen unterhalten. Ich glaube: Sie leiten eine Veränderung zum Besseren ein.”

“Es ist völlig offensichtlich, dass sie Probleme haben, doch jedes Land hat seine Schwierigkeiten. Selbst in Großbritannien hatten wir vor nicht allzu langer Zeit einige Unruhen”, meint Hill und kommt für sich zum Schluss: “Dieses Mal kann die Formel 1 mit gutem Gewissen nach Bahrain reisen – und nicht nur als Werkzeug für irgendeine Art von Verschleierung.” Der Termin ist der 22. April 2012.

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David Coulthard findet, dass Förderungs-Programme zu viel Druck auf junge Rennfahrer ausüben und vermisst heute in den Nachwuchs-Serien den Spaß

Sebastian Vettel lässt die Rekorde purzeln. Nie war ein Pilot mit 24 Jahren zweifacher Weltmeister, zudem ist er auch noch der jüngste Weltmeister, Sieger, Pole-Setter und Punktesammler in der Geschichte der Formel 1. In seinem Alter hatten Stars der Vergangenheit wie John Surtees oder John Watson nicht einmal Rennerfahrung.

Vettel gilt als Musterbeispiel, wie man ein Nachwuchs-System nutzt, um in der Formel 1 eine Weltkarriere hinzulegen. Der Heppenheimer wurde schon früh von Red Bull gefördert und musste das Budget somit nicht mehr selbst aufbringen. Dennoch stand er schon in jungen Jahren unter enormem Druck, schließlich fordert Juniorteam-Chef Helmut Marko Leistung von seinen Schützlingen.
Druck für Youngsters zu groß?

“Die jungen Fahrer haben schon im Kart professionelle Verträge”, fällt David Coulthard, der als Red-Bull-Berater fungiert, bei der ‘Autosport’-Show in Birmingham auf. Eine Entwicklung, die er nicht unbedingt positiv sieht. “Das macht mich persönlich etwas nervös, weil der Druck bereits in den Aufbau-Jahren so groß ist.”

Coulthard hasst laut eigenen Angaben den Gedanken, dass Nachwuchsfahrer heutzutage so sehr unter Druck stehen, “dass sie mit 16 beinahe ausgebrannt sind. Formel1-GP. Sie müssen gewinnen, sonst erfüllen sie nicht die Kriterien für einen Vertrag und erhalten keine weitere Gelegenheit.”

Er vermisst die Unbefangenheit der Vergangenheit im Nachwuchs-Motorsport: “Auf diesem Niveau sollte der Motorsport meiner Meinung nach zwar Konkurrenz bieten, aber zu 100 Prozent Spaß machen. Wenn das nicht der Fall ist, dann fehlt etwas.”
Coulthard erkennt große Veränderungen zur Vergangenheit

Coulthard erinnert sich an seine eiene Jugend als Rennfahrer: “Ich wollte immer Formel 1 fahren und ich habe es genossen, als junger Fahrer diesen Fokus zu haben. Es gab aber keinen anderen Druck, als den, den ich mir selber machte, an den Kart-Wochenenden das Beste herauszuholen.”

Er ist der Meinung, dass die Entwicklung des Motorsports in den letzten Jahren mit der Entwicklung unserer Gesellschaft einher geht: “Die Welt ist ein Ort, der sich ständig verändert. In der Wirtschaft gibt es Internet-Millionäre, die noch Teenager sind, weil sie ein Konzept getroffen haben, das
wirklich funktioniert. Die jungen Menschen der Vergangenheit hätten dazu nie einen Zugang gehabt. Heute erarbeitet man sich seine Qualifikationen und klettert dann die Leiter nach oben oder man gründet seine eigene Firma. Es gibt einfach viel mehr Möglichkeiten.”

Quelle: www.formel1.de