Die FIA plant 2012 keine grundlegenden Änderungen bei den DRS-Zonen, will die Bereiche aufgrund der Erfahrungen aus 2011 jedoch anpassen

Drei Buchstaben sorgten in der vergangenen Formel-1-Saison für reichlich Diskussionen: DRS. Mit dem Drag-Reduction-System wollte die FIA den Fahrern ein Hilfsmittel an die Hand geben, mit dem Überholvorgänge einfacher und die Grands Prix für die Zuschauer damit interessanter werden. Dazu durften die Fahrer während der Rennen in vorher festgelegten Bereichen den Heckflügel flach stellen, sofern an einem Messpunkt der Abstand zum Vordermann weniger als eine Sekunde beträgt. Im Training ist die Nutzung des Systems freigestellt.

Nach einer Saison mit DRS kann die Einführung des Systems grundsätzlich als Erfolg gewertet werden. 2011 gab es in der Formel 1 mehr Überholvorgänge als in den Vorjahren, was allerdings teilweise auch den neuen Pirelli-Reifen geschuldet ist. Doch nicht auf allen Strecken erfüllte DRS den gewünschten Zweck. Teilweise waren die Zonen zu kurz, um einen Überholvorgang zu ermöglichen, auf anderen Strecken wurde nach Ansicht einiger Piloten das Überholen durch DRS viel zu leicht gemacht.
Fahrer üben teilweise Kritik

Mehrheitlich kritisiert wurde die Regelung in Kanada, wo es zwei DRS-Zonen mit allerdings nur einem Messpunkt gab. Dadurch konnten die Piloten den Konkurrenten auf der ersten Geraden überholen und auf der darauf folgenden Geraden durch den Vorteil des geringeren Luftwiderstands den Abstand vergrößern. In diesem Bereich sieht auch Nico Rosberg Handlungsbedarf: “Sie müssen sicherstellen, dass es nicht zu oft vorkommt, das ein Fahrer einfach an seinem Gegner vorbeifährt und am Ende der Gerade 50 Meter Vorsprung hat. Das ist dann ein bisschen albern”, sagt der Deutsche gegenüber ‘Autosport.’

Grundsätzlich ist der Mercedes-Pilot jedoch der Meinung: “DRS ist eine großartige Sache. Letztendlich interessiert es niemanden, warum wir überholen. Wenn sie das System überarbeiten, was mit der Erfahrung geschehen wird, haben sie vielleicht auch ein paar neue Ideen, wie man es verbessern kann. Dann wäre alles gut.” Genau das hat der Motorsport-Weltverband in dieser Saison auch vor, wie ‘Autosport’ unter Berufung auf FIA-Kreise berichtet. Zwar werden die genauen DRS-Zonen erst kurz vor den Rennen festgelegt, einige Änderungen im Vergleich zu 2011 stehen jedoch angeblich schon fest.
FIA will aus der Erfahrung lernen

So soll die Länge der Zonen auf jeder Rennstrecke überprüft werden. Dort, wo das Überholen 2011 trotz DRS noch zu schwierig war, sollen die Bereiche verlängert werden, auf Strecken, wo die Fahrer ihren Vordermann zu einfach passieren konnten, sollen die DRS-Zonen entsprechend gekürzt werden. Festzustehen scheint auch schon, dass es in Australien eine zweite DRS-Zone geben wird, in Montreal und Valencia soll diese hingegen wegfallen, wobei die verbleibende auf dem spanischen Hafenkurs verlängert werden soll.

Nach Ansicht von Rosberg, sollte die FIA bei der Festlegung die Zonen lieber etwas zu kurz als zu lang bemessen: “Das Überholen sollte lieber etwas zu schwierig als zu einfach sein. Selbst wenn es zu schwer ist, kann man den Gegner unter Druck setzen, so wie vergangenes Jahr in Barcelona, wo der Zweikampf zwischen Lewis und Sebastian sehr spannend war.”

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Robert Kubica ist nach seiner Operation am rechten Knöchel in seine Wahlheimat Monte Carlo zurückgekehrt – Wiederaufnahme des Trainings in drei Wochen

Robert Kubica hat die nach seinem Sturz Mitte vergangener Woche notwendig gewordene Operation am rechten Knöchel gut überstanden und das Krankenhaus der italienischen Stadt Mantua inzwischen wieder verlassen. Bei seinem Sturz beim Spaziergehen in Viareggio hatte sich der Pole am ohnehin schon durch seinen schweren Rallye-Unfall in Mitleidenschaft gezogenen rechten Bein erneut verletzt.

Wie die medizinischen Untersuchungen in der Klinik von Mantua ergaben, verlief die Genesung der gebrochenen Knochen im rechten Bein während der vergangenen Monate offenbar nicht wunschgemäß, weshalb der einstige Renault-Pilot in Folge seines Rallye-Unfalls mehr Zeit als geplant im Bett verbringen musste.

Nach der jüngsten Operation in der vergangenen Woche haben die Ärzte Kubica die Erlaubnis erteilt, in sein Domizil nach Monte Carlo zurückzukehren. Allerdings muss sich der Pole noch weitere zwei bis drei Wochen gedulden, bis er das körperliche Training in Vorbereitung auf eine Rückkehr in den Rennsport wieder aufnehmen kann.

Trotz der neuerlichen Verletzung gehen die Ärzte gemäß Informationen von ‘Autosport’ nicht davon aus, dass es grundsätzliche Auswirkungen auf die Rehabilitationsphase geben wird. Diese werde aufgrund der nach wie vor nicht vollständig wiederhergestellten Nervenverbindungen im rechten Arm sowie der beim Unfall schwer verletzten rechten Hand ohnehin noch mehrere Monate in Anspruch nehmen.

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Bei Ferrari macht man keinen Hehl daraus, Stardesigner Adrian Newey verpflichten zu wollen – Montezemolo sieht aber auch Zeichen, die dagegen sprechen

Sollte Red-Bull-Konstrukteur Adrian Newey im Anschluss an seine Anstellung beim aktuellen Weltmeisterteam in Milton Keynes eine neue Herausforderung suchen, würde man ihn bei Ferrari mit offenen Armen empfangen. An den 27 Siegen und je zwei Fahrer- und Konstrukteurstiteln für Red Bull im Verlauf der zurückliegenden drei Jahre hat der ehemalige March-, Williams- und McLaren-Designer Newey entscheidenden Anteil.

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali beobachtet den Briten daher schon seit geraumer Zeit. “Adrian hat seine Fähigkeiten in den vergangenen Jahren auf beeindruckende Art und Weise unter Beweis gestellt”, so der Italiener gegenüber ‘Sky Sport News’. “Was er in Zukunft vorhat, werden wir sehen.” Domenicali versichert, stets ein Auge auf Newey zu haben, sollte er verfügbar werden.

Unterdessen sieht Luca di Montezemolo in Bezug auf eine mögliche Verpflichtung Neweys Hindernisse. Der Ferrari-Präsident hat sich bereits zu Zeiten, als Newey noch für McLaren tätig war, mit diesem über einen möglichen Wechsel nach Maranello unterhalten. “Das Treffen, das wir im Jahr 1997 hatten, verlief nicht unbedingt positiv”, wird Montezemolo von ‘Gazzetta dello Sport’ zitiert.

Dabei war nach Aussage des Italieners weniger der fehlende Wille des Star-Designers der ausschlaggebende Faktor als vielmehr dessen Frau Marigold. “Die Vorstellung, die seine Frau von Italien hatte, kam der eines Dritte-Welt-Lands nahe”, so Montezemolo. Ein Umzug nach Italien kam demzufolge für die Neweys nicht in Frage.

“Sollte er aber in Zukunft verfügbar werden und seine Meinung geändert haben, warum nicht?”, unterstreicht der Ferrari-Präsident das nach wie vor bestehende Interesse. Derweil wird der aus der Feder von Nikolas Tombazis stammende Ferrari für die Saison 2012, mit dem die “Roten” die Vormachtstellung von Red Bull aus eigener Kraft beenden wollen, mit Spannung erwartet.

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Nach Teamchef Christian Horner bricht auch Ex-Red-Bull-Pilot David Coulthard eine Lanze für Mark Webber – Qualifying-Performance als Schlüssel

Red-Bull-Pilot Mark Webber steht vor einer entscheidenden Saison. Der Vertrag des Australiers beim Weltmeisterteam läuft anders als jener von Teamkollege Sebastian Vettel Ende des Jahres aus. Wie es danach mit dem 35-Jährigen weitergeht, ist noch vollkommen offen.

Im zweiten Team des Energy-Drink-Herstellers aus Österreich, bei Toro Rosso, dürfen in dieser Saison die Junioren Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne ran. Zwar hat Red-Bull-Teamchef Christian Horner kürzlich betont, dass es keinerlei Garantien für eine Beförderung ins Nummer-eins-Team gibt, dennoch wird der Druck auf Webber durch die Neubesetzung der Toro-Rosso-Cockpits nicht geringer.

Für den Australier wird es daher darauf ankommen, zu der in der Saison 2010 gezeigten Form zurückzukehren, als er sich nach vier Saisonsiegen beim Finale in Abu Dhabi noch Hoffnungen auf den WM-Titel machen durfte. Im vergangen Jahr schaffte Webber lediglich in Brasilien den Sprung auf die obere Stufe des Podiums und fiel vor allem im Qualifying gegenüber Vettel ab.
Qualifying-Performance als Schlüssel

Im Qualifying liegt für den Ex-Red-Bull-Piloten und heutigen BBC-Kommentator David Coulthard auch der Schlüssel zu einer Steigerung Webbers in diesem Jahr. “Eine der großen Stärken von Mark war in der Vergangenheit immer das Qualifying”, erinnert der Schotte im Rahmen der Autosport-Show in Birmingham. “Wenn du vorn stehst, macht dies das komplette Wochenende für dich einfacher, da du teamintern in Sachen Strategie bevorzugt wirst und zudem eine freie Strecke vor dir hast.”

Für eine erfolgreiche Saison 2012 wird es für Webber “darauf ankommen, zu seiner bewährten Form im Qualifying zurückzukehren, die restlichen Zutaten sind vorhanden”, ist Coulthard überzeugt. Als Beispiel für die herausragenden Leistungen des Australiers im Rennen bringt auch der Schotte das wohl spektakulärste Webber-Manöver der Saison 2011.

“Wir haben im vergangenen Jahr einige unglaubliche Leistungen von Mark gesehen, aber bei seinem Überholmanöver gegen Alonso in Spa habe ich beinahe das Mikrofon fallen gelassen. Ich dachte, es gibt einen Monsterunfall.” Dem war nicht so. Stattdessen hat Webber das Manöver perfekt getimt, was Coulthard zu der Überzeugung kommen lässt: “Er ist definitiv ein großartiger Rennfahrer.”

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Der Amerikaner arbeitet an einem Formel-1-Debüt im kommenden Jahr und erklärt, warum der Zeitpunkt für einen Einstieg besser denn je ist

Der 20 Jahre alte Alexander Rossi hat einen festen Plan: “Das Ziel und der Weg sind klar: Ich möchte 2013 in der Startaufstellung stehen”, erklärt er den Kollegen von ‘richardsf1.com’. Der Amerikaner hat bereits im Caterham-Formel-1-Team einen bleibenden Eindruck hinterlassen und durfte mehrfach testen.

Seit Scott Speed hat die Formel 1 keinen Amerikaner gesehen. Die USA-Rückkehr der Formel 1 erfolgt in der anstehenden Saison. bwin.com. Im kommenden Jahr kommt der Grand Prix vor der Skyline von New York dazu. Damit stehen die Vorzeichen für einen Fahrer aus der USA besser denn je: “Ich denke, es wird gerade einfacher durch die Rückkehr von zwei Rennen im Kalender und dem Fakt, dass die USA solch ein wichtiger Markt für die Formel 1 und die Hersteller ist. Die Erkenntnis, dass ein amerikanischer Fahrer gebraucht wird, ist präsenter denn je”, erkennt auch Rossi.

“Ich bin froh, dass ich bereits eine sehr gute Verbindung zu Caterham habe und sofern Gott will, werde ich 2013 vielleicht einen Platz haben.” Um mangelndes Interesse macht sich Rossi keine Sorgen: “Die US-Amerikaner sind von Natur aus ein sehr patriotisches Volk. Wenn es etwas gibt, das sie unterstützen können und woran sie glauben können, kann man beinahe garantieren, dass ein Interesse geweckt werden kann.”

“Ob das von einem amerikanischen Team, einem Fahrer oder einem Hersteller kommt, ist egal. Es geht nur darum, dass Amerika Teil der Startaufstellung ist”, bemerkt er. “Caterham ist das einzige Team, das diese Tatsache verstanden hat. Sie haben den US-Markt entdeckt und Sponsorendeals mit GE, Dell und CNN ausgehandelt.”

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Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hält große Stücke auf Sebastian Vettel, würde Fernando Alonso aber nicht gegen den Weltmeister eintauschen

Sebastian Vettel hat sich mit einer nahezu perfekt absolvierten Formel-1-Saison 2011 zwar zum jüngsten Doppelweltmeister der Geschichte gekrönt, doch lange Zeit galt Fernando Alonso dennoch als der beste Rennfahrer der Gegenwart. Das hat sich in den vergangenen Monaten zumindest für einige Experten wie Gerhard Berger geändert, die auf ihrer subjektiven Liste nun den Red-Bull-Piloten auf Platz eins führen.

Doch bei Ferrari ist man nach wie vor davon überzeugt, mit Alonso den Besten im Cockpit zu haben: “Ich würde Alonso gegen niemanden eintauschen, denn im Rennen ist er der stärkste Fahrer, den es gibt”, erklärt Ferari-Präsident Luca di Montezemolo gegenüber der ‘Gazzetta dello Sport’. Zudem hat sein spanisches Zugpferd 2010 und 2011 Felipe Massa alt aussehen lassen – und der war 2008 immerhin noch gut genug, um Kimi Räikkönen zu schlagen und fast Weltmeister zu werden.

Allerdings macht Montezemolo auch keinen Hehl daraus, dass er große Stücke auf Vettel hält. Der steht bis 2014 bei Red Bull unter Vertrag – und könnte danach nur als Teamkollege von Alonso zu Ferrari kommen, denn der Champion von 2005 und 2006 hat sogar bis 2016 unterschrieben. Vettel sei “ein intelligenter Kerl”, findet Montezemolo und ergänzt: “Mir gefällt sein Auftreten. Wenn ich mich zwischen zwei Fahrern mit gleichem Können entscheiden muss, dann nehme ich immer den mit dem klügeren Kopf.”

Ferrari könnte sich jedoch schon bald einen neuen zweiten Fahrer suchen müssen, denn der Vertrag von Massa läuft Ende 2012 aus. Als möglicher Nachfolger wurde in den vergangenen Jahren immer wieder Robert Kubica gehandelt, für den es bei Renault anscheinend keine Zukunft mehr gibt.

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Für Niki Lauda wird auch im kommenden Jahr Jenson Button der Hauptkonkurrent von Sebastian Vettel im Kampf um die WM-Krone sein

Heute in genau sechs Wochen öffnet sich der erste Vorhang der Formel-1-Saison 2012. Die Testfahrten in Jerez geben ein erstes Bild über die Kräfteverhältnisse im kommenden Jahr. Bis dahin kann darüber nur spekuliert werden. Niki Lauda hingegen ist sich schon recht sicher, welches Team 2012 dasjenige sein wird, das es zu schlagen gilt. “Die Logik sagt mir, dass Red Bull weiter vorn sein wird”, sagt der Österreicher im Interview mit den ‘Salzburger Nachrichten’.

Aufgrund der vergleichsweise geringen Änderungen im Reglement, die lediglich den Bereich des Auspuffs und Diffusors betreffen, könne Red Bull sein neues Auto auf der Basis des erfolgreichen 2011er-Modells entwickeln. “Wer da auf einem jetzt schon sehr guten Auto aufbauen kann, hat einen Vorteil. Gutes noch besser zu machen ist leichter, als neu anzufangen”, sagt der dreimalige Weltmeister. Als Gegenbeispiel nennt Lauda Mercedes, die ein völlig neues Auto konstruieren müssten: “Da gibt es das Risiko, in die falsche Richtung zu gehen.”

Auch wenn eine wirkliche Beurteilung des Kräfteverhältnisses erst nach den ersten Testfahrten möglich ist, hält Lauda eine ähnlich dominante Vorstellung wie 2011 von Sebastian Vettel durchaus möglich. Der Heppenheimer habe in diesem Jahr immens an Selbstsicherheit gewonnen und seine Fehlerquote reduziert. Daher sei er auch in der kommenden Saison der Top-Favorit. “Wer ihn schlagen will, braucht ein perfektes Auto.”

Als Hauptkonkurrenten des Deutschen sieht der Österreicher vor allem Jenson Button. “Button war schon 2011 am stabilsten, ist gefestigt, kommt überall sympathisch rüber und ist fehlerlos schnell. Und er hat nach seinen Leistungen 2011 immens Selbstvertrauen”, sagt Lauda. Lewis Hamilton und Fernando Alonso hingegen müssten zunächst einmal ihre privaten Probleme in den Griff bekommen, um voll konzentriert auf den Job zu sein.

Eine eindeutige Meinung hat Lauda zum Comeback vom Kimi Räikkönen: “Das ist geil, dass er wieder da ist! Er ist eine schillernde Persönlichkeit und wird in den ersten Rennen großes Interesse bei Fans und Medien wecken.” Für das zukünftige Lotus-Team sei die Verpflichtung des Finnen ein guter Schritt. In einem guten Auto sei Räikkönen in der Lage, das Team an die großen Vier heranzuführen.

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Christian Horner kann die aktuelle Diskussion über Bezahlfahrer nicht nachvollziehen – Für den Red-Bull-Teamchef ist dieses Problem so alt wie die Formel 1

Dass Talent alleine nicht immer ausreicht, um ein Cockpit in der Formel 1 zu ergattern, ist hinlänglich bekannt. Vor allem die kleineren Teams sind immer wieder auf Fahrer angewiesen, die neben Talent auch den ein oder anderen Euro oder US-Dollar an Sponsorengeldern mitbringen. So dürfte Williams Pastor Maldonado auch deshalb frühzeitig als Fahrer für 2012 bestätigt haben, weil er einen zweistelligen Millionenbetrag zur Teamkasse beisteuert.

Auch der bei Renault geschasste Witali Petrow kann bei der Suche nach einem neuen Cockpit mit dem finanziellen Argument punkten. Für viele etablierte Piloten erscheint dies geradezu als Bedrohung. So machte Jarno Trulli vor wenigen Tagen klar, dass er den Einsatz von “Paydrivern” für den falschen Ansatz hält. Allerdings spielen dabei auch persönliche Motive eine Rolle, denn Petrow könnte den Italiener 2012 bei Caterham aus dem Cockpit verdrängen.

Christian Horner hingegen sieht die Diskussion wesentlich entspannter und kann sie nur bedingt nachvollziehen. “In der Geschichte des Sports hat man das immer wieder gesehen”, wird der Brite von ‘TotalRace’ zitiert. “Für die Teams ging es immer darum, die richtige Balance aus finanziellen Erwägungen und dem Talent des Fahrers zu finden.”
Selbst Weltmeister brauchten “Eintrittsgeld”

Selbst manch überaus talentierter Fahrer hat seine Karriere streng genommen als “Paydriver” begonnen. So kam Michael Schumacher nur dank einer finanziellen Mitgift von Mercedes 1991 zu seinem Debüt bei Jordan. Allerdings gab es auch Auswüchse dieses Systems, in Form von Fahrern, die allein des Geldes wegen zu seinem Einsatz in der Formel 1 kamen.

Ein besonders eklatanter Fall war der israelische Geschäftsmann Chanoch Nissany, der 2005 beim Grand Prix von Ungarn bei Minardi im freien Training zu seinem Formel-1-Debüt kam. Der zu diesem Zeitpunkt 42-Jährige, der über die Erfahrung von gerade einmal drei Formel-3000-Rennen verfügte, beendet seine Formel-1-Karriere nach acht Runden im Kiesbett. Zu diesem Zeitpunkt lag er knapp 13 Sekunden hinter der Bestzeit und über sechs Sekunden hinter dem Vorletzten zurück.

Solche Extrembeispiele gibt es aktuell jedoch nicht mehr. Maldonado, Petrow oder auch Marussia-Neuzugang Charles Pic haben in der GP2 ihr fahrerisches Vermögen unter Beweis gestellt. Daher sieht Horner, der in seinem Team nicht auf Bezahlfahrer angewiesen ist, keinen akuten Diskussionsbedarf über dieses Thema: “Dieses Problem ist so alt wie die Formel 1. Die momentane Situation ist nicht neu.”

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Ex-Weltmeister Damon Hill ist gespannt auf das Comeback von Kimi Räikkönen und hofft, dass jemand Sebastian Vettel und Red Bull herausfordern kann

Damon Hill ist Ende 1999 zurückgetreten, doch der Weltmeister von 1996 beobachtet die Formel 1 weiterhin genau. Die Schlagzeilen der vergangenen Wochen betrafen Lotus-Renault und das Comeback von Kimi Räikkönen. Durch die Rückkehr des “Iceman” stehen im kommenden Jahr sechs Weltmeister am Start. Es gab positive und negative Meinungen über die Rückkehr des Finnen. Hill zählt zu den Befürwortern und findet, dass Räikkönen noch viele Erfolge feiern wird. Generell wünscht sich der Brite mehr Spannung an der Spitze.

“Ein guter Kampf unter den drei Topteams wäre fantastisch zu sehen. Wir wollen jemanden sehen, der die Spitze aufmischt, obwohl ich glaube, dass Adrian (Newey; Anm. d. Red.) fantastisch ist. Sebastian, Mark und Red Bull sind an der Spitze ein großartiges Team. Es ist gut das zu haben, aber ich weiß, dass sie darum kämpfen wollen”, wird Hill von ‘Autosport’ zitiert.

Hill spricht von drei Topteams. Ob Räikkönen in der kommenden Saison wieder regelmäßig Rennen gewinnen wird, bleibt abzuwarten. Das Comeback findet der ehemalige Brabham, Williams, Arrows und Jordan-Pilot “großartig.” Er ist gespannt, wie sich der 18-fache Grand-Prix-Sieger schlagen wird. “Er wird zeigen müssen, dass er es immer noch kann. Er hat ein gutes Team mit dem er es zeigen kann. Außerdem ist er immer noch jung.”

Mit 32 Jahren ist Räikkönen deutlich älter als Vettel, Hamilton und Co. Das sieht Hill aber nicht als Problem an. “Er hat schon einen WM-Titel gewonnen. Ich bin in seinem Alter erst in die Formel 1 gekommen. Er hat also noch das Potenzial für weitere WM-Titel.” Hill gewann im Alter von 36 Jahren seine einzige Weltmeisterschaft. In 115 Starts kam er auf 20 Pole-Positions und 22 Siege. Räikkönen kommt in 156 Starts auf 16 Pole-Positions und 18 Siege.

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Ex-Formel-1-Pilot Alex Zanardi ist von den Fähigkeiten Lewis Hamiltons überzeugt – Aus den Fehlern wird der McLaren-Pilot seine Lehren ziehen

Lewis Hamilton hat in fünf Jahren Formel 1 die Höhen und Tiefen der Königsklasse kennen gelernt. In seiner Debüt-Saison 2007 verpasste der Brite knapp den WM-Titel und holte sich im darauf folgenden Jahr als damals jüngster Fahrer die Krone. 2009 war der McLaren zu Saisonbeginn nicht konkurrenzfähig und Hamilton fuhr plötzlich im hinteren Teil des Feldes. Sportwetten. 2011 bezeichnete der Brite als schwierigstes Jahr seiner Karriere.

Trotz drei Siegen wurde der 26-Jährige führ mehrere Aktionen auf der Strecke kritisiert. Dennoch zählt er im Fahrerlager zu den schnellsten Fahrern. Ex-Formel-1-Pilot und IndyCar-Meister Alex Zanardi ist weiterhin beeindruckt von Hamilton. “Ich stimme damit überein, dass er ein frustrierendes Jahr hatte”, wird der Italiener vom ‘Telegraph’ zitiert.

“Ich kann nur hinzufügen, dass 99 Prozent der Leute die ich kenne – und ich stelle nicht sein Talent in Frage, denn Lewis Hamilton ist der talentierteste Fahrer, den ich je gesehen oder getroffen habe. Meiner Meinung nach sind nicht einmal 99 Prozent der Menschen, die ich getroffen habe, so reif wie Lewis Hamilton. Was ihm in diesem Jahr passiert ist, zeigt nur, dass er menschlich ist. Selbst ein Lewis Hamilton ist verletzbar.”

Zanardi selbst hatte in der Formel 1 überschaubare Erfolge. Der heute 45-Jährige kam nur ein einziges Mal in die Punkteränge. Das war in einem Lotus Platz sechs in Brasilien 1993, wofür es damals einen Zähler gab. In diesem Jahr zeigte Zanardi mit einem Handrad beim Marathon in New York eine beeindruckende Leistung. Diese Kämpferqualität sieht er auch bei Hamilton.

“Lewis ist ein sehr schlauer Junge. Ich hatte das Privileg, ihn einmal für ein italienisches Magazin zu interviewen. Ich entdeckte einen Kerl, der für sein Alter sehr, sehr reif ist. Er hat zwar einen Schritt falsch gesetzt, aber ich bin mir sicher, dass er im kommenden Jahr seine Lektion gelernt hat. Ich bin mir sicher, dass er seine Lektion bereits gelernt hat. Er wird wieder seine Leistung zeigen, obwohl er aus England großen Druck hat, weil er Lewis Hamilton ist.”

Quelle: www.formel1.de